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Katholische Kirche investiert in Urlauberseelsorge

02. Juni 2017 - Wangerooge, Vechta

Haus Ansgar auf Wangerooge wird ab September saniert

Seit gut 50 Jahren befindet sich das Haus Ansgar auf Wangerooge im Besitz der katholischen Kirchengemeinde St. Willehad. Sie nutzt das 1922 als Wohn- und Logierhaus errichtete Gebäude als Pfarrbüro und Gästehaus für Exerzitien. Im Sommer schlafen hier die Ehrenamtlichen, die sich mit Pfarrer Egbert Schlotmann als Urlauberseelsorger für einige Wochen um Touristen kümmern. Die Bausubstanz und Ausstattung von Haus Ansgar ist inzwischen in die Jahre gekommen. Das Haus muss saniert werden, auch eine Erweiterung ist geplant. Die gesamte Baumaßnahme wird ca. 2,2 Millionen Euro kosten. Die Arbeiten, die auch von der politischen Gemeinde begrüßt werden, beginnen im September. „Wir freuen uns sehr auf attraktive neue Räume für Pfarrei, Urlauber und die Exerzitienarbeit“, sagt Pfarrer Schlotmann.

Haus AnsgarGroßansicht öffnen

v.l. Ursula Pohler und Thekla Dickebohm vom Kirchenausschuss, BMO-Architekt Christian Herzog, Bauleiter Bernd Kampling und Pfarrer Egbert Schlotmann mit Plänen vor dem Haus Ansgar.

WanduntersuchungGroßansicht öffnen

Wanduntersuchung

Begutachtung der MöbelGroßansicht öffnen

Tischler Thomas Wehage begutachtet mit Ursula Pohler, Pfarrer Schlotmann und Thekla Dickebohm die alten Möbel im Haus.

Gespräch mit dem StatikerGroßansicht öffnen

Bauleiter Bernd Kampling (l.) und BMO-Architekt Christian Herzog (r.) im Gespräch mit dem Statiker Heino Hinrichs.

BodenuntersuchungGroßansicht öffnen

Pfarrer Schlotmann schuat bei der Bodenuntersuchung zu.

„Die große Herausforderung liegt darin, Haus Ansgar so zu sanieren und umzubauen, dass der ursprüngliche Charakter nicht verloren geht und dennoch ein modernes Gebäude für die Kirchengemeinde entsteht“, sagt Christian Herzog, der als Architekt des Bischöflich Münsterschen Offizialats die Umbaupläne erstellt. Die Bauleitung hat der Oldenburger Architekt Bernd Kampling.

Der Umbau beinhaltet die komplette energetische Sanierung, die Verbesserung des Brandschutzes und eine allgemeine Barrierefreiheit. Im Erdgeschoss wird das Gebäude um einen transparenten Anbau erweitert. Auf 50m² soll hier eine Katholische Öffentliche Bücherei eingerichtet werden. Das Foyer mit Kamin als zentraler Treffpunkt bleibt wie die Gruppenräume, das Büro der Kirchengemeinde und der Speisesaal mit Selbstversorgerküche bestehen. In den drei Obergeschossen sind 15 Schlafräume mit Nasszellen (zehn EZ, fünf DZ) untergebracht. Ein Zimmer wird behindertengerecht umgebaut. Im Dachgeschoss befindet sich ein Meditationsraum für Exerzitien. Nach dem Umbau beträgt die Nutzfläche des Gebäudes 700 m².

In die geplanten Baukosten von 2.255.000 Euro sind die Ausstattung, Außenanlagen, Planungskosten und ein Inselzuschlag eingerechnet, sagt Herzog. Mit 712.000 Euro muss die Kirchengemeinde St. Willehad knapp ein Drittel der Kosten aufbringen. 1.543.000 Euro schießt das Bischöflich Münstersche Offizialat nach einem Beschluss des Kirchensteuerrats an seine einzige Inselgemeinde zu. Der Anteil von St. Willehad wird sich aber reduzieren, denn für den Büchereianbau sind beträchtliche Landesfördermittel beantragt und bereits grundsätzlich bewilligt. Für Umbaumaßnahmen zur Barrierefreiheit läuft ein Förderantrag über die LEADER Region Wattenmeer-Achter, für die energetischen Maßnahmen sollen EU-Fördermittel beantragt werden. Der erste positive Förderbescheid über 25.000 Euro durch den Hamburger Verein „Andere Zeiten“ ist schon eingegangen. Was übrigbleibt, muss die Kirchengemeinde aus Eigenmitteln finanzieren. Einen Spendenaufruf hat sie hierzu bereits veröffentlicht (www.st-willehad.de/haus-ansgar).

Wenn alles nach Plan läuft, kann das neue Haus Ansgar zum Sommer 2018 eröffnet werden, zeigt sich Pfarrer Egbert Schlotmann als Bauherr zuversichtlich.

Ludger Heuer