Bischöflich Münstersches Offizialat
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09. Januar 2019 - Stapelfeld

Was tun, wenn´s brennt?

Küster üben den Ernstfall

Ein Feuer ist schnell da. Auch in einer Kirche oder im Rahmen einer kirchlichen Veranstaltung. Aus einer kleinen Kerze, aus dem unvorsichtigem Umgang mit brennbaren Flüssigkeiten, wegen eines ungünstigen Windstoßes zur falschen Zeit oder wegen eines kleinen technischen Defekts – es sind oft nur unscheinbare Anlässe, aus denen schnell große Feuer mit erheblichem Gebäude- oder Personenschaden entstehen können. Für 13 Küster, die zurzeit an einem mehrwöchigen Ausbildungskurs des Bischöflich Münsterschen Offizialats und der Katholischen Akademie Stapelfeld teilnehmen, Grund genug, sich fachkundigen Rat zur Vermeidung bzw. schnellen Eindämmung eines Feuers zu holen.

Löschübung

Mit mehreren Feuerlöschern ist das Feuer schnell gelöscht.

Günter Deters ist dafür der richtige Mann. In seinen 30 Jahren bei der Freiwilligen Feuerwehr in Holdorf hat er viel gesehen, seit 40 Jahren arbeitet er im Brandschutz. Seine Feuerübung mit einer brennenden Puppe und dem großen Gasbrenner ist praktischer Höhepunkt eines zweitägigen Moduls zum Thema Arbeitsschutz. „Wenn eine Person brennt, darf man alles nehmen, um den Brand zu löschen“, sagte er den Kursteilnehmern. Wasser, kohlensäurehaltige Flüssigkeiten wie Bier oder Decken - wie bei Erster Hilfe würde niemand für eine Hilfe bestraft. Am effektivsten seien natürlich Feuerlöscher, die in jedem Haushalt und Bürogebäude vorhanden sein sollten. Je nach Brand gebe es Pulver- und Schaumlöscher. „Aber Vorsicht mit den Löschmitteln“, mahnt er. Die sind auf -78 Grad gekühlt und würden bei Hauptkontakt sofort Verletzungen erzeugen. Acht Stunden würde ein einmal betätigter Löscher funktionieren, erklärt er. Danach sei der Druckabfall zu groß.

Sollten Räume brennen, sei es in der Regel unmöglich, ohne Atemschutz bewusstlose Personen daraus zu bergen, machte er klar. „Drei Atemzüge und man ist weg.“ Eine erwachsene Person könne man in dieser kurzen Zeit nicht bergen. Vorsicht auch bei möglichen heißen Türen oder Griffen, sagte Deters. Immer nur mit dem Ärmel oder der Jacke anfassen. „Kann alles heiß sein und in Sekundenschnelle die Haut oder das Fleisch verbrennen.“  

Unnötige Angst konnte der Feuerwehrmann dafür bei brennenden Autos nehmen. Solange sie ruhig stünden, könnten sie nicht explodieren. Auch darin befindliche Feuerlöscher würden bei einem Brand wegen eines Druckventils nicht hochgehen. Nur wenn Reibungsenergie hinzukäme, könne ein voller Benzintank in die Luft geben. Spektakuläre Film-Actionszenen mit Feuer und Explosion hätten mit der Realität nicht viel zu tun, sagte Deters.

Er sei schon seit vielen Jahren Hausmeister an der Grundschule und schon lange Küster, sagte Frank Sieve aus Lohne. Einen Feuerlöscher habe er dabei glücklicherweise noch nie aktivieren müssen. Die Feuerlöschübung empfand er daher wie seine Kurskollegen als wertvolle Unterrichtseinheit.

Ludger Heuer

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