Bischöflich Münstersches Offizialat
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Improperien (Gregorianisches Repertoire)

Der Karfreitag nimmt in der katholischen Liturgie eine besondere Rolle ein. Obwohl im Jahresablauf in unterschiedlichen Stationen das ganze Leben Jesu nachvollzogen wird, versteht sich dennoch alle Liturgie immer aus der nachösterlichen Perspektive. Und doch gilt im liturgischen Heute des Karfreitags: der Mensch Jesus stirbt, er stirbt wirklich. Daher weist die Karfreitagsliturgie einige Besonderheiten auf, die an anderen Tagen nicht gelten. An diesem Tag feiert die Kirche keine Eucharistiefeier. Das „ewige Licht“ brennt nicht.

Ähnlich außergewöhnlich ist auch der traditionelle, seit dem 9. Jahrhundert zur Kreuzverehrung erklingende Gesang: die Improperien. Ein imaginierter Dialog zwischen Gott und seinem Volk. Hier ist es anders, als in vielen ähnlichen Dialog-Gesängen, in denen sich das Volk Gottes an den Herrn mit der Bitte um Gnade wendet. Beispielsweise singt das Volk Gottes in den Adventsbitten: „Zürne nicht länger, Herr, nicht länger gedenke unserer Missetaten … Sieh an, Herr, die Betrübnis deines Volkes!“, um in der Folge die Hoffnung erweckende Antwort des Herrn zu erhalten: „Bald wird kommen dein Heil. Ich werde dich retten, fürchte dich nicht. Denn ich bin der Herr, dein Gott.“

Am Karfreitag aber ist es genau andersherum. Hier werden dem Herrn Vorwürfe (der Name Improperien kommt von lat. probum, svw. Vorwurf, Schelte) in den Mund gelegt: „Mein Volk, was habe ich dir getan, womit nur habe ich dich betrübt? Antworte mir! Aus der Knechtschaft Ägyptens habe ich dich herausgeführt. Ich habe dich mit Manna gespeist und dich hineingeführt in das Land der Verheißung. Du aber bereitest das Kreuz deinem Erlöser. … Was hätte ich dir mehr tun sollen und tat es nicht? Als meinen erlesenen Weinberg pflanzte ich dich, du aber brachtest mir bittere Trauben, du hast mich in meinem Durst mit Essig getränkt und mit der Lanze deinem Erlöser die Seite durchstoßen.“

Und dem Volk Gottes bleibt nichts anderes, als das Erbarmen des heiligen Gottes anzurufen, dreimalig (Trishagion), und feierlich auf lateinisch und griechisch: „Heiliger Gott! Heiliger starker Gott! Heiliger Unsterblicher, erbarm dich unser!“ 

Autor

Vorgestellt am 10. April von Thorsten Konigorski

Ein Stück im Rahmen der Serie "Kirchenmusik - Jetzt erst recht

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Thorsten Konigorski

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