Das zeigt eine aktuelle Auswertung der deutschen Bistümer, die heute (18. Juni 2026) beim Forum Ministrantenpastoral in Wiesbaden vorgestellt wurde. Der Anteil weiblicher Ministrantinnen liegt bundesweit bei rund 54 Prozent. Für das Oldenburger Land nahm Mara Timmermann, Referentin für Messdienerinnen und Messdiener auf dem BDKJ-Jugendhof, an der Konferenz teil.
In der katholischen Kirche im Oldenburger Land wurden 4.102 Messdienerinnen und Messdiener gemeldet, davon 2.152 weiblich und 1.950 männlich. „Die Zahl von 4.102 Messdienern ist eine wichtige Orientierung“, erklärt Mara Timmermann, Messdienerreferentin auf dem BDKJ-Jugendhof. Sie sage aber nur wenig darüber aus, was Messdienersein vor Ort tatsächlich ausmacht. Das Maskottchen der Ministranten im Oldenburger Land ist ein Messdiener im Superman-Outfit. „In meinem ersten Jahr als Referentin durfte ich viele Supermessdienerinnen und Supermessdiener treffen.“ Sie habe viele engagierte Gruppenleitungen kennengelernt und erlebt, mit wie viel Zeit, Herzblut und Freude sie Kinder und Jugendliche begleiten. „Genau dieses Engagement ist das Fundament einer lebendigen Messdienerarbeit und das lässt sich nicht in Zahlen ausdrücken.“
„Die Ministrantinnen und Ministranten gehören zu einer der stärksten und sichtbarsten Formen kirchlicher Jugendarbeit in Deutschland“, erklärt Weihbischof Johannes Wübbe (Osnabrück), Vorsitzender der Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz. „Wer ministriert, weiß nicht nur um Abläufe von Gottesdiensten. Junge Menschen gestalten ihr religiöses Leben aktiv und machen dabei ganz eigene Glaubenserfahrungen. Das ist Jugendpastoral im besten Sinn: nah an den jungen Menschen und verbunden mit dem Leben der Kirche vor Ort.“ Die Zahlen wurden beim Forum Ministrantenpastoral vorgestellt, das vom 16. bis 18. Juni 2026 von der Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz (afj) veranstaltet wurde. Rund 60 Fachleute aus den deutschen Bistümern sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Ausbildung und pastoraler Praxis berieten über die Zukunft der Ministrantenpastoral.
Die Auswertung zeigt, dass der Ministrantendienst trotz rückläufiger katholischer Jugendjahrgänge einer der größten Orte kirchlicher Jugendpastoral bleibt. Aktuelle Ergebnisse der 6. Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung (KMU) weisen gleichzeitig darauf hin, dass Ministrantenerfahrungen innerhalb katholischer Glaubensbiografien junger Menschen an Bedeutung gewinnen. Unter den 14- bis 21-jährigen westdeutschen Katholikinnen und Katholiken mit Erstkommunion- oder Firmungserfahrung geben 47 Prozent an, selbst Ministrantin oder Ministrant gewesen zu sein. In den älteren Generationen ist dieser Anteil deutlich niedriger.
Ein Schwerpunkt des Forums Ministrantenpastoral war die Frage, wie junge Menschen in einer sich wandelnden kirchlichen Wirklichkeit erreicht werden können. Dabei wurde auch die wachsende Bedeutung mehrsprachiger und international geprägter Ministrantengruppen deutlich. Zudem berieten die Teilnehmenden über die Unterstützung ehrenamtlicher Gruppenleiterinnen und Gruppenleiter sowie über zeitgemäße Formen liturgischer Bildung. Die Ergebnisse der Ministrantenzählung sollen weiter ausgewertet und die Vernetzung der Bistümer soll gestärkt werden. Auch die Beteiligung von Ministrantinnen und Ministranten an zukünftigen Entwicklungsprozessen soll weiter ausgebaut werden.
Johannes Hörnemann auf Basis einer Pressemitteilung der Deutschen Bischofskonferenz

