Bischöflich Münstersches Offizialat
Für die Katholische Kirche im Oldenburger Land

Navigationsmenüs (Bischöflich Münstersches Offizialat)

Symbolbild, Kirchenmusik

Kirchenmusik - jetzt erst recht

Rosenkranzsonate

Link zu Youtube

Ignaz Franz Biber (1644 - 1704), Rosenkranzsonate XI: Die Auferstehung II. Surrexit Christus hodie

Ignaz Franz Bibers Zyklus von 15 Sonaten für Violine und Basso Continuo wird, angeregt durch eigens für die Notenpublikation hergestellte und den Sonaten zugeordnete Kupferstiche, den 15 Gesätzen der drei in der katholischen Tradition bekannten Rosenkränze zugeordnet. Beginnend mit der „Verkündigung“ aus dem freudenreichen, über die einzelnen Gesätze des schmerzhaften, bis hin zu zur „Krönung Mariens“ am Ende des glorreichen Rosenkranzes beleuchtet Biber musikalisch Stationen aus dem Leben Jesu und Mariens – und bedient sich dabei meisterhaft der musikalischen Affektenlehre seiner Zeit.

Spieltechnisch sind die Sonaten dabei äußerst anspruchsvoll, gibt er doch in 14 der Sonaten Anweisungen, wie die Saiten der Violine abweichend von der Normalstimmung in Quinten zu stimmen sind („Skordatur“).

Das vorliegende Beispiel, der zweite Satz der Sonate zur Auferstehung Christi, ist ein Variationssatz („Chaconne“) über eine stetig wiederkehrende Melodie, die dem in der katholischen Welt damals bekannten Choral „Surrexit Christus hodie“ entnommen ist.  Ein sich entfaltender, hymnisch-feierlicher Osterjubel.

Biber schreibt hier eine einzigartige und originelle Skordatur vor: die Geige wird in zwei Oktaven (g-g und d-d) gestimmt, zusätzlich ist eine Vertauschung der mittleren beiden Saiten erforderlich. Das führt dazu, daß die Choralmelodie in einer für eine Sologeige ungewohnten Gravität vorgetragen werden kann. Außerdem enthält die Skordatur eine optische Programmatik: durch die Überkreuzung der Saiten sowohl im Wirbelkasten als auch zwischen Steg und Saitenhalter wird das Kreuz offen sichtbar: der gekreuzigte Christus erstand von den Toten.

Autor

Vorgestellt am Freitag, 15. Mai, von Thorsten Konigorski.

Ein Stück im Rahmen der Serie "Kirchenmusik - Jetzt erst recht

Kontakt

Foto von Thorsten Konigorski
Thorsten Konigorski

Kirchenmusikreferent

Tel. 04441 872-211

Referat Erwachsene
Kolpingstraße 14
49377 Vechta