Bischöflich Münstersches Offizialat
Für die Katholische Kirche im Oldenburger Land

Navigationsmenüs (Bischöflich Münstersches Offizialat)

Pressemeldung

Zurück

01. April 2019

Religionsfreiheit weltweit eingeschränkt

Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Niedersachsen tagt in Vechta

Das Verhältnis zwischen Christen und Moslems sei in vielen Ländern massiv beschädigt, erklärte jetzt Oberkirchenrätin Sabine Dreßler vom Kirchenamt der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) bei der zweitägigen Tagung der ACKN im St. Antoniushaus. 17 evangelische, katholische und serbisch-orthodoxe Kirchen sind in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Niedersachsen. Bei ihrer Tagung, die erstmals in Vechta stattfand, beschäftigten sich die Kirchen-vertreter mit der Situation der Religionsfreiheit. Für den Offizialatsbezirk Oldenburg nahm die Ökumenebeauftragte Dr. Gabriele Lachner teil. Dreßler stellte dabei den "Ökumenischen Bericht zur Religionsfreiheit von Christen weltweit" der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) und EKD vor.

Vortrag von Sabine Dreßler

Oberkirchenrätin Sabine Dreßler stellte den Bericht zur Religionsfreiheit der Christen vor

Konferenzbild
Gruppenbild

Gruppenbild, in der Mitte (mit blauem Schal) Sabine Dreßler

„An der Verwirklichung der Religionsfreiheit ist in aller Regel ablesbar, wie es in einem Land um die Freiheitsrechte insgesamt bestellt ist“, zitierte sie aus dem 2013 und 2017 vorgelegten Papier. In ihm werden viele Bedrohungen, Einschränkungen und Verletzungen von Religionsfreiheit analysiert. In den letzten Jahren habe sich die Situation für Christen in vielen Ländern deutlich ver-schlechtert, erklärte Dreßler. Besonders schlimm sei es im Nahen Osten und in Nordafrika. Terrormilizen wie der sog. Islamische Staat oder Boko Haram „betrachten westliche Bildung als Sünde, und das Christentum gehört für sie dazu.“ Die Zusammenarbeit mit Kirchen des Nahen Ostens sei in den vergangenen Jahren deutlich verstärkt worden. Damit Christen in ihrer Heimat bleiben oder dorthin zurückkehren könnten, brauche es eine christlich-muslime Zusammenarbeit. „Wenn wir uns als Kirchen für Religionsfreiheit einsetzen, dann schließt das Angehörige anderer Konfessionen und Glaubensgemeinschaften ein, weil diese Freiheit ein Menschenrecht ist, das allen zusteht“, unterstrich Dreßler.

Religionsfreiheit bedeute neben dem Recht, einer Religion anzugehören, auch, sie zu wechseln oder kritisieren zu dürfen. Schwierig sei mit der Religionsfreiheit in Staaten wie Iran, Saudi Arabien, China, Nordkorea, Afghanistan, Sudan, Indien und immer mehr Indonesien. Das Verhältnis Christentum – Islam sei durch Terrorakte, staatliche Repressalien islamischer Staaten, Vorurteile und das Schüren von Misstrauen massiv beschädigt. Vielfach werden Christen nicht nur verfolgt, weil sie Christen sind, sondern weil sie einer bestimmten Gruppe oder Ethnie angehören oder Teil von politischen, sozialen oder wirtschaftlichen Auseinandersetzungen werden. „Wo Christen verfolgt werden, sind in aller Regel auch viele andere betroffen“, machte Dreßler klar.

„Als Kirche haben wir noch keine sehr lange Geschichte mit den Menschenrechten“, räumte die Oberkirchenrätin ein. Die Erkenntnis, dass der Einsatz und die Verteidigung von Menschenrechten auch eine kirchliche Aufgabe ist, hätten die Kirchen den Bürgerrechtsbewegungen in den USA und Südafrika in den 1960er und -70er Jahren oder der Befreiungstheologie Lateinamerikas zu verdanken.

Ludger Heuer

Der vollständige Bericht ist hier nachzulesen

Unsere nächsten Veranstaltungen...