Bischöflich Münstersches Offizialat
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23. Dezember 2018 - Zetel

Ein Raum zur Begegnung mit Gott

Herz-Jesu-Kirche in Zetel feiert 60. Geburtstag

Der Flüchtlingsstrom nach dem Zweiten Weltkrieg hatte viele heimatvertriebene Katholiken in die Zeteler Diaspora getragen. 1958 wurden für sie daher hier die Herz-Jesu-Kirche und ein eigenes Pfarrhaus errichtet. Nach zeitweiliger Zugehörigkeit zu den Pfarreien Bockhorn und Schortens gehört Zetel seit 2007 erneut zur Kirchengemeinde St. Bonifatius Varel. Heute feierte die Gemeinde mit Pfarrer Manfred Janßen in der kleinen Filialkirche einen Festgottesdienst zum 60. Kirchweihjubiläum. Als Hauptzelebrant hatte Janßen Weihbischof Wilfried Theising eingeladen.

Einzug

Einzug

Handwaschung am Altar

v.l. Pfarrer Manfred Janßen, Weihbischof Wilfried Theising und Diakon Klaus Elfert mit Messdienern am Altar

Weihbischof bei Predigt

Weihbischof Weilfried Theising bei der Predigt

Herz-Jesu-Kirche Zetel

Die Herz-Jesu-Kirche in Zetel

„Ich freue mich sehr über Deine kurzfristige Zusage“, begrüßte ihn Janßen in der vollbesetzten Kirche. Das zeige, dass sich der Weihbischof auch um kleinere Schafe seiner Herde kümmere, sagte Janßen mit Blick auf die Diasporasituation seiner Gemeinde. Er habe die Einladung zwar erst kurzfristig bekommen, entgegnete Theising. Doch da am vierten Advent keine Firmungen stattfinden würden, habe er Zeit gehabt und sei gerne gekommen. Besonders freue er sich auf diese kleine Kirche, denn bei Firmungen sei er immer in den großen Pfarrkirchen. In die kleinen Filialkirchen komme er daher seltener. Und die volle Kirche zeige im, dass das angeblich kleine Schäflein gar nicht so klein sei, schmunzelte er.

Die Kirche in Zetel sei damals nicht nur ein Dach und ein beheizter Raum für Gottesdienste gewesen, sondern vor allem ein Raum, wo sich die Gemeinde versammeln und gegenseitig unterstützen konnte. „Wir brauchen diese Räume zur Begegnung mit Gott“, sagte Theising. Man könne mit Gott zwar auch zu Hause sprechen. Manchmal aber sei ein Orts- und Perspektivwechsel dafür gut. „Daher können wir heute dankbar dafür sein, dass Menschen vor sechzig Jahren den Mut gehabt hätten, diese Kirche zu bauen.“ Die Kirche gefalle ihm sehr gut, fuhr Theising fort. Der Raum habe etwas Erhabenes und wirke durch seine auffällige Dachkonstruktion im positiven Sinne wie ein Stall bzw. eine Krippe. Und die Krippe, in der Gott als Kind gelegen habe, sei ein Ort der Begegnung mit anderen Menschen und mit Gott. „Ich gratuliere Ihnen zu diesem Ort der Begegnung mit Gott.“

Glück- und Segenwünsche für die Gemeinde überbrachten beim anschließenden Sektempfang im Pfarrheim auch der evangelische Kreispfarrer Christian Scheuer, die evangelische Pastorin Sabine Indorf, Bürgermeister Heiner Lauxtermann und der ehemalige evangelische Pastor Andreas Kahnt. Sie alle äußerten ihren Respekt über die Leistungen und das aktive Leben der kleinen katholischen Gemeinde. Und sie betonten die Wichtigkeit gelebter Ökumene. Belege aus ihrer Biografie brachten die Redner gleich selbst mit. So erzählte Pfarrerin Indorf, dass sie in einer katholischen Kirche konfirmiert worden sei. Bürgermeister Lauxtermann stammt aus einem ökumenischen Elternhaus, und auch Pfarrer Janßen verriet, dass er in einer evangelischen Kirche getauft worden sei.

Ludger Heuer

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