Bischöflich Münstersches Offizialat
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Symbolbild, Kirchenmusik

Kirchenmusik - jetzt erst recht

Prächtige Klangentfaltung

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Claudio Monteverdi (1567 – 1634), Marienvesper, Doxologie des Magnificat

Die Marienvesper gehört zu den ganz großen Stücken der Musikgeschichte. Monteverdi komponierte sie wahrscheinlich, um für eine Bewerbung seine Meisterschaft in allen Formen und Gattungen der damaligen Zeit unter Beweis zu stellen. Und das bedeutet gerade in Norditalien eine wahrhaft umwerfende Prachtentfaltung, die von der Solomotette bis hin zur doppelchörigen Zehnstimmigkeit alles beinhaltet.

Das Werk ist äußerst umfangreich. Um einen Eindruck zu bekommen, sei hier als Beispiel die Doxologie des das Stück beschließenden Magnificats genannt. Eine solche Doxologie (Gloria patri et filii…, zu deutsch „Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist, wie im Anfang, so auch jetzt und in Ewigkeit. Amen.“) wird in der katholischen Liturgie wie eine Signatur an alle Psalmen und Cantica gehängt. Sie „christianisiert“ mithin auch die alttestamentarischen Gesänge und stellt sie in den gesamtbiblischen Heilszusammenhang. Daher ist sie in der Musikgeschichte seit jeher eine Textstelle, die besonders gestaltet wird.

Die hier ausgewählte Doxologie vermittelt komprimiert viele reizvolle Aspekte der ganzen Komposition: kraftvolle Solostimmen in Echo und Dialog - begleitet von ruhigen, sphärischen Klängen - aber auch prachtvolle Chorentfaltung, mehrschichtig und flächig, dann wieder agil und sich steigernd bis zum Schluss. Monteverdis kompositorische Meisterschaft zeigt sich hier in vielen Ebenen: die Originalität des Einfalls, die tonsetzerischen Durchführung, die Klangsinnlichkeit.

In dieser Musik spielt der Raum, das Ausloten des Raums und das Interagieren mit ihm eine große Rolle. Dies wird im gewählten Ausschnitt deutlich. Vielleicht macht der Ausschnitt ja Lust darauf, die ganze Vesper zu hören.

Autor

Vorgestellt am Dienstag, 21. April, von Thorsten Konigorski

Ein Stück im Rahmen der Serie "Kirchenmusik - Jetzt erst recht

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Thorsten Konigorski

Kirchenmusikreferent

Tel. 04441 872-211

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