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von Johann Pachelbel (1653 – 1706): Ciacona in f-Moll

Die Ciacona – oder auch französisch Chaconne – ist eine musikalische Variations-Form, die ihre Wurzeln im Tanz hat. Der sich ständig wiederholende Ostinato-Bass mit einem immer gleichbleibenden Harmonieschema ist – ähnlich wie bei der Passacaglia – das typische Merkmal der Ciacona. Blütezeit der Ciacona war das musikalische Barock vom späten 16. bis zum 18. Jahrhundert, aber auch im 19. und 20. Jahrhundert finden wir vereinzelt vergleichbare Kompositionen.

Die f-Moll-Ciacona ist eine der insgesamt sechs erhaltenen gleichnamigen Werke des Nürnberger Organisten und Komponisten Johann Pachelbel und gehört zu seinen bekanntesten Kompositionen. Möglicherweise ist sie dem Spätwerk Pachelbels zuzurechnen. Sie besteht aus einem Thema mit 22 Variationen, von denen die letzte eine fast exakte Wiederholung des Themas ist. Das Ostinato-Bassmuster wird nicht in allen Variationen beibehalten und verschwindet in einigen Variationen, so wie wir es beispielsweise auch aus Johann Sebastian Bachs später entstandener, berühmter c-Moll-Passacaglia (BWV 582) kennen. In Pachelbels Variationstechnik wird weniger das Thema variiert als dass die Harmonien sozusagen „seziert“ werden, wodurch das Werk besonders vielfältig und abwechslungsreich klingt.

Dieses „Immer-Wiederkehren“ auf der Grundlage eines festen Fundaments, auf dem sich aber in vielen verschiedenen Formen und Varianten Neues entfaltet, steht quasi auch sinnbildlich für den Rhythmus unseres Lebens. Seien es die Tagesabläufe, der Jahreskreis, das Leben – alles befindet sich in einem steten Kreislauf der Wiederkehr, jedoch stets in neuen Formen und Ausprägungen. Halten wir an dem Fundament fest – sei es z. B. das Fundament unseres christlichen Glaubens – und nutzen unsere Fantasie, daraus immer wieder Neues zu entwickeln. So wird das „Immer-wieder“ niemals langweilig, sondern stets mit neuem Leben erfüllt.

Autor

Vorgestellt am 31. März von Dr. Gabriel Isenberg

Ein Stück im Rahmen der Serie "Kirchenmusik - Jetzt erst recht

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Dr. Gabriel Isenberg

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