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Reliquie eines unbekannten Heiligen

12. Oktober 2026 - Oldenburg / Vechta

150 Jahre St.-Peter-Kirche Oldenburg

Blick in die gefüllte St.-Peter-KircheGroßansicht öffnen

Viele Menschen feierten den 150. Geburtstag der St.-Peter-Kirche in Oldenburg mit.

Foto des predigenden Weihbischofs TheisingGroßansicht öffnen

Weihbischof Wilfried Theising predigte im Festgottesdienst.

Oldenburg, 12. Oktober; Mit einem festlichen Gottesdienst, vielen Gästen und einem anschließenden Empfang im Forum St. Peter wurde am Sonntag (11.10.) in Oldenburg das 150-jährige Bestehen der St. Peter-Kirche zu Oldenburg gefeiert. Im Rahmen der Eucharistiefeier wurden Reliquien in den Hochaltar eingesetzt, die zur Sanierung entnommen worden waren. 

Zwischen 1873 und 1876 entstand in der Peterstraße die katholische Pfarrkirche St. Peter. Es sei ein Privileg, dass der Oldenburger Herzog den Bau genehmigt habe. „Der hohe Turm überstrahlt die Stadt“, stellte Pfarrer Johannes Arntz in der Begrüßung fest. St. Peter sei der erste bedeutende katholische Kirchenbau in Oldenburg gewesen, sagte der Pfarrer von St. Willehad.

„Wenn wir Kirchweih feiern, werden wir immer daran erinnert, dass der eigentliche Tempel Gottes wir Menschen sind,“ erklärte Weihbischof Wilfried Theising zu Beginn des Gottesdienstes. „Wenn mir ein Mitmensch begegnet, begegnet mir immer auch Gott“, ergänzte er. Zum 150-jährigen Jubiläum bezieht sich Weihbischof Wilfried Theising in seiner Festpredigt auf das Tagesevangelium. Das Gleichnis vom Hochzeitsmahl beschreibt, wie ein König ein Hochzeitsfest für seinen Sohn plante. Viele Gäste lehnten die Einladung ab, so dass der König die Einwohner der Straßen einlud. Theising führte das einem Blick auf „uns Menschen in der Gemeinde.“ „Jesus lädt uns ja ein. Nehmen wir das bewusst wahr? Sind wir dankbar für seine Einladung?“ fragte er. Theising brachte das Gleichnis in Verbindung zur Konzeption des Kirchengebäudes. Die Architektur des Gotteshauses mitten in der Stadt greift diesen Gedanken auf: Sie zeigt zur Straße hin und zur Öffentlichkeit. Es sei wunderbar, „wir sind mitten in der Stadt“, sagte er. Die Kirche stehe damit allen Menschen offen. „Gott will uns nicht ausschließen", betonte Weihbischof Theising. 

Nach der Predigt setzten Theising und Arntz die beiden Reliquien wieder in den Hochaltar ein. Diese wurden bei den Restaurierungsarbeiten entdeckt und gesichert. In der Zwischenzeit hat eine Restauratorin den Fund untersucht und Anstrengungen unternommen, die beigelegten Dokumente zu sichern und auszuwerten. Klar sei, dass es sich um Reliquien eines namentlich nicht bekannten heiliggesprochenen Märtyrers handele und „einer gewissen Jungfrau und Märtyerin aus der Gesellschaft der heiligen Ursula“, zitierte Theising aus der entsprechenden Urkunde. Leider sei die Stelle im Dokument, in dem der damalige Bischof von Münster Johann Bernhard Brinkmann den Heiligennamen beurkundete, durch einen Falzverlust zerstört. Neben der Urkunde aus dem 19. Jahrhundert gibt es jetzt ein neues Dokument. Darin sind die Geschichte der Reliquien und die Vorgänge der letzten Monate verzeichnet. Dokumente und Reliquien befinden sich in einem versiegelten Metallkästchen, dem Reliquiar, im Hochaltar der Kirche.

Kirchenmusiker Manuel Uhing gestaltete den Gottesdienst gemeinsam mit dem Vokalensemble St. Willehad und Ching-Yi Ho an der Querflöte musikalisch.

Zur Peterkirche

Der Neubau ersetzte 1876 die zu klein gewordene erste nachreformatorische katholische Kirche Oldenburgs am Julius-Mosen-Platz unter gleichem Patrozinium. Der achteckige Spitzhelm datiert aus dem Jahr 1973. Er folgte auf den deutlich höheren Helm, der bei einem Orkan am 13. November 1972 auf das Kirchendach stürzte. 2025 wurde St. Peter nach umfassenden Sanierungsarbeiten wieder eröffnet. Dabei wurde die ursprüngliche Form der Wegekirche wieder hergestellt. Große Glastüren ermöglichen Passanten jederzeit einen Blick auf das Allerheiligste.

Johannes Hörnemann