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05. Mai 2014 - Molbergen

Großer Empfang in Molbergen

Volker Kreutzmann feiert Primiz

Seine feierliche Heimatprimiz feierte Volker Kreutzmann gestern in der geschmückten und bis zum letzten Platz gefüllten Pfarrkirche. Zahlreiche Fahnenabordnungen erwarteten den Neupriester, der am Vortag im Kloster Handrup im Emsland vom Osnabrücker Weihbischof Johannes Wübbe zum Priester geweiht worden war. Pater Kreutzmann, Mitglied der Ordensgemeinschaft der Herz-Jesu-Priester wurde von seinem Ordensoberen, Provinzial Pater Heiner Willmer, und Mitbrüdern aus Zentralafrika, Brasilien, Indien und Deutschland begleitet.

Friedensgruß

Friedensgruß mit Messdienern

Gratulation nach der Messe

Gratulation nach der Messe

Eigens nach Molbergen gekommen war eine Gruppe der Seelsorgeeinheit Ettlingen im Erzbistum Freiburg unter der Leitung von Pfarrer Martin Heringklee und Pfarrer i. R. Anton Killer. Aus der näheren Umgebung nahmen Dechant Bernd Strickmann und weitere Priester teil, dazu der gastgebende Molberger Pfarrer Michael Kroes mit Pfarrer em. Konrad Drees und Diakon Holger Meyer. So standen schließlich zwanzig Priester um den Altar der Pfarrkirche. Musikalisch wurde die Festmesse von den beiden Molberger Chören gestaltet, unterstützt von Stefan Bley mit seiner Trompete. Die Primizpredigt hielt Pater Heinz Lau SCJ, stellvertretender Provinzial der Herz-Jesu-Priester. In den Mittelpunkt seiner Ansprache stellte er die Bibelstelle der zwei Emmaus-Jünger. „Brannte uns nicht das Herz, als wir Jesus begegneten?“ Er wünschte dem Neupriester, auch auf diese Weise innerlich zu „brennen.“ „Ein Priester soll kein Religionsbeamter sein, sondern für Jesus brennen.“

Nach der Festmesse benötigte Pater Kreutzmann viel Zeit, um sich den Weg durch die zahlreichen Gratulanten zu bahnen. Kindergartenkinder säumten den Weg zum Pfarrheim, während der Musikverein Molbergen spielte. Beim Empfang im Pfarrheim beglückwünschte ihn die Vorsitzende des Pfarreirates, Marlies Bruns, im Namen der Gemeinde. Sie wünschte ihm Freude am Priesterberuf. Da sei sie zuversichtlich. Denn er selbst habe kürzlich in einer Predigt gesagt: „Der Priesterberuf ist ein schöner Beruf mit vielen Möglichkeiten, wenn man sie denn zu nutzen weiß.“ Mit Marlies Bruns überreichten Pfarrer Kroes und Provisor Josef Wobbeler das Geschenk der Gemeinde, eine handgeschnitzte Statue des Pfarrpatrons Johannes des Täufers. Der Provinzial der Herz-Jesu-Priester, Pater Heiner Willmer, zeigte sich beeindruckt von der Kirchengemeinde Molbergen. „Wie die bei der Ausrichtung dieses Festes zusammenhält, das findet man nur selten.“

Der stellvertretende Landrat Antonius Lamping überbrachte Glückwünsche der politischen Gemeinde in Vertretung für Bürgermeister Ludger Möller. Über die religiöse Bedeutung der Priesterweihe hinaus ist Priestersein heute zunehmend auch eine gesellschaftliche Aufgabe. Der evangelische Pfarrer Dr. Oliver Dürr überbrachte mit Vikar Schäfer die Glückwünsche der evangelischen Gemeinde.
Der 31-jährige Pater Volker Kreutzmann wurde in Haselünne geboren. Er wuchs mit zwei Geschwistern zunächst in Varrelbusch auf, bevor die Familie 1992 nach Molbergen umzog. Dort war er lange Jahre als Messdiener aktiv. Seine Zeit im Gymnasium verbrachte er im Leonium in Handrup. Dort lebte er auch im Internat der Herz-Jesu-Priester. Schon in der Schulzeit stellte er sich existenzielle Fragen zum christlichen Glauben und dachte auch an den Priesterberuf. „Der Gedanke war immer da, und irgendwann habe ich dann eine Entscheidung getroffen und mich ganz für Gott entschieden.“

Nach dem Abitur 2001 leistete er neun Monate Dienst bei der Bundeswehr. Dann begann er ein Theologiestudium in der Jesuiten-Hochschule St. Georgen in Frankfurt am Main. Zunächst tat er dies noch ohne konkrete berufliche Perspektive. Ein Jahr lang wechselte er nach Luzern in der Schweiz, um dann nach Frankfurt zurückzukehren. Das letzte Studienjahr wurde prägend für ihn. Da lebte er in einer Wohngemeinschaft mit anderen Studenten, die irgendwie an einem Leben im Orden interessiert waren. Oft noch ohne konkrete Pläne. Die WG wurde von einem Jesuiten geistlich begleitet. „Das Motto der Hochschule lautet: der Frömmigkeit und der Wissenschaft. Und in diesem Jahr habe ich erfahren, wie beides zueinander findet“, sagte Pater Kreutzmann kürzlich in einer Predigt. Und so entschloss er sich 2008, in das Noviziat der Herz-Jesu-Priester einzutreten. Nach dem Noviziat und einigen Jahren der zeitlichen Gelübde legte er 2012 die ewige Profess ab. Inzwischen hatte er ein Lehramtsstudium mit dem Staatsexamen abgeschlossen. Gelebt hat er in diesen Jahren im Kloster in Freiburg.

In der Seelsorgeeinheit Ettlingen begann er kurz vor der ewigen Profess den praktischen Teil seiner pastoralen Ausbildung. In Kirlach bei Karlsruhe wurde er im Oktober 2012 mit fünf weiteren Priesteramtskandidaten von Erzbischof Dr. Robert Zollitsch zum Diakon geweiht.

Holger Meyer