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10. Mai 2022 - Brake / Damme / Wildeshausen

Pflegekräfte haben in Kliniken den Corona-Löwenanteil geschultert

Weihbischof Theising besucht katholische Krankenhäuser im Oldenburger Land – Dank für immense Leistung in der Corona-Pandemie  

 „Die katholischen Krankenhäuser im Oldenburger Land sind nach den Hochphasen der Corona-Pandemie wieder voll leistungsfähig.“ Das hat der stellvertretende Direktor des Landes-Caritasverbandes für Oldenburg, Professor Dr. Martin Pohlmann, am Mittwoch, 4. Mai, im Hinblick auf Patienten betont. 

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In der Notaufnahme des Dammer Elisabeth-Krankenhauses: Weihbischof Wilfried Theising (v.r.), Ärztlicher Direktor Dr. Gustav Peters mit Marianne Wellerding. Im Hintergrund: Dr. Frederik Becker

Dass die Pandemie gleichwohl bei Pflegekräften tiefe Spuren hinterlassen hat, wurde deutlich bei einem Besuch zusammen mit dem Bischöflichen Offizial und Weibischof Wilfried Theising (Vechta) in den katholischen Kliniken Brake, Damme und Wildeshausen. 

Von an Covid erkrankten Pflegekräften, die teilweise bis heute noch nicht wieder im Dienst sind, berichtete Maria Zewuhn, Pflegedienstleiterin im Krankenhaus Johanneum Wildeshausen. Andere seien „noch nicht wieder so fit wie vorher“ oder hätten einen Antrag auf Arbeitszeitreduzierung gestellt. 

Wie sie als Pflegekräfte darunter gelitten hätten, „dass naher Kontakt verloren gegangen ist durch Corona“, schilderte eine Pflegerin der Zentralen Notaufnahme. Ein „In-den-Arm-nehmen“ als Form des Trostes sei undenkbar geworden. 

Andererseits hätte kein ernsthaft erkrankter Patient in der Corona-Zeit abgewiesen oder seine Operation verschoben werden müssen, betonte der Ärztliche Direktor des Johanneums, Dr. Alexander Terzic. Das sei nur möglich gewesen durch das große Engagement der 430 Mitarbeitenden. 

Erleichtert ist er ebenso wie seine Kollegen in Damme und Brake, dass die Zahl schwerer Corona-Fälle in der Klinik mit ihren 144 Betten deutlich abgenommen habe. Patienten kämen in der Regel nicht auf Grund des Virus, sondern wegen anderer Erkrankungen und zusätzlich mit dem Virus. 

Sein dringender Rat an die Politik: Im Hinblick auf veränderte „Work-Life-Balance“-Vorstellungen junger Mediziner und Pflegekräfte wünscht er sich, dass Arbeitszeitmodelle in Kliniken komplett überdacht und flexibler gestaltet werden. 

Dass das Krankenhaus Brake in der Hochzeit der Pandemie acht Wochen lang nur Notfallversorgung hätte leisten können, berichtete Geschäftsführer Ingo Penner. Bis zu 35 Corona-Patienten habe das Haus mit 103 Betten und 330 Mitarbeitenden in der Spitzenzeit versorgt. 

Wo man im Privatleben Ausgleich gebraucht hätte, wurde ein Essen abgesagt, erzählt ein Pfleger, der seit 22 Jahren in seinem Beruf arbeitet. Ein Zahnarzt habe seine Behandlung abgelehnt auf Grund der Tatsache, dass er eng mit Covid-Patienten arbeite. 

Zwar könne sich die Zahl täglich verändern, aber noch in der letzten Woche habe man 17 Corona-Patienten versorgt. „Corona ist noch nicht vorbei“, so die dringende Warnung aus Brake. Auch wenn sich Pflegekräfte wie Melanie Kornhaß einfach nur den „normalen Alltag“ zurückwünschen. Verständlich: Sie seien es gewesen, die die Hauptlast der Pandemie getragen haben, würdigte der Ärztliche Direktor Dr. Thorsten Austein. 

Dafür, dass man viele Patienten habe retten können, zeigte sich der Ärztliche Direktor Gustav Peters aus dem St. Elisabeth Krankenhaus Damme dankbar. Und das, obwohl man am Anfang „eigentlich gar nichts wusste“ und „die Ungewissheit das größte Problem war“, erinnert sich der stellvertretende Pflegedienstleiter Thomas Tönsing. Schließlich habe es keine Mittel gegen das Virus gegeben. 

Besonders erfreulich für das Haus mit 800 Mitarbeitenden und 244 Betten: Dass sich viele junge Mitarbeitende freiwillig für die Covid-Station gemeldet hätten, so Peters. Für die Zukunft sei klar, dass die Kapazitätsgrenze einer Klinik nicht an der Zahl der Betten gemessen werde könne, sondern an der Zahl der Pflegekräfte. 

Ausdrücklich dankte Theising allen im Feld des Krankenhauses Tätigen: angefangen von den Pflegekräften über die Reinigungsdienste bis hin zu allen Ärzten. „Das ist ein zutiefst christlicher Dienst, den Sie alle hier verrichten. Wir können ihn nicht hoch genug schätzen.“

Pressemitteilung des Landes-Caritasverbandes für Oldenburg e.V.