„Pater Titus hat in unserer Stadt gewirkt“, sagte Pater Ludger zu Beginn. „Wir bemühen uns um die Seligsprechung von Pater Titus“, erzählte er und begrüßte besonders Pater Alfred J. Bell SSCC, der von Bischof Dr. Felix Genn mit der Koordination des Verfahrens beauftragt wurde.
Den Gottesdienst leitete Weihbischof Wilfried Theising. Als Konzelebranten wirkten Prior Pater Ludger Fortmann OP, Propst Christoph Schwerhoff, Pater Bell sowie viele weitere Dominikaner am Altar mit. In der gut gefüllten Dominikanerkirche gedachten auch Vechtas Bürgermeister Kristian Kater und der stellvertretende Landrat Josef Kläne des Dominikaners.
Weihbischof Wilfried Theising würdigte Pater Titus Horten in der Predigt. Er sei „wirklich ein Menschenfischer" gewesen, der im Auftrag Jesu unterwegs war und „Ausschau hielt nach den Menschen, nach ihrer Situation, nach dem, was sie an Hilfe, an Unterstützung brauchen", sagte der katholische Geistliche. „Pater Titus starkes soziales Handeln, sein Engagement für die Schwachen" habe ihn eng mit den Menschen in Vechta verbunden. Als er 1936 im Dritten Reich inhaftiert und mit „böswilligen Anschuldigungen mundtot" gemacht werden sollte, erkannten die Menschen: „Das kann nicht wahr sein. Hier geht es um etwas ganz anderes. Hier will man einen lästigen Mahner zum Schweigen bringen." Tausende begleiteten sein Begräbnis trotz drohender Repressalien. Zigtausende kamen 18 Jahre später zur Überführung des Sargs in die Dominikanerkirche.
Pater Titus sei „ein großer Glaubenszeuge" gewesen. Er habe „die besondere Gabe, das an andere Menschen weitergeben zu können.“ Es sei kein nachvollziehbar, dass er für die Menschen zu einem Ankerpunkt wurde, jemand, an dem man sich festmachen konnte. Bis heute sei er „eine Lichtgestalt" in Vechta. Theising lud ein, das Grab von Pater Titus zu besuchen, denn „von diesem Grab geht auch heute eine Kraft aus".
Im Offizialatsbezirk Oldenburg wird in diesem Jahr noch ein weiteres Jubiläum begangen. Vor 90 Jahren gingen die Menschen im November auf die Straße, um sich für das Kreuz gegen das NS-Regime einzusetzen. „Wir werden an den Kreuzkampf erinnern“, kündigte Theising an. „Hier waren Menschen, die den Mut hatten, sich aufzulehnen, die nicht einfach alles hingenommen haben.“
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Der Weihbischof lud die Menschen ein, sich durch ihr Gebet aktiv am Seligsprechungsverfahren zu beteiligen. „Eine Seligsprechung braucht vor allem das Gebet der Menschen und die Verehrung eines Verstorbenen, damit er selig- oder heiliggesprochen werden kann“, stellte er fest. „Kommen Sie immer wieder hierhin, wenn Sie etwas auf dem Herzen haben. Gehen Sie zu Pater Titus. Er hat schon so vielen geholfen.“
Johannes Hörnemann

