Bischöflich Münstersches Offizialat
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16. Mai 2019 - Vechta

Den Mut für Neues wagen

Jugendseelsorger diskutieren Formen der Jugendpastoral

Jugendpastoral ist im Oldenburger Land immer noch recht erfolgreich. In einigen Gemeinden liegt die Firmquote bei einhundert Prozent der Jugendlichen. Und dennoch muss über Neuerungen nachgedacht werden. Darin waren sich über fünfzig Pastoralreferenten/innen und Geistliche aus dem Oldenburger Land einig. Auf Einladung des Bischöflich Münsterschen Offizialats (BMO) waren sie zu einem ganztägigen Treffen auf den BDKJ-Jugendhof gekommen. Dabei diskutierten sie über die Frage, welche Impulse die im November 2018 in Rom durchgeführte Jugendsynode für die Pastoral im Oldenburger setzt. Der wesentlichste: Jugendpastoral soll in erster Linie nicht für, sondern mit Jugendlichen gestaltet werden.

Prof. Sellmann

Prof. Dr. Matthias Sellmann

Bischof Genn

Bischof Dr. Felix Genn

Podium beim Jugendpastoraltag

Beim Jugendpastoraltag stellten sich v.l. Pastoralreferentin Alexandra Imholte (3.v.l.), Prof. Matthias Sellmann, die BDKJ Vorsitzende Sophia Möller und Bischof Dr. Felix Genn den Fragen der Moderatoren Benedikt Feldhaus und Laura Tietzel und des Publikums.

Die Synode sei leider von der Missbrauchsdebatte überlagert worden, führte Stefan Honsel von der Abteilung Seelsorge des BMO in die Veranstaltung ein. Daher war der Bochumer Theologe Prof. Dr. Matthias Sellmann, Berater der Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz, eingeladen worden, um ihre Ergebnisse und Erkenntnisse vorzustellen. Mit einer Vorsynode, der weltweiten Onlinebefragung und der starken Jugendpräsenz in Rom habe die Synode einen neuen Stil eingeführt, erklärte er. Jugendpastoral diene nicht dazu, mehr Fromme, Autoritätshörige oder Priesteramtskandidaten heranzuziehen. Vielmehr sollte bei jungen Menschen geistliche Lebenskompetenz gefördert werden. Dazu gehören z.B. die Fähigkeit, sich für andere Menschen zu interessieren, soziale Themen zu beachten, Solidarität und Hingabe zu zeigen. Solche Menschen würden eine Kraftzufuhr erfahren, die sie vorher nicht gekannt hätten, und sie würden sich von Jesus Christus ansprechen lassen, sagte Sellmann. In diesem Sinn wäre Jugendpastoral Berufungspastoral im besten Sinn des Wortes.

Die Synode habe ihn sehr beeindruckt, erzählte Bischof Dr. Felix Genn, der dort den deutschsprachigen Arbeitskreis moderiert hatte. „Wir müssen lernen, zuzuhören und die Realität der anderen Menschen wahr zu nehmen, auch wenn wir nicht sofort wissen, wie wir damit umgehen sollen.“ So habe ein irakischer Jugendlicher erzählt, dass er sonntags immer zur Eucharistie gehe, ohne zu wissen, ob er wieder lebend nach Hause komme. Und ein Bischof aus dem Tschad würde gerne etwas mit Jugendlichen machen. Doch die hätten in ihrem Land keine Perspektive und würden es scharenweise verlassen. „Wir dürfen Kirche nicht immer nur aus europäischer Perspektive sehen“, mahnte Genn. Das habe ihm ein afrikanischer Bischof auch ganz deutlich gemacht.    
 
Über die Möglichkeiten und Grenzen der Jugendpastoral in den Gemeinden diskutierten Genn und Sellmann anschließend mit Sophia Möller, Vorsitzende des BDKJ Landesverbandes Oldenburg, und der Barßeler Pastoralreferentin Alexandra Imholte. Die Mitglieder der katholischen Jugendverbände würden ihre eigenen Themen mitbringen, berichtete Möller. „Wir müssen in der Jugendarbeit das „Christ sein“ moderner und offener definieren“, regte sie an. Die Firmvorbereitung sei vielfach die einzige Gelegenheit, um mit Jugendlichen als Kirche in Kontakt zu treten. „Diese Zeit sollten wir nutzen“, mahnte Imholte. Aber das System bedürfe der Auffrischung. Die pastorale Ausbildung werde heutigen Anforderungen nicht mehr gerecht, räumte Sellmann ein. Hier müssten neue Ideen eingeführt werden. Und für eine erfolgreiche Jugendarbeit seien entsprechende Ressourcen nötig. „Nehmen Sie sich 15 Prozent Ihrer Arbeitszeit für Innovationen“, schlug Sellmann vor. „Probieren Sie was Neues aus. Haben Sie den Mut dazu. Auch wenn Sie mal scheitern“, ermunterte auch Bischof Genn die Jugendseelsorger.

Ludger Heuer

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