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03. Februar 2021

Herzstück der Liebfrauenschule wieder fertig

Alte Kapelle in Wohlfühlraum verwandelt

Mit großem Stolz präsentierte Ende Januar die Liebfrauenschule Vechta ihre neue Hauskapelle. Aus einem 1899 konzipierten Raum, der nach seiner letzten großen Umgestaltung 1953 einen nüchternen schweren Eindruck machte, ist etwas komplett Neues entstanden. Helles Holz, viel Licht und moderne Einrichtungen dominieren den 220 qm großen Raum. Und im Gegensatz zu seiner vorherigen Gestaltung als reiner Gottesdienstraum ist die neue Kapelle jetzt auch ein ansprechender Meditationsraum. 288.300 Euro hat das Bischöflich Münstersche Offizialat in die Baumaßnahme investiert.
2017 war die alte Kapelle geschlossen worden, im März 2020 hatten die Umbauarbeiten begonnen.

Blick in die neugestaltete KapelleGroßansicht öffnen

Der Altarbereich wird von einer großen Lamellenwand abgeschlossen.

Neben Ideengebern wie dem Theologen Dominik Blum waren auch die Schülerinnen eng in die Planung eingebunden, erzählte Andrea Kathmann, Fachgruppenleiterin Religion. Allein 15 Mal hatte unter ihrer Leitung die Kapellen-AG getagt. Herausgekommen ist ein Raumkonzept, dass die Kapelle zu einem lichtdurchfluteten „Wohlfühlraum und Rückzugsort“ werden lässt, wie Rabea Blum schwärmte. Sie sei dankbar, dass sie die Fertigstellung noch erlebe, meinte die Schülerin, die in wenigen Monaten ihr Abitur ablegt. Die Schulkapelle sei immer ein wichtiger Teil der Schule gewesen, sagte sie. „In den letzten Jahren haben wir sie sehr vermisst.“

Das Raumkonzept sieht eine Nutzung für verschiedene Gottesdienst- und Meditationsformen vor. Die dunklen Einbauten sind verschwunden, eine Wand zur Sakristei und der Teppichboden wurden entfernt. Stühle statt Bänke ermöglichen variable Aufstellungen. „Die Stühle haben wir mit 20.000 Euro aus Eigenmitteln finanziert“, sagte Schulleiter Johannes Funken. „Damit wollen wir zeigen, welchen Stellenwert die Kapelle für uns hat.“ Dominante Elemente sind jetzt an den Stirnseiten offene Lamellenwände aus Holz. Im Halbrund umfangen sie auf der einen Seite einen großen runden Meditationsteppich, auf der anderen Seite den Altarraum. Wer den Raum betritt, fühle sich von ihnen gleich umfasst, erklärte Architekt Martin Denzinger. Dass der in 1950er Jahren gestaltete Corpus jetzt ohne Kruzifix seine Arme über dem Altar ausbreitet, verstärkt den Eindruck. Und dass die Orgel hinter der Lamellenwand aufgestellt ist, gibt dem Raum mehr Weite. Für die Umsetzung dieser Ideen konnte Denzinger den Lohner Holzdesinger Thomas Wehage gewinnen.

Ihre gute Zusammenarbeit zeigt sich in vielen Details: Der Altarbereich steht jetzt ohne Podest auf gleicher Höhe mit dem gesamten Raum. „Der Altar zeigt in einem kleinen Spalt bunte Regenbogenfarben, der Ambo Flammen, die auf die Verkündigung hinweisen“, erklärte Denzinger. Der alte Tabernakel verbindet sich harmonisch mit einem schlichten Stahlsockel. Alle beteiligten Handwerker hätten tolle Arbeit geleistet, bekräftigte Denzinger.  

In den letzten Jahren hätten viele Schülerinnen nach der Kapelle gefragt, wusste Andrea Kathmann zu berichten. Schließlich sei sie das Herzstück der Schule. Jede Woche hat es hier ein bis zwei Gottesdienste gegeben, dazu an besonderen Feiertagen und für den Abi-Jahrgang einen am letzten Schultag vor den Prüfungen. „Wir wollten in dem Raum die Botschaft, dass Gott auf dem Weg ist, bildlich umsetzten“, erklärte sie. Besonders freut es sie, dass viele Überlegungen der Schülerinnen mit eingeflossen seien. So konnte hinter der linken Lamellenwand eine Meditationsbox realisiert werden. Einem Baumhaus ähnlich steht der nur wenige Quadratmeter große Kasten auf Stelzen an der Wand. Hier können ein- oder zwei Schülerinnen mit Blick in die Kapelle meditieren.

Die Kapelle sei ein Ort der Zuversicht, hier sollte es auch wieder ökumenische Gottesdienste geben, sagte die stellvertretende Schulleiterin Mechthild Hellbernd. Wann der Raum eingeweiht wird, steht noch nicht fest. „Aber es soll ein Fest werden“, wusste Andrea Kathmann.

Ludger Heuer, Schulstiftung St. Benedikt