Bischöflich Münstersches Offizialat
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26. Oktober 2012 - Varel

Eine gute Entscheidung für Varel

Bürgermeister dankt katholischer Kirche für ihr Engagement in der Kinderbetreuung

Bei einem Ortstermin im Übergangsquartier des katholischen Kindergartens dankte Bürgermeister Gerd-Christian Wagner gestern der katholischen Kirche für ihr Engagement bei der Kinderbetreuung.

Vertreter der Stadt und der Kirche besichtigen das Gelände des neuen Kindergartens

Neben der kath. Pfarrkirche St. Bonifatius soll der neue Kindergarten entstehen. Bei einem Ortstermin besichtigten Vertreter der Stadt und der Kirche das Gelände. August Dasenbrock, Finanzdirektor des Offizialats in Vechta, Bürgermeister Gerd-Christian Wagner, Pfarrer Manfred Janßen, Kindergartenleiterin Gaby Schmidt, Architekt Ulrich Tilgner und Kirchenprovisor Günther Kruse (v.l.).

Seit der alte Kindergarten im Januar einem Brandanschlag zum Opfer gefallen war, sind neunzig Kinder übergangsweise in der alten landkreiseigenen Musikschule untergebracht. Dass die Kirche ihren Kindergarten wieder aufbauen will, erspart der Stadt Varel viel Geld. „Ohne dieses freiwillige Engagement der katholischen Kirche hätten wir den Neubau alleine stemmen müssen,“ machte Wagner deutlich.

„Wir haben bislang vieles gemeinsam bewältigt und sind uns sicher, dass der Wiederaufbau des Kindergartens eine gute Entscheidung für die Familien und Kinder in Varel ist,“ begrüßte Pfarrer Manfred Janßen Vertreter der Stadt, der Kirche und der Medien. Bürgermeister Wagner legte Wert darauf, mit dieser gemeinsamen Erklärung die Diskussion der letzten Wochen in Varel zu versachlichen. Sowohl im Stadtrat als auch in der Öffentlichkeit hätten sich in letzter Zeit Äußerungen gegen das neue Finanzierungskonzept und damit auch gegen die Kirche gehäuft. „Diese Kritiker würden anders argumentieren, wenn sie sich mal mit den tatsächlichen Zahlen beschäftigen würden,“ so Wagner. 1,53 Mio. Euro kostet die neue Kindertagesstätte voraussichtlich. 740.000 Euro zahlt die Brandversicherung für das fast vierzig Jahre alte zerstörte Gebäude, weitere 217.500 Euro sind Landeszuschüsse. Von der verbleibenden Summe in Höhe von 572.500 Euro übernimmt das Bischöflich Münstersche Offizialat noch einmal zehn Prozent, so dass die Stadt Varel nur noch 515.000 Euro selbst finanzieren muss. Nicht mit eingerechnet sind noch ausstehende Leistungen der Inventarversicherung, das von der Kirchengemeinde St. Bonifatius kostenlos gestellte Grundstück und 31.000 Euro Privatspenden. „Statt der 1,5 Mio. Euro, die eine realistische Größe für einen Kindertagesstätte dieser Größe sind, muss die Stadt Varel also nur ca. 500.000 Euro finanzieren,“ sagte der Bürgermeister.

Warum die Stadt trotz angespannter Haushaltslage um diese Investition nicht herum kommt, machte er mit wenigen Zahlen deutlich. Von 2007 bis 2013 sei der Bedarf der Kindergartenplätze von 726 auf 561 gesunken, der Bedarf an Krippenplätzen hingegen von 13 auf 128 gestiegen. Der ab 2013 geltende gesetzliche Anspruch auf Krippenplätze zwinge die Gemeinden zu Investitionen, denn finde sich kein anderer Träger wie z.B. die Kirche, bliebe diese Aufgabe als Pflichtaufgabe bei den Gemeinden hängen. Auch die Bausumme, die den alten Gebäudewert um einhundert Prozent überschreitet, konnte Wagner leicht erklären. Aufgrund der neuen Struktur als Kindertagesstätte mit zwei Vormittagsgruppen, einer Kinderkrippe und einer Nachmittagsgruppe müsse das Gebäude völlig anderen Vorgaben entsprechen als in den 1970er Jahren. „Der Standard des neuen Gebäudes, das mit 820 qm Nutzfläche fast doppelt so groß ausfällt wie das alte, ist kein Luxus, sondern entspricht den gesetzlichen Mindestanforderungen,“ bestätigte August Dasenbrock, Finanzdirektor des Offizialats. „Eine mehrgruppige Kindertagesstätte zu bauen, erfordert erheblich mehr Aufwand als bei einem privaten Wohnhaus."

Obwohl in Varel nur wenige katholische Familien lebten, sei der katholischen Kirche das Engagement im Bereich qualifizierter Kinderbetreuung sehr wichtig, bestätigte Pfarrer Janßen. „Daher nehmen wir in unserem Kindergarten alle Kinder unabhängig von ihrer Konfession auf.“ Das weitere Bestehen eines katholischen Kindergartens käme auch dem Bestreben der Stadt nach einer gemischten Trägerlandschaft der sieben Kitas entgegen, ergänzte Wagner. Daher freue er sich sehr, dass der Ausschuss für Jugend, Familien und Soziales diesem Finanzierungskonzept am 17. Oktober trotz der angespannten Haushaltslage mehrheitlich zugestimmt habe. Der Baubeginn soll noch in diesem Jahr erfolgen, sonst sind die Landeszuschüsse in Gefahr. Vorher muss aber noch der Stadtrat seine Einwilligung geben. „Ich bin mir jedoch sicher,  dass die Stadträte zustimmen werden,“ sagte Wagner. Wenn alles nach Plan läuft, können die Kinder bis November 2013 ihr Notquartier wieder verlassen.

Ludger Heuer

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