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20. November 2016 - Oldenburg

Überlebensfragen unserer Gesellschaft

Katholische Verbände: Wandelherz lässt sich nicht aufhalten

„Welcher Mensch ist ein Gerechter?“, fragte Prälat Bernd Winter in seiner Predigt zum Wandelherz-Gottesdienst am Sonntag (20.11.) in der Oldenburger Kirche St. Peter. Ist es der Drogendealer, der im Gefängnis zur Besinnung kommt, sich darum sorgt, Jugendliche zu Rauschgift verführt zu haben und beginnt, wieder die Nähe zu Gott zu suchen? Oder ist es der Unternehmer, der wöchentlich Sonntags in den Gottesdienst geht und in seinem Betrieb persönlichen Profit über die Lebensqualität seiner Arbeitnehmer stellt?

Clemens Olberding am Rednerpult

Die Bewegung Wandelherz lässt sich für Clemens Olberding, Vorsitzender des Komitees Katholischer Verbände, in ihrem Lauf nicht mehr aufhalten.

Prälat Bernd Winter bei der Predigt.

Prälat Bernd Winter predigte im Wandelherz-Gottesdienst über Fragen zur inneren Haltung als Überlegungsfragen für die Gesellschaft.

Im Rahmen einer kleinen Ausstellung wurde einige beispielhafte Wandelherz-Projekte vorgestellt.

Malteser

Dass kritischer Konsum Spaß machen kann, zeigen diese Vertreter der Malteser Jugend, die eine Arbeitshilfe dazu vorstellen.

Clemens Olberding spricht im Forum St. Peter

Das Komitee der Katholischen Verbände im Oldenburger Land hatte im Rahmen der Bewegung Wandelherz öffentlich nach Oldenburg eingeladen. Dort zogen sie am Hochfest Christkönig, dem letzten Sonntag im Kirchenjahr, eine Zwischenbilanz zur Bewegung, die am Jahresbeginn 2016 initiiert wurde. Unter dem Motto „Wandelherz – Besser leben“ proben die Mitglieder katholischer Verbände seitdem den inneren Wandel. In zentralen Leuchtturmveranstaltungen und vielen Projekten vor Ort verfolgen sie ein klares Ziel: Weg von Gier und Rücksichtlosigkeit über Gerechtigkeit und Maß zu mehr Lebensqualität für alle.

Im Mittelpunkt stehe dabei die innere Umkehr, predigte Winter, der geistliche Beirat des Verbändekomitees. „Als Christen sind wir eingeladen, unser Leben lang in die Schule Jesu zu gehen, von ihm zu lernen“, erklärte er. Was gut und gerecht sei, solle dabei immer wieder eine Leitfrage sein, sagte der Priester. Die Verbände wollen mit der Bewegung nicht zuerst mit dem Finger auf andere zeigen, sondern mit dem Wandel bei sich selbst anfangen. Jeder könne sich fragen, was an der eigenen inneren Haltung einer positiven Entwicklung für alle entgegenstehe. Wandel beginne beim Unrecht und brauche Reflektion, so könne man Haltung beeinflussen und damit vielleicht eigenes Verhalten ändern. „Diese Übung ist nie zu Ende“, stellte der Theologe fest. „Wenn wir uns selbst bewegen, können wir andere einladen, dabei mitzumachen.“ Die Veranstalter hätten gemerkt, dass es Zeit braucht, bis vieles in Bewegung kommt. Aber es passiere. Überlegungen zur eigenen Haltung zugunsten eines für alle besseren Lebens seien nicht nur Fragen für Idealisten, „es geht um Überlebensfragen für unsere Gesellschaft“, betonte Winter.

Im Anschluss an den Gottesdienst folgte eine Wandelherz-Ausstellung mit Mittagsimbiss im Forumsgebäude. Dabei beschrieb Clemens Olberding, Vorsitzender des Komitees Katholischer Verbände, die Bewegung als Fluss. Das Gewässer sei zwar noch kurz hinterm Ursprung, habe sich aber durch viele weiteren Quellen zu einem munteren Flüsschen entwickelt. Über zwanzig verschiedene Projekte wurden realisiert, beispielhafte Ergebnisse präsentierten die Verbände den Besuchern auf Bildern und Stellwänden. Für 2017 seien bereits erste Projekte angekündigt. Olberding sprach auch über die Zukunft der Bewegung Wandelherz. „Mit dem heutigen Tag wird das Komitee sein Engagement in dieser Bewegung nicht einstellen, sondern zurückfahren“, kündigte der Löninger an. Im Bild bleibend fügte er an: „Der Fluss muss sich jetzt selbst seinen Weg suchen, er wird in der Lage sein, auch Hindernisse aus dem Weg zu räumen“, die Bewegung Wandelherz sei nicht mehr aufzuhalten.

Johannes Hörnemann 

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