Bischöflich Münstersches Offizialat
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Symbolbild, Kirchenmusik

Kirchenmusik - jetzt erst recht

Bleib bei uns

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Josef Gabriel Rheinberger (1839 -1901), Abendlied

Das „Abendlied“ ist ein Frühwerk, das der später in Vaduz/Liechtenstein tätige Josef Gabriel Rheinberger bereits mit 15 Jahren, am 9. März 1855 schrieb. Es vertont einen Vers aus dem Lukasevangelium (24,29), der in der katholischen Liturgie am Ostermontag gelesen wird: „Bleib bei uns, denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneiget.“ Darum bitten die Jünger Jesus, nachdem dieser Ihnen auf dem Weg nach Emmaus die Schrift erschlossen hatte.

Das Stück ist für 6 unbegleitete Stimmen gesetzt, drei Frauen und drei Männerstimmen. Es beginnt flächig wechselchörig zwischen den beiden Stimmgruppen. In den zunächst von den Frauen vorgetragenen Wunsch „Bleib bei uns“ fallen die Männer mit ein, das Stück wendet sich vom F-Dur-Dreiklang in den a-Moll-Dreiklang und es entsteht unvermittelt auf engem Raum der Eindruck einer Kühle, einer nachlassenden Intensität – eben wie am Abend.

Rheinberger setzt viel Dreiklangsmelodik und ausdrucksstarke Vorhaltsharmonik ein, wenn er den Text, die Satzdichte auf- und abbauend, in allen Stimmen durchführt. Am Ende wiederholt er die Bitte „O bleib bei uns“ und endet zunächst im Trugschluss. Dann folgt wieder flächig und die Aussage bekräftigend ein das Stück beschließendes „denn es will Abend werden.“ Dabei verdeutlicht Rheinberger den Sinngehalt mit einer im breiten Tempo über eine volle Oktave schrittweise abwärtsgeführte Sopranstimme, der ganze Chor wird vom Fortissimo ins Pianissimo immer leiser. Das Stück endet vollkommen leise, gleichsam, als sei die Sonne gesunken, als sei es nun Abend geworden.

Autor

Vorgestellt am Dienstag, 14. April, von Thorsten Konigorski

Ein Stück im Rahmen der Serie "Kirchenmusik - Jetzt erst recht

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Thorsten Konigorski

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