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30. September 2019 - Vechta

Helden der Nacht

Durch Dunkelheit und Regen nach Vechta gepilgert

Wer am späten Samstagnachmittag aus Goldenstedt, Astrup, Harme oder vom Marienhain her nach Vechta kam, hat möglicherweise am Wegesrand ein merkwürdiges Schauspiel gesehen. Da liefen Männer in zum Teil durchnässter Wanderkluft und trugen in einem großen Tuch einen ihrer Gefährten. Dabei handelte es sich nicht um einen Notfall. Das Tragen war vielmehr Teil und Aufgabe des Pilgerweges, der an diesem Tag ca. einhundert Männer von vier Seiten nach Vechta führte. „Mann pilgert“, nannten die Organisatoren um den Vechtaer Kaplan Albert Lüken diese erste Männerwallfahrt im Oldenburger Land. Organisiert und geleitet wurden die Touren von der Jungen Gemeinschaft, der Visbeker Kirchengemeinde St. Vitus, den Vechtaern Georgsrittern, dem Kolpinglandesverband, dem Messdienerteam und dem Vechtaer Andreaswerk.

Tragen im Tuch

Das Tragen im Tuch ergab eine völlig neue Perspektive – für Träger und Getragene

Statio

Statio bei der Goldenstedter Gruppe

Ziel der Männer war das St. Antoniushaus. Je nach Wegstrecke, die zwischen 5-15 km Distanz betrug, waren die „Helden der Nacht“, wie sich diese Veranstaltungsreihe nennt, mehrere Stunden unterwegs. Auch das durchwachsene Wetter hielt keinen ab. Die ersten Gespräche dienten dem Kennenlernen, kamen die Teilnehmer doch nicht nur aus dem Oldenburger, sondern auch aus dem Münsterland und vom Niederrhein. Auch eine Gruppe vom Andreaswerk lief mit. Gestaunt hatte gerade sie über die neuen Perspektiven: „Beim Pilgern nimmt man die Umwelt ganz anders war. Man hat Zeit und auch Geduld.“

An ausgesuchten Stellen machten die Gruppen Halt und nahmen ihr Pilgerheft mit Gebeten und Liedern zur Hand. Und dann war da noch die Sache mit dem Tuch. Über eine Strecke von je 100 Meter galt es, einen aus der Gruppe zu tragen. Ein interessanter Perspektivwechsel - nicht nur für den im Tuch, sondern auch für die, die Verantwortung für ihn trugen. Die stabilen Tücher mit Griffen hatte der Wilhelmshavener Militärpfarrer Torsten Stemmer aus Marienbeständen mitgebracht.

Zum Abschluss der Pilgerroute feierten Kaplan Albert Lüken, Militärpfarrer Torsten Stemmer und Molbergens Pfarrer Uwe Börner mit den Männern einen Gottesdienst im St. Antoniushaus. Musikalisch begleitet wurden sie von Visbeker Band „Faith and Chorus“. Malteser aus Vechta und Lohne gaben dabei ein Glaubenszeugnis ab. Bei Bratwurst und Getränken klang der Abend mit vielen Gesprächen aus. „Endlich gibt es mal was für uns Männer. Es tut gut, mit anderen auf dem Weg zu sein und so Gemeinschaft zu pflegen und neue Bekanntschaften zu schließen“, sagte ein Löninger Pilger.

Die nächste Möglichkeit für die „Helden der Nacht“ steht schon fest: am 19.09.2020 in Xanten. „Da fahren wir hin“, versicherten Pilger aus Vechta.

Ludger Heuer

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