Rundfunkgottesdienst aus der Pfarrkirche St. Catharina in Dinklage
Dinklage, 27. September 2026. Live übertrug am Sonntag der NDR den Gemeindegottesdienst aus Dinklage über die Sender NDR1 und WDR5. Vor der Pfarrkirche St. Catharina stand schon am Vorabend für Aufbau und Generalprobe gut sichtbar der NDR-Übertragungswagen. Bis zu 300.000 Menschen feierten den Gottesdienst live zu Hause oder im Auto mit. Zelebrant war Pfarrer Monsignore André Ciszewski. Die Chorgemeinschaft St. Catharina übernahm die musikalische Gestaltung unter der Leitung von Organistin Elisabeth Lefken. Lesung und Fürbitten trug Larissa Dödtmann vor.
In seiner Predigt nahm Monsignore Ciszewski Kardinal Clemens August Graf von Galen in den Blick. St. Catharina ist die Taufkirche des späteren berühmten Bischofs von Münster: Hier empfing von Galen die erste heilige Kommunion und die Firmung, hier feierte er als Neupriester seine erste heilige Messe, und als Bischof kehrte er immer wieder gern an diesen Ort zurück. Ciszewski erinnerte daran, dass in dieser Pfarrkirche – und inmitten seiner Familie auf Burg Dinklage – der Grund gelegt worden sei für von Galens mutiges Zeugnis. "Wenn wir in seiner Heimatgemeinde in diesem Jahr den 80. Todestag des 'Löwen von Münster' begehen, erinnern wir nicht nur an einen großen Mann der jüngeren Geschichte, sondern an einen Menschen, dessen Weg als Christ hier in unserer Mitte begonnen hat", sagte Ciszewski. Taufe, Erstkommunion und Firmung hätten ein tiefes, treues Ja gegründet und gefestigt – ein Ja zu Gott und zum Menschen.
Besonders eindringlich erinnerte der Prediger an von Galens prophetischen Mut im Sommer 1941, als der Kardinal in seinen berühmten Predigten öffentlich seine Stimme erhob gegen die Ermordung von Menschen mit Behinderungen im Rahmen der sogenannten „Aktion T4". Dieses Ja Gottes zu jedem Menschen habe von Galen konsequent erinnert und verteidigt, betonte Ciszewski. Gerade in einer Zeit gesellschaftlicher und politischer Umbrüche, in der Parolen und Gesten an das finsterste Kapitel deutscher Geschichte erinnerten, sei es mehr als angebracht, sich an den Mut und die Festigkeit des seligen Clemens August zu erinnern. "Für ihn war das Leben jedes Menschen von Gott her heilig und unantastbar, gerade das Leben der Kleinen und Verwundbarsten, der Verfolgten und Hilfsbedürftigen", so Ciszewski. Das Erbe des Kardinals – seine tiefe Verwurzelung im Glauben, sein prophetisches Zeugnis und seine Liebe zur Heimat, die unvereinbar gewesen sei mit der Verachtung von Menschen anderer Herkunft – sei Vermächtnis und Auftrag, gerade hier in Dinklage.
Eng verbunden ist das Wirken des Kardinals mit dem Kreuzkampf. Der Widerstand der Bevölkerung gegen das NS-Regime war vor 90 Jahren ein eindrucksvolles Glaubenszeugnis. Daran erinnern die katholische Kirche sowie die Landkreis Vechta und Cloppenburg und die Stadt Cloppenburg mit der Aktion „Kreuz zeigen, weil Gesellschaft Haltung braucht.“ Der Predigttext ist im Internet abrufbar unter www.radiokirche.de.
Johannes Hörnemann
