Bischöflich Münstersches Offizialat
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Symbolbild, Kirchenmusik

Kirchenmusik - jetzt erst recht

Salve Regina

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Francis Poulenc (1899-1963), Salve Regina (aus „Dialogues Des Carmelites“)

Das „Salve Regina“ gehört als Marien-Antiphon in die „Zeit im Jahreskreis“. Sie wird also außerhalb der „geprägten Zeiten“ wie Weihnachts- oder Osterzeit mit den ihnen jeweils vorgelagerten Vorbereitungszeiten gesungen. Dabei ist der Text diese Antiphon durchaus aus der Perspektive einer Notlage geschrieben: „… zu dir seufzen wir trauernd und weinend …“.

Eine der eindrücklichsten mir bekannten Vertonungen dieser Antiphon ist der hier gewählte Schlusssatz aus Francis Poulencs Bühnenstück „Dialogues des Carmélites“. Keine liturgische Kirchenmusik, aber ein Beispiel dafür, wie liturgische Stücke jenseits des Kirchenraums rezipiert werden, komponiert von einem Komponisten, der sich bewusst dem katholischen Glauben zuwandte und dessen wichtigste Werke kirchenmusikalische Kompositionen sind.

Dem Stück zugrunde liegt der Stoff einer Novelle der Schriftstellerin Gertrud von le Fort, die eine wahre Begebenheit berichtet: Am 17. Juli 1794 wurden während der Französischen Revolution 16 Karmeliterinnen mit der Guillotine hingerichtet, weil sie nicht bereit waren, ihre Gelübde zu brechen. Vor ihrer Hinrichtung erneuerten sie gemeinsam ihre Profess. Im Bühnenstück singen sie während der Hinrichtung gemeinsam das „Salve Regina“ – mit den einkomponierten Schlägen des Fallbeils  – eine Zuspitzung, die den Inhalt der Antiphon und den dahinterstehenden Glauben mit einer ungekannten Drastik verdeutlicht.

Autor

Vorgestellt am Dienstag, 12. Mai, von Thorsten Konigorski.

Ein Stück im Rahmen der Serie "Kirchenmusik - Jetzt erst recht

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Thorsten Konigorski

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49377 Vechta