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21. November 2022

„Harte, aber faire Gespräche“

Als Pilgerfahrt, deren Höhepunkt die Gottesdienste und das Gespräch mit Papst Franziskus waren, hat Münsters Bischof Dr. Felix Genn den Ad-limina-Besuch der deutschen Bischöfe in der vergangenen Woche erlebt. Zum Ende des knapp einwöchigen Aufenthalts in Rom zog Genn jetzt Bilanz. Er berichtete dabei von klaren Positionen und der Bereitschaft aller Beteiligten zur Synodalität.

Das Foto zeigt den Bischof von Münster, Dr. Felix GennGroßansicht öffnen

Dr. Felix Genn, Bischof von Münster.

Ad-limina-Besuche sind Besuche, die die Bischöfe eines bestimmten Landes etwa alle fünf Jahre dem Vatikan abstatten. „Der Besuch ist zunächst einmal eine Pilgerfahrt zu den Gräbern der Apostel Petrus und Paulus und den anderen Hauptkirchen von Rom“, erklärt Bischof Genn. Die Eucharistiefeier in diesen Kirchen sei zentraler Bestandteil der Tage.

Sehr bewegt habe ihn persönlich das stille Gebet am Grab des Apostels Paulus, der Patron des Bistums Münster ist. „Mit diesem Gebet habe ich unser Bistum seiner Fürsprache empfohlen und insbesondere um Berufungen gebetet“, erinnert sich der Bischof.

In der zweistündigen Begegnung mit dem Papst hätten die Bischöfe alle drängenden Themen zur Sprache gebracht. Vom Papst bekomme man dabei nie ein einfaches Ja oder Nein. Er habe unter anderem ausgeführt, dass zur Kirche und zu einer gesunden Synodalität Spannungen gehören. Eindringlich habe er den Bischöfen noch einmal seinen Brief zum Synodalen Weg der deutschen Kirche aus dem Jahr 2019 in Erinnerung gerufen.

Zu den in der deutschen Kirche diskutierten Fragen der Weihe für Frauen und des Zölibats habe sich der Papst klar positioniert. Erstere habe er als dogmatische, letztere als disziplinarische Frage bezeichnet. Das seien unterschiedliche Ebenen. Betont habe der Papst auch dabei aber die Bedeutung der Synodalität.

Neben dem Treffen mit dem Papst und den Gottesdiensten an den Wallfahrtsstätten gab es verschiedene Gespräche mit den Dikasterien (Ämter der römischen Kurie). „Die Begegnungen waren unterschiedlich, das Entscheidende war aber, dass sie uns und wir ihnen zugehört haben. Auch dabei kamen alle drängenden Themen zu Sprache“, sagt Genn.

Die Situation der Kirche in Deutschland und den Synodalen Weg nehme man in Rom aus Briefen und den Medien wahr und betrachte sie durchaus auch mit Sorge. „Diese Reserviertheit erfordert weitere Gespräche, das schadet aber auch nicht“, sagt Genn. Die jetzigen Gespräche seien „hart, aber von beiden Seiten fair“ gewesen. Gespräche in solcher Offenheit und Klarheit habe er sich bei früheren Ad-limina-Besuchen nicht vorstellen können. „Der Papst spricht oft von einem Erlernen der Synodalität“, sagt Genn, „das konnten wir im Austausch unter uns, mit dem Papst und der Kurie erleben.“