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20. April 2018 - Vechta, Oldenburger Land

Strukturwandel bei Katholischen Öffentlichen Büchereien

Kleinere schließen, digitale Medien sind auf dem Vormarsch

347.488 Medien wiesen die siebzig Katholischen Öffentlichen Büchereien im Offizialatsbezirk Oldenburg im vergangenen Jahr auf. Jedes Medium (Bücher, CDs, Filme, Zeitschriften, Spiele und E-Books) wurde im Schnitt über 2,5 Mal ausgeliehen. Ein Spitzenwert, der bundesweite Vergleichswert liegt bei 1,7. Arnold Kalvelage, im Bischöflich Münsterschen Offizialat Geschäftsführer der KÖB´s, zeigt sich daher zufrieden. „Insgesamt waren es 876.533 Ausleihen.“ Das geht nur mit ständiger Erneuerung: „Unsere größeren Einrichtungen tauschen mit finanzieller Unterstützung des Offizialates im Schnitt jedes Jahr bis zu fünf Prozent ihres Bestandes aus.“

Arbeistgruppe Büchereien

Karola Siebers und Marion Hartmann von der Fachstelle Büchereien im Generalvikariat Münster besprechen mit Ralf Arlinghaus und Arnold Kalvelage vom Offizialat die neusten Zahlen zum Büchereiwesen.

Dass die Zahlen der Büchereien (von 79 in 2016 auf 74) und der Benutzer (von 34.961 auf 31.407) rückläufig sind, erklärt Kalvelage mit einem Strukturwandel, der sich seit einigen Jahren abzeichnet und noch weitere Veränderungen mit sich bringen wird. „Vor allem kleinere Büchereien schließen“. Und angesichts immer kürzerer Liegezeiten in Krankenhäusern schlossen auch dort einige Büchereien. Dass Büchereien generell aber einen großen Anteil am Kulturleben ihrer Gemeinden haben, lässt sich an der steigenden Zahl der Veranstaltungen wie z.B. Führungen, Lesungen, Ausstellungen oder Aufführungen ablesen. Auf 2.209 sind sie im vergangen Jahr gestiegen, im Schnitt 30 pro Einrichtung. 471.331 Besucher, vielfach Kinder und Jugendliche, interessierten sich dafür. „Da ist richtig was los“, sagt Kalvelage. „Die tatsächliche Zahl dürfte deutlich höher liegen, da fast ein Viertel der Einrichtungen keine Besucherzahlen gemeldet hat“. Der Schwerpunkt solcher Veranstaltungen liegt auf der Leseförderung für Kinder. Einige Kommunen honorieren diese Arbeit und beteiligen sich freiwillig mit Zuschüssen.

Die Angebote stehen und fallen mit gutem Personal. Die meisten Einrichtungen werden ehrenamtlich betreut, nur acht verfügen über haupt- oder nebenamtliches Personal. Insgesamt arbeiten von 880 Personen 845 ehrenamtlich, 84.000 Arbeitsstunden haben sie eingebracht. Eine hauptamtliche Kraft lohnt sich frühestens ab 10.000 Medien. „Ohne das Engagement der Ehrenamtlichen würde keine KÖB funktionieren“, dankt ihnen Kalvelage.

In den letzten Jahren haben sich die Büchereien deutlich modernisiert. Mit Unterstützung des Generalvikariats in Münster wurde 2013 das Verwaltungssystem „Bibliotheka“ eingeführt. Viel Aufmerksamkeit erzeugte die Einführung digitaler Medien unter dem Schlagwort „lies-e“. Immer mehr Einrichtungen bieten diesen Service an, einige tauschen digitale Medien sogar untereinander aus. „Dadurch haben wir keine Kunden verloren, sondern eine neue Zielgruppe - Männer zwischen 40 und 60 Jahren - erschlossen“, erklärt Arnold, der mit Hilfe der Fachstelle Büchereien in Generalvikariat Münster Weiterentwicklungen, Konzepte und Schulungen für das Büchereipersonal organisiert. Digitalmedien machen bei den Ausleihen inzwischen 4,7 Prozent aus. „Und dennoch - das Medium Buch wird uns noch lange erhalten bleiben“, ist sich Arnold Kalvelage sicher.

Ludger Heuer

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