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29. April 2015 - Brasilien, Vechta

Bischof Leonardo Steiner wiedergewählt

Brasilianische Bischofskonferenz bestätigt ihren Generalsekretär

Die brasilianische Bischofskonferenz hat bei ihrer 53. Generalversammlung am 20. April in Aparecida Weihbischof Leonardo Ulrich Steiner, OFM, als ihren Generalsekretär bestätigt. Steiner übt das Amt seit vier Jahren aus. Zusammen mit dem neuen Vorsitzender Dom Sérgio da Rocha, Erzbischof von Brasília, und seinem Stellvertreter Dom Murilo Sebastião Ramos Krieger, SCJ, Erzbischof von Salvador da Bahia und Primaz von Brasilien, gehört Steiner, Weihbischof der Hauptstadt Brasilia, dem Präsidium der brasilianischen Bischofskonferenz an.

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Bischof Leonardo Ulrich Steiner ist als Generalsekretär der brasilianischen Bischiofskonferenz bestätigt worden.

Die Konferenz hat über 450 Mitglieder und repräsentiert mit ca. 140 Millionen Gläubigen die größte Landeskirche in der römisch-katholischen Kirche. Mit Südoldenburg und Weihbischof Heinrich Timmerevers hält Steiner seit vielen Jahren enge Kontakte.

Steiner stammt aus Forquilinha im Bundestaat Santa Catarina, wo er mit 15 Geschwistern aufwuchs. Zu seiner Familie gehören mehrere Priester und Ordensleute. Sein älterer Bruder Wilson ist ebenfalls Franziskanerpater, Kardinal Paulo Evaristo Arns, OFM, ehemaliger Erzbischof von São Paulo, ein Vetter von ihm. Nach dem Abitur trat Steiner 1972 in den Franziskanerorden (OFM) ein und studierte bis 1978 Philosophie und Theologie. 1978 empfing er die Priesterweihe durch seinen Vetter Kardinal Arns.

In den folgenden Jahren arbeitete Steiner als Ausbilder und Lehrer in Ausbildungshäusern der Franziskaner. 1981 und 1982 studierte er nebenbei Pädagogik, 1987 bis 1994 war er gleichzeitig Novizenmeister. 1995 nahm er im damaligen Pontifício Ateneu Antoniano, der heutigen Päpstlichen Franziskaneruniversität Antonianum, ein postgraduierten Philosophiestudium auf, das er 2001 mit der Promotion abschloss. 1999 bis 2003 war er Generalsekretär des Pontifício Ateneu Antoniano. Zurück in Brasilien wurde Dom Leonardo Professor an der Philosophischen Hochschule São Boaventura und Vikar in Curitiba im Bundesstaat Paraná.

Kontakt nach Südoldenburg knüpfte er ab 1997, als er über Vermittlung des gebürtigen Visbeker und späteren brasilianischen Bischofs Johannes Bahlmann die Ferienvertretung in den Pfarrgemeinden St. Antonius Rechterfeld und St. Vitus Visbek übernahm. Bis 2003 fand er jedes Jahr die Zeit dafür. Seitdem steht er mit vielen Menschen aus der Region in freundschaftlichem Kontakt und ist regelmäßig Gast bei Weihbischof Heinrich Timmerevers in Vechta. Geschätzt wird er ebenso in Schwaz/Tirol, wo er mehrfach im dortigen Franziskanerkloster ausgeholfen hat.

Am 2. Februar 2005 ernannte Papst Johannes Paul II Dom Leonardo Ulrich Steiner zum Bischof in São Félix im Bundesstaat Mato Grosso. Mit einer Fläche von über 150.000 km² umfasst dieses Bistum die zehnfache Fläche des Bistums Münster. Bei seiner Bischofsweihe zelebrierte auch Weihbischof Heinrich Timmerevers mit. In den Folgejahren beteiligte sich Bischof Steiner an der Ausarbeitung neuer Richtlinien für die Priesterausbildung in Brasilien sowie für die pastorale Aktion der Kirche in Brasilien. Nachdem ihn die brasilianische Bischofskonferenz 2011 zu ihrem Generalsekretär gewählt hatte, ernannte ihn Papst Benedikt XVI. zum Weihbischof der Hauptstadt Brasília, damit er sein neues Amt besser versehen könne. In den vergangenen vier Jahren hat sich Bischof Leonardo Ulrich Steiner sehr für die Kirche und Gesellschaft Brasiliens eingesetzt, vor allem für Minderheiten und bedrohte Bevölkerungsgruppen. Am Herzen liegen ihm vor allem die Seelsorge, die gesellschaftliche Integrität und Rechte der Índios.

Ludger Heuer