Bischöflich Münstersches Offizialat
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26. Dezember 2014

„Flüchtlinge sind bei uns willkommen!“

Bistümer und Hilfswerke stellen mehr als 73 Millionen Euro bereit

Anlässlich der dramatischen Flüchtlingssituation im Mittleren Osten und derzahlreichen Flüchtlinge in Deutschland hat die katholische Kirche allein imJahr 2014 mehr als 73 Millionen Euro Hilfe bereitgestellt.

Die deutschenBistümer haben in eigener Initiative rund 41,58 Millionen Euro fürFlüchtlingshilfe in Deutschland und für die internationale Arbeit zurVerfügung gestellt. Die kirchlichen Hilfswerke unterstützen Projekte fürFlüchtlinge im Mittleren Osten und weltweit mit rund 31,52 Millionen Euro.Im Offizialatsbezirk Oldenburg wurden 250.000 Euro für die Flüchtlingshilfe bereitgestellt. Neben der finanziellen Hilfe gibt es darüber hinaus vielfältige weitereUnterstützungsmaßnahmen. Unter anderem stellen Diözesen Unterkünfte inbistums- oder ordenseigenen Immobilien zur Verfügung und sorgen für dieEinrichtung von Gemeinschaftsunterkünften ebenso wie für dezentraleUnterbringungsangebote in den Pfarrgemeinden. Außerdem helfen sie mitBeratungs- und Arbeitsangeboten, psychologischer und ärztlicher Betreuung,caritativem Einsatz in Kinderheimen und Bildungswerken sowie in derAsylberatungsarbeit.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx,würdigt die besondere Hilfsbereitschaft aller Bistümer und Gläubigen: „Mitder Hilfe für die Flüchtlinge wollen wir zeigen: Solidarität ist keine Theorie,sondern gelebte Praxis. Ich bin für die finanziellen und weiteren materiellenKraftakte der Bistümer, der Hilfswerke, die Koordination von Hilfsprojektenim Nahen und Mittleren Osten vor Ort durch Caritas international, und für jedehelfende Hand dankbar. Die Solidarität mit den Flüchtlingen zeigt sich geradeauch durch materiell nicht zu definierende tausende Stunden oftehrenamtlicher Arbeit. Ich sage ein herzliches ‚Vergelt’s Gott‘ allenHelferinnen und Helfern – in Beruf und Ehrenamt – für diesen Einsatz. Somachen wir deutlich: Flüchtlinge sind bei uns willkommen“, sagte KardinalMarx. Gleichzeitig betonte er, dass es neben der konkreten Hilfe auch eineintensive Unterstützung im Gebet gebe: „Gebetsgemeinschaften, ökumenischeGottesdienste, Friedensvigilien, besonders auch das Friedenslicht ausBethlehem, und viele Initiativen mehr sind Quelle der Hoffnung! Gebet undkonkrete Hilfe gehören in dieser für die Menschen oft dramatischen Situationunteilbar zusammen.“

Mit Blick auf das Weihnachtsfest unterstrich Kardinal Marx, dass es ein gutes Zeichen in dieKirche hinein und in die Gesellschaft hinaus sei, wenn die Flüchtlinge ihren Platz in denGemeinden fänden: „Es ist wunderbar, dass für die Flüchtlinge Gottesdienste gefeiert werden,in denen sie als unsere Schwestern und Brüder mit aufgenommen werden. Die Armen undBedrängten sind manchmal ganz nah: Familienangehörige oder Nachbarn, Obdachlose oderFlüchtlinge, die in ihrer Not zu uns kommen. Häufig können aber auch Menschen auf anderenKontinenten zu Nächsten werden. Wir dürfen in der Hilfe für Menschen in Not nichtnachlassen. Die Botschaft von Weihnachten spornt uns dazu an.“

Johannes Hörnemann