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19. Mai 2014 - Delmenhorst

Dem Bischof auf den Zahn fühlen

Religionsschüler diskutieren mit Weihbischof über Kirche und Glauben

Dreißig Schüler der elften Jahrgangsstufe des Max-Planck Gymnasiums mit dem Prüfungsfach Katholische Religion diskutierten letzte Woche mit Weihbischof Heinrich Timmerevers im Gemeindehaus der Pfarrei St. Marien über Kirche und Religion.

Weihbischof diskutiert mit Schülern

Unter Leitung von Oberstudienrat Andreas Langen und seiner Kollegin Maren Marksfeld sprachen sie dabei ganz offen Glaubensfragen und Problemfelder der katholischen Kirche an wie die Sexualmoral, die Unfehlbarkeit des Papstes, das Frauenpriestertum oder die schwere Vermittelbarkeit vieler theologischer Themen. Vermittelt hatte das Gespräch Dechant Hubert von der Heide, dessen Dekanat Weihbischof Timmerevers für mehrere Tage visitierte.

„Wie sollten Priester heute die Nachfolge Christ leben?“, lautete die Eingangsfrage eines Schülers. „Wir haben uns beauftragen lassen zum Dienst in der Kirche. Jesu Christus hat uns gerufen. Ein Priester lässt sich schicken für die Verbreitung des Evangeliums“, antwortete der Weihbischof. Natürlich fielen auch Stichworte wie Ehelosigkeit und Gehorsam. „Das Leben für die Verkündigung ist ein schönes Leben“, unterstrich Timmerevers. Zur Aufgabe eines Priesters gehöre es, die verschiedenen Begabungen der Menschen in den Blick zu nehmen und zusammen zu führen. „Der priesterliche Dienst findet inmitten der Menschen statt.“ Ob das Zölibat Priester daran hindere, ihr Charisma auszuleben? Nein, denn Charismen wirken immer im Zusammenspiel mit anderen Menschen, und auf die könne sich ein lediger Priester besser einlassen als jemand, der sich um eine Familien kümmern müsse, so die Antwort. Ob der Zölibat wegen des Priestermangels abgeschafft werde? Das glaube er nicht, sagte der Weihbischof, es fehlten der katholischen Kirche nicht nur die Geistlichen, sondern auch viele Gläubige. Und zum Priestertum könne niemand gedrängt werden, dazu müsse man sich berufen fühlen. Zur Frage nach dem Alleinanspruch der Christen gegenüber anderen Religionen war der Weihbischof ganz deutlich für Toleranz gegenüber anderen Religionen.

Die Frage nach dem nicht existenten Frauenpriestertum erklärte er mit den männlichen Aposteln und Jüngern. „Ich will nicht ausschließen, dass der Papst das einmal ändert. Doch zurzeit kann ich mir das nicht vorstellen.“ Auch seine eigene Gefühlswelt fragten die Schüler ab: Wenn Sie sich jetzt verlieben würden oder wenn es andere Priester machen: Würden Sie das akzeptieren? Bei Priestern würde ich es akzeptieren, so der Weihbischof, wobei diese Entscheidung natürlich Konsequenzen für ihr Amt hätte. Bei sich selbst könne er sich das nicht vorstellen. Als Diakon sei ihm einmal eine Frau begegnete, die ihm gefallen habe, räumte er ein. Doch er habe sich anders entschieden und sei jetzt sehr froh darüber.
„Im Hinblick auf Ihr Abitur im kommenden Jahr wünsche ich Ihnen gute und gnädige Lehrer“, bedankte sich Timmerevers nach zwei Stunden schmunzelnd für die offenen Fragen bei den Jugendlichen. Die hofften, dass ihre anwesenden Lehrer das gehört haben.

Ludger Heuer

 

 

 

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