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1050 Schülerinnen und Schüler zeigen Kreuz

03. September 2026

Erinnerung an Kreuzkampf 1936: Mehr als Gedenken – Auftrag für die Gegenwart

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Mit der Wallfahrt von Cloppenburg nach Bethen setzten sich die Klassen aus Vechta, Cloppenburg und Oldenburg damit auseinander, dass Gesellschaft Haltung braucht.

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1050 Schülerinnen und Schüler zeigen Kreuz in Erinnerung an den Kreuzkampf 1936 und als Appell für die Gegenwart.

Cloppenburg/Bethen, Oldenburger Münsterland, 2. September: Mit einer großen Wallfahrt erinnerten heute rund 1050 Schülerinnen und Schüler der katholischen Schulen im Oldenburger Land mit ihren Lehrkräften an den Kreuzkampf im Oldenburger Münsterland. Die Klassen der Liebfrauenschulen in Vechta, Cloppenburg und Oldenburg, des Kollegs St. Thomas, der BBS Marienhain, der Ludgerus-Schule in Vechta sowie der Paulus-Schule in Oldenburg starteten mit dem Ziel Bethen an der Münsterlandhalle in Cloppenburg.  

„Am 25. November 1936 kamen Tausende Menschen in dieser Münsterlandhalle zusammen“, erklärte Anja Heckmann-Hollmann vom Referat Schule im Bischöflich Münsterschen Offizialat. Sie hatten nicht schweigen und die Vorgaben hinnehmen wollen, ergänzte sie. 1936 wurde per Erlass bestimmt, dass Kreuze und religiöse Zeichen aus Schulen und öffentlichen Einrichtungen zu entfernen seien. Die Menschen setzten sich friedlich zur Wehr und sorgten dafür, dass der Erlass zurückgenommen wurde. „Das war kein Kampf mit Waffen. Es war ein Kampf darum, wofür man steht“, formulierte Heckmann-Hollmann. „Lasst uns Menschen mit Haltung sein“, rief sie auf. „Menschen, die ihr Kreuz nicht verstecken, sondern durch ihr Leben zeigen, wofür sie stehen“, ermutigte sie.

Nach der Eröffnung setzte sich die Pilgergruppe in Bewegung. Der Weg führte sie zunächst durch die Innenstadt und dann durch das Cloppenburger Museumsdorf. An der dortigen Station empfing sie Museumsdirektor Dr. Torsten Müller. Anhand eines Experiments verdeutlichte er, dass die Schülerinnen und Schüler jeden Tag Freiheiten genießen, „die für euch so selbstverständlich sind wie die Luft zum Atmen“, betonte er. Dieser Zustand sei nicht selbstverständlich. „Das ist Demokratie.“ Im November 1936 erlebten die Menschen stattdessen Tyrannei, erklärte er. Die Machthaber erließen den Kreuzerlass. „Sie wollten den Glauben auslöschen, um ihn durch blinden Gehorsam zu ersetzen“, schilderte der Historiker. „Die Machthaber glaubten, die Menschen würden kuschen und die Angst sei größer als die Haltung. Aber sie haben sich geirrt“, führte er in Erinnerung an den Volksaufstand aus.

Die Gruppe setzte ihre Wallfahrt in Richtung Bethen fort. Nach einer weiteren Station am St.-Vincenz-Haus erreichten sie nach insgesamt rund vier Kilometern die Basilika in Bethen. Dort feierten die Wallfahrenden mit Unterstützung des Blasorchesters Füchtel einen feierlichen Gottesdienst. 

In seiner Predigt verknüpfte der Weihbischof das historische Gedenken an den Kreuzkampf mit einem Appell an die junge Generation. Die Schulwallfahrt sei bewusst nicht als reine Gedenkveranstaltung gestaltet worden, erklärte er. Sie sei auch eine Einladung. „Das Wichtigste, was ihr habt, ist euer Verstand: dass ihr über das Leben nachdenkt und die Dinge, die ihr erfahrt, überdenkt“, predigte Theising und empfahl, nicht alles als selbstverständlich und normal hinzunehmen. Mit Blick auf die biblische Figur Abram ermutigte der Weihbischof die Jugendlichen, ihre Talente nicht nur für sich selbst, sondern für die Gemeinschaft einzusetzen – denn wer seine Gaben teile, werde dadurch nicht ärmer, sondern gewinne Glück, Freude und Gemeinschaft.

Nach der Eucharistiefeier versorgte der Malteser Hilfsdienst Vechta die hungrige Schar aus seiner mobilen Küche. Die Ehrenamtlichen gaben große Mengen Nudeln mit Hackfleischsoße aus. Auf dem Gelände kamen die Gruppen miteinander ins Gespräch und ließen den Tag gemeinsam ausklingen, bevor die Busse sie zurück zu ihren Schulen brachten.

Die Veranstaltung findet statt im Rahmen der Veranstaltungsreihe “Kreuz zeigen, weil Gesellschaft Haltung braucht.” Damit erinnern die katholische Kirche im Oldenburger Land, die Landkreise Cloppenburg und Vechta sowie die Stadt Cloppenburg an den Kreuzkampf mit dem sich die Menschen im Oldenburger Münsterland 1936 gegen das NS-Regime wehrten und für ihren Glauben einsetzten. 

Johannes Hörnemann