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27. Juni 2022 - Bistum Münster

Kirchliche Statistik für 2021: Höchststand an Kirchenaustritten

Bischof Genn: Dank an alle, die sich in Kirche engagieren 

Die Zahl der Kirchenaustritte ist im Bistum Münster im Jahr 2021 auf einen historischen Höchststand gestiegen: 22.614 Katholiken erklärten ihren Austritt, das waren 9.916 mehr als im Vorjahr. Bisher hatte es im Jahr 2019 mit 16.654 Katholiken die höchste Zahl an Kirchenaustritten gegeben. 257 Personen, die sie früher einmal verlassen hatten, traten im Bistum Münster im vergangenen Jahr wieder in die katholische Kirche ein, hinzu kamen 105 Eintritte aus anderen christlichen Konfessionen. Wie die Bischöfliche Pressestelle am 27. Juni in Münster weiter mitteilte, wurden 2021 im Bistum 12.993 Menschen durch die Taufe in die Kirche aufgenommen, 3.189 mehr als 2020. Die aktuelle Katholikenzahl im Bistum lag Ende 2021 bei 1.763.393. Das sind rund 34.176 weniger als ein Jahr zuvor. Münster ist hinter dem Erzbistum Köln das zweitgrößte Bistum in Deutschland.

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Einen deutlichen Rückgang gab es im vergangenen Jahr im Bistum Münster auch bei den Menschen, die sonntags an der Messe teilnehmen. 2021 waren es 65.016 Katholiken und damit 24.046 weniger als im Vorjahr. Einen Anstieg gab es 2021 bei Firmungen (2021: 10.334; 2020: 8.099), Erstkommunionen (2021: 13.929; 2020: 11.428) und kirchlichen Trauungen (2021: 1.609; 2020: 903). Leicht gestiegen ist die Zahl der Bestattungen (2021: 19.559; 2020: 19.487).  

Der Bischof von Münster, Dr. Felix Genn, erklärt zu den Zahlen: 
„Es ist schön, dass nach der Pandemie die Feier der Sakramente wieder lebendiger geworden ist. Gleichwohl wirkt die Pandemie gerade bei den Gottesdienstbesuchern noch nach. Und natürlich haben vor allem gravierende Fehler kirchlicher Verantwortungsträger im Umgang mit sexuellem Missbrauch zu den hohen Kirchenaustrittszahlen beigetragen. Von daher bedauere ich es sehr, habe aber auch Verständnis dafür, dass viele Menschen mit der Institution Kirche nichts mehr zu tun haben wollen. 

Von daher gilt für mich das, was ich vor kurzem bereits im Zusammenhang mit der Veröffentlichung der Studie der WWU Münster zum Umgang mit sexuellem Missbrauch im Bistum Münster in einem Schreiben an die Haupt- und Ehrenamtlichen betont habe: Das, was viele engagierte Christinnen und Christen nur noch als übermächtige Institution, als erdrückende Struktur, als Amtskirche bezeichnen und wahrnehmen und erfahren, muss sich verändern. Viele von denen, die in der Kirche Verantwortung tragen, müssen ihre Haltung und ihr Verhalten ändern. 

Insgesamt müssen wir als kirchliche Verantwortungsträger – und da schließe ich mich selbst ausdrücklich ein –  Kirche in dieser Haltung leben: zugewandt, veränderungsbereit, lebendig, vielfältig, offen, dialogorientiert, im Dienst an den Menschen stehend, Gewalt, Unrecht und sexuellen Missbrauch bekämpfend. So verkünden wir die frohe und befreiende Botschaft Jesu Christi glaubhafter und überzeugender – in Wort und Tat. 

Dafür werde ich mich einsetzen. Und ausdrücklich danken möchte ich allen, die bei der Kirche bleiben. Mir ist sehr bewusst: Die Verantwortungsträger in der katholischen Kirche  – vielleicht auch ich persönlich –  haben es vielen engagierten Christinnen und Christen teilweise über Jahre oft schwer gemacht. Das muss sich ändern. 

Zugleich bleibt es für mich beeindruckend, wie viele Menschen sich trotz allem und nach wie vor aus einem tiefen Glauben heraus in der katholischen Kirche im Bistum Münster engagieren. Diesen Menschen möchte ich von Herzen danken für ihren Einsatz, für ihre Glaubenszeugnisse und dafür, dass sie nicht wie viele andere sagen: Mir reicht’s. Ich gehe.“ 

Die wichtigsten Zahlen für das Jahr 2021 aus dem Stadtdekanat Münster, aus den Kreisdekanaten und aus dem Offizialatsbezirk Oldenburg (in Klammern die Zahlen des Jahres 2020) finden sich in der folgenden Tabelle.