Bischöflich Münstersches Offizialat
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02. Februar 2019 - Vechta

Sie haben das gleiche Feuer

Kirchliche Büchereimitarbeiterinnen schauen bei Weltbibliothek zu

Was hat die New York Public Library – mit 51 Millionen Medien eine der größten Bibliotheken der Welt – mit einer Kirchlichen Öffentlichen Bücherei (KÖB) im Oldenburger Land mit 2.000 oder 10.000 Medien gemeinsam? „Mehr als man meinen möchte“, ist sich Arnold Kalvelage, im Bischöflich Münsterschen Offizialat für das kirchliche Bücherweisen zuständig, sicher. Denn die Arbeit in einer kleinen oder großen Bibliothek sei hinsichtlich Nutzerbetreuung und Medienausleihe sehr ähnlich. „Und die Begeisterung der Mitarbeiter für diese Arbeit ist dieselbe. Da brennt dasselbe Feuer.“ Daher war es für ihn logisch, die meist ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der KÖB´s im Oldenburger Land zu einem Kinoabend inklusive Pausenbewirtung in die Schauburg nach Vechta einzuladen und ihnen dort den Dokumentarfilm Film „Ex Libris“ zu zeigen. Knapp zweihundert Personen aus der ganzen Region waren der Einladung gefolgt.

Gruppenbild im Kinosaal

Knapp 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kirchlicher öffentlicher Büchereien im Offizialatsbezirk Oldenburg schauten sich auf Einladung des Bischöflich Münsterschen Offizialats in der Vechtaer Schauburg den Dokumentarfilm „Ex libris“ an.

Ihm sei selbst nicht bewusst gewesen, welchem umfangreichen Bildungs- und Sozialauftrag diese Einrichtung an ihrem Hauptsitz und ihren 92 Außenstellen nachgehe, hatte Frederick Wisemann, der Großmeister des Dokumentarfilms, zum deutschen Filmstart am 24. Oktober 2018 (Tag der Bibliotheken) zugeben müssen. Mit dem Film ist dem 89-jährigen Filmemacher ein international hochgelobtes Meisterwerk gelungen. Neben einer Unzahl von Bibliotheken, Archiven und Sammlungen bietet die NYPL viele Bildungs-, Sprach- und Forschungsprogramme an. Sie kümmert sich gleichermaßen um kulturelle Belange des Bildungsbürgertums wie auch von Migranten, Obdachlosen oder Menschen mit Behinderungen.

Diesen Film zu sehen solle nicht neidisch machen, sondern den Horizont öffnen, sagte Kalvelage. Auch hinsichtlich der Finanzierungsmodelle sieht er Parallelen zur halb öffentlich, halb privat finanzierten NYPL. Die ersten KÖB´s im Oldenburger Land seien Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden, viele Menschen hätten damals kaum Zugang zu Bildung gehabt. In größeren Städten gebe es heute zwar kommunale Büchereien, doch auf dem Land könnten bis heute oft nur kirchliche Büchereien den Lesebedarf decken. Und wie bei der NYPL richte sich deren Angebot unabhängig von Religion oder Ethnien an alle Menschen. Den Begriff „Säule der Demokratie“, den Wiesemann für die NYPL benutzt, sieht Kalvelage daher auch zutreffend für seine KÖB´s.

Und die Zuschauer? Trotz der 197 Minuten Spielzeit verlies niemand vorzeigt den Kinosaal. Die große gesellschaftliche Aufgabe der NYPL fasziniere sie, sagte Anke Lammers. Sie ist hauptamtliche Leiterin der Cloppenburger und mit 35.000 Medien größten KÖB im Oldenburger Land. Doch für diese facettenreiche Arbeit sei viel Geld und Personal nötig. „Daher müssten die bei uns für die Finanzen Verantwortlichen den Film sehen.“ Interessant fand sie es, dass die NYPL im Bereich der Digitalisierung mit den gleichen Fragen beschäftigt sei wie die Oldenburger KÖB´s.

Begeistert von der Arbeit mit behinderten Menschen zeigte sich Fraukeline Kok von der KÖB Friesoythe. Eine eigene Bibliothek nur für sehbehinderte Menschen, Kurse in Braille-Schrift, Lesungen für Gehörlose etc. „Toll, was die in New York machen.“ Die Bildungsarbeit und die integrative Arbeit habe sie unheimlich spannend empfunden, sagte Huberta Elberfeld von der KÖB Vechta. Eine Gemeinsamkeit sah sie in der Zusammenarbeit mit Schulen und Lehrkräften. „Das machen wir genauso, wenn auch im kleineren Stil“, lachte sie. Auch Willibald Traumeer, Mitarbeiter der 2.000 Medien umfassenden KÖB in Wilhelmshaven, sah trotz des Größenunterschieds Verbindendes. Die Kommunikation, die Integrationsarbeit und der Spracherwerb von Migranten, das sei ihnen neben der eigentlichen Buchausleihe auch wichtig, betonte er.  

Ludger Heuer

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