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13. März 2015 - Niedersachsen, Stapelfeld, Bredbeck, Mariaspring

Niedersächsische HVHS wichtige Lernorte für Kulturelle Bildung

Landesverband trifft sich zur Jahrestagung in der Katholischen Akademie Stapelfeld

Delegierte aus 23 Heimvolkshochschulen (HVHS) aus ganz Niedersachsen und Gäste aus Erwachsenenbildung und Landesolitik trafen sich am 12. und 13. März  in Cloppenburg zur Jahrestagung und Mitgliederversammlung des Landesverbandes der HVHS. Schwerpunkt der Tagung in der Katholischen Akademie Stapelfeld war der Bereich Kulturelle Bildung.

Portrait Wolfgang BorchardtGroßansicht öffnen

Der Vorsitzende des niedersächsischen Landesverbandes der Heimvolkshochschulen, Wolfgang Borchardt, möchte die öffentliche Wahrnehmung von HVHS als Lernort für Kulturelle Bildung stärken.

Ein Einblick in ein Live-RollenspielGroßansicht öffnen

Live-Rollenspiele bieten als Angebot der Kulturellen Bildung viel Raum für Persönlichkeitsbildung. In dieser Übung ging es um Status und Verhalten zueinander.

„In der öffentlichen Wahrnehmung und Diskussion spielt der Beitrag der Erwachsenenbildung zur Kulturellen Bildung bisher so gut wie keine Rolle. Dem wollen wir entgegenwirken“, sagte Wolfgang Borchardt, Vorsitzender des Landesverbandes. „In Niedersachsen sind gerade die Heimvolkshochschulen Lernorte, an denen viele Seminare und Workshops zu Kunst, Kultur und Kreativität stattfinden.“

„Kulturelle Bildung ist in der Katholischen Akademie der größte und erfolgreichste Bereich“, unterstrich Dr. Heinrich Dickerhoff, Pädagogischer Direktor des Bildungshauses den hohen Stellenwert. Häufig werde sie auch mit Angeboten zur Persönlichkeitsbildung oder politischen Bildung kombiniert. Gemeinsam mit seinen Kollegen Dr. Martin Feltes und Dr. Ulrike Kehrer zeigte Dickerhoff zu Beginn der Tagung auf, wie kulturelle Bildung das Leben bereichern kann. Als drei Merkmale benannten sie Schönheit, Zweckfreiheit und Phantasie. „Kulturelle Bildung macht Aufmerksam auf die Kraft der Phantasie,“ sagte Kehrer. Sie bekehre, belehre und beschwere nicht, ergänzte Dickerhoff. Die drei Referenten der Katholischen Akademie sind Experten für Kunst, Musik und Märchenerzählungen. Kulturelle Bildung ist für sie ganzheitliche Bildung in Beteiligung, die verrückende Erfahrungen ermöglicht, indem sie vom Gewohnten löst.

Praktische Beispiele dafür erlebten die Teilnehmer in sieben Projektvorstellungen. So stellte das Tagungshaus Bredbeck einen Film über ein Theaterprojekt mit 37 jungen Erwachsenen aus Deutschland, Polen und der Ukraine vor, in dem es um die politische und soziale Situation vor dem Ausbruch des 1. Weltkriegs ging. In einem weiteren Best-Practice Beispiel vermittelten Heinrich Dickerhoff und Alexander Rolfes, Referent an der Katholischen Akademie, das Bildungspotential von Live-Rollenspielen. Die HVHS Mariaspring zeigte, wie man erfolgreich deutsche Schlager zur historisch-politischen Bildung nutzen kann.

Heimvolkshochschulen bieten mehrtägige Seminare mit Unterbringung an und erreichen so ein besonders intensives Lernen in der Gruppe. In der Kulturellen Bildung geht es um das Erkennen gesellschaftlicher Strukturen und um die persönliche Weiterentwicklung der Lernenden. „Wer einmal an einem HVHS-Seminar teilgenommen hat, weiß, dass die Lern-Atmosphäre sehr wirkungsvoll und nachhaltig ist“, versicherte Borchardt. Heimvolkshochschulen arbeiten interdisziplinär und fördern den Austausch der Künste und Kunstschaffenden. So entstehen Events wie das "Markusprojekt" in der Katholischen Akademie Stapelfeld im vergangenen Jahr. Auch dieses Großprojekt wurde bei der Fachtagung vorgestellt. In mehreren Blockseminaren hatten Laien und Profis mehrerer Generationen eine multikünstlerische Begegnung gestaltet und das Markus-Evangelium inszeniert.

Zu den vom Land anerkannten Heimvolkshochschulen gehören neben der Katholischen Akademie Stapelfeld zum Beispiel auch das Europahaus Aurich, das Evangelische Bildungshaus Rastede oder die Historisch-Ökologische Bildungsstätte in Papenburg. Trägerorganisationen und Kooperationspartner der insgesamt 23 Einrichtungen sind katholische und evangelischen Kirche, Gewerkschaften, Landvolk, gemeinnützige Vereine oder Stiftungen.

Johannes Hörnemann