Bereits zum vierten Mal lädt das Bischöflich Münstersche Offizialat (BMO) in diesem Jahr im Rahmen des 16. Deutschen Orgeltags zu einer Orgelexkursion ein. Am Samstag, den 12. September 2026 können Orgelbegeisterte dabei Weltkulturerbe hautnah erleben. Seit 2017 gehören Orgelbau und Orgelmusik in Deutschland zum immateriellen Weltkulturerbe der UNESCO. Und auch das Oldenburger Land verfügt über eine faszinierende und vielfältige Orgellandschaft.
In diesem Jahr führt der Weg der Orgelexkursion nach Oldenburg und ins Ammerland, wo vier ganz unterschiedliche Instrument besichtigt und vorgestellt werden. Die ganztägige Fahrt beginnt und endet am BMO in Vechta, Bahnhofstraße 6. Genaue Zeiten gibt es mit der Online-Anmeldung.
Im Kostenbeitrag in Höhe von 10 Euro sind Getränke und ein Imbiss enthalten. Diesen bitte auf das Konto des BMO überweisen: IBAN: DE75 4006 0265 0003 0007 00.
An allen vier Orten werden die Kirchenorgeln mit einem kurzen Konzert vorgestellt. Daneben gibt es einige Informationen zu Kirche und Instrument. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer können im Anschluss die Orgeln aus der Nähe erkunden und selbst ausprobieren.
Die Orgelexkursion ist für alle Interessierten gedacht, sowohl für Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker als auch für technisch an der Königin der Instrumente Interessierte. Das BMO lädt ein, selbstorganisiert die Rundreise anzutreten. Gerne helfen die Orgelsachverständigen Kirchenmusikdirektor Thorsten Konigorski und Kirchenmusiker Dr. Gabriel Isenberg bei der Vermittlung von Fahrgemeinschaften. Mitfahrgelegenheiten stehen in begrenzter Anzahl zur Verfügung. Diese starten um 8.45 Uhr in Vechta und kehren gegen 18.00 Uhr dorthin zurück.
Onlineanmeldung
Zur Planung der Exkursion und des Mittagessens ist eine Anmeldung erforderlich: www.kkol.de/orgelexkursion2026
Rückfragen beantworten Thorsten Konigorski (thorsten.konigorski@bmo-vechta.de) und Dr. Gabriel Isenberg (gabriel.isenberg@kkol.de)
Details zu den vorgestellten Orgeln:
10:00 Uhr | Oldenburg-Bloherfelde, ev. Kirche
Die 1999 von Bartelt Immer (Norden) erbaute Orgel ist im Stil des norddeutschen Orgelbarock konzipiert, fügt sich aber in ihrer zeitgenössischen optischen Gestaltung gut in den modernen Kirchenraum ein. Für die musikalische Gestaltung standen die Instrumente Arp Schnitgers in Grasberg (1694) und Norden (1692) Pate.
11:30 Uhr | Oldenburg, St. Peter
Die große Orgel in der frisch renovierten St.-Peter-Kirche im Zentrum von Oldenburg vereint mehrere Bauschichten miteinander: Die ältesten Pfeifen stammen noch aus dem 19. Jahrhundert, 19 Register sind aus der Anton-Feith-Orgel von 1937 erhalten. In ihrer heutigen Form geht die Orgel auf den Neubau durch die Orgelbauwerkstatt Siegfried Sauer (Höxter) aus dem Jahr 1974 zurück, der 1994 um acht Register auf insgesamt 42 Stimmen erweitert wurde. Im Zuge der Kirchenrenovierung erfolgte 2024/25 eine Grundsanierung durch Rudolf von Beckerath Orgelbau (Hamburg).
14:30 Uhr | Bad Zwischenahn, St. Marien
Die Orgel in der katholischen Kirche Bad Zwischenahn steht erst seit Ende des letzten Jahres an ihrem jetzigen Ort. Sie wurde 1977 von Klaus Becker (Kupfermühle) für die Heilig-Geist-Kirche Großhansdorf bei Hamburg gebaut und 1987 um das Pedalwerk erweitert. Nach der Profanierung der Großhansdorfer Kirche kam die Orgel nach einer Generalüberholung durch Kurt Quathamer (Bordesholm) nach Bad Zwischenahn, wo sie am 21. November 2025 eingeweiht wurde.
16:00 Uhr | Wiefelstede, St. Johannes
Die Christian-Vater-Orgel in Wiefelstede gehört zu den herausragenden historischen Orgeln des Ammerlands. Sie wurde 1730/31 von dem Arp-Schnitger-Schüler Christian Vater aus Hannover erbaut – aus dieser Zeit sind neben dem Gehäuse noch acht Register erhalten. Im Laufe der Jahrhunderte erfuhr die Orgel mehrfach durchgreifende Veränderungen, vor allem 1862 durch Johann Claussen Schmid (Oldenburg) und 1935 durch Alfred Führer (Wilhelmshaven). Die erste Restaurierung erfolgte 1982 durch Alfred Führer. Eine grundlegende Restaurierung und Rekonstruktion der verlorenen gegangenen Bestandteile mit historischen Fertigungstechniken (z. B. Gießen der Pfeifenbleche auf Sand) nahm schließlich der niederländische Orgelbauer Henk van Eeken (Herwijnen) in den Jahren 2011–14 vor.
Thorsten Konigorski
