Bischöflich Münstersches Offizialat
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Symbolbild, Kirchenmusik

Kirchenmusik - jetzt erst recht

Suscepit Israel

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Johann Sebastian Bach (1685-1750), Magnificat, hier: „Suscepit Israel“

Das Magnificat, der Lobgesang Mariens („Meine Seele preist die Größe des Herrn“) ist das Canticum, die neutestamentarische Lesung, einer jeden Vesper. Es stellt den Höhepunkt des Abendgebets der Kirche dar, und gehört zu denjenigen Marientexten, die in der Musikgeschichte am häufigsten vertont wurden. Johann Sebastian Bach komponierte sein „Magnificat“ wahrscheinlich im Jahr 1723 –  und das für den Protestanten Bach ungewöhnlicherweise in lateinischen Sprache. Die Musik ist dem Text angemessen feierlich, der fünfstimmige Chor wird ergänzt durch nicht weniger als 3 Trompeten und Pauken, Querflöten, Oboen und Streichern.

Der hier gewählte Ausschnitt ist jedoch eher introvertiert. Der zugrundeliegende Text „Suscepit Israel“ heißt auf Deutsch svw.: „Er nimmt sich seines Knechtes Israel an und denkt an sein Erbarmen“. Er ist lediglich besetzt mit drei Singstimmen (2 Sopräne + Alt) und einer Oboenstimme. Das Besondere daran: über dem engen, auf einander bezugnehmenden polyphonen Geflecht der Singstimmen intoniert die Oboe in langen ruhigen Noten eine besondere Melodie: den sogenannte „Tonus peregrinus“, das ist derjenige Psalmton, in dem seit jeher das deutsche Magnifikat gesungen wird. Wir finden ihn im aktuellen Gotteslob unter der Nummer 631, 4. Bach schafft damit einen Anker innerhalb der Feierlichkeit des lateinischen Textes mit seinem globalen Anspruch, eine Wiedererkennungsmöglichkeit in der muttersprachlichen Liturgie seiner Zeit.

Autor

Vorgestellt am Dienstag, 5. Mai, von Thorsten Konigorski.

Ein Stück im Rahmen der Serie "Kirchenmusik - Jetzt erst recht

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Thorsten Konigorski

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