Bischöflich Münstersches Offizialat
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01. Juli 2019 - Münster, Rom

Bischof Genn: Papstschreiben ist Ermutigung

Liebe Schwestern und Brüder im Bistum Münster!

Auf Einladung von Reinhard Kardinal Marx, des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, hat der Apostolische Nuntius, Erzbischof Dr. Nikola Eterovic, in dieser Woche an der Sitzung aller Diözesanbischöfe in Berlin teilgenommen. Dabei hat er uns einen Brief des Heiligen Vaters an alle Katholiken unseres Landes übergeben, den ich Ihnen heute in seinem Namen vorlege. Ich empfinde dies als großes Zeichen der Wertschätzung des Papstes. Es ist eine Ermunterung, einen hochherzigen Blick auf die Zukunft der Kirche in Deutschland zu legen, insbesondere auch auf den „Synodalen Prozess“. Papst Franziskus ermutigt uns, diesen synodalen Prozess gemeinsam als Volk Gottes zu gehen, aufeinander zu hören, auch Auseinandersetzungen nicht zu scheuen und uns mutig der Wirklichkeit zu stellen.

Bischof Felix Genn

Es ist mir ein Bedürfnis, Ihnen auch in den Gemeinden und Pfarreien diesen Brief weiterzureichen. Er richtet sich ausdrücklich nicht nur an die Bischöfe und Hauptamtlichen, sondern an alle Glieder des Volkes Gottes. Nehmen wir ihn mit offenem Herzen und dankbar an.

Ich ermuntere alle, diesen Brief gemeinsam zu studieren, um so gemeinsam auf den Heiligen Geist zu hören, wie es die Schrift sagt: „Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt“ (Offb 2,7 u.a.).

Der Papst nimmt in seinem Brief ausdrücklich Bezug auf den „Synodalen Prozess“, auf den die Katholische Kirche in Deutschland sich vorbereitet. Er legt uns dazu keine Grenzen der
Debatten auf, sondern gibt uns Kriterien an die Hand, die uns helfen können, aus den vielen Stimmen heraus den Heiligen Geist wahrzunehmen. Es darf uns nicht darum gehen, unsere Ideen durchzusetzen. Es ist sein Anliegen, auf das zu hören, was der Geist uns sagt, und wie er uns führt. Es darf uns nicht zuerst um neue Systeme und Strukturen gehen, sondern um eine wirkliche Bekehrung und Hinwendung zu Gott und zum Nächsten, der vor unserer Haustür sitzt. Es geht dem Heiligen Vater darum, die Welt, in der wir leben, mit der Kraft des Heiligen Geistes zu salben. Er nennt dies „den Primat der Evangelisierung“1. Dabei lädt er uns dazu ein, den Menschen unsere Freude mitzuteilen, uns zu öffnen und zu den Menschen, gerade auch zu denen an den Rändern, hinauszugehen.

„Verstimmung, Apathie, Bitterkeit, Kritiksucht sowie Traurigkeit sind keine guten Zeichen oder Ratgeber; vielmehr gibt es Zeiten, in denen ‚die Traurigkeit mitunter mit Undankbarkeit zu tun hat: Man ist so in sich verschlossen, dass man unfähig wird, die Geschenke Gottes anzuerkennen‘“

Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, liebe Schwestern und Brüder,
ich bin sehr froh über diesen Brief. Ich bitte Sie – und ich fordere Sie sehr herzlich dazu auf: Lesen wir diesen Brief gemeinsam, studieren wir ihn in den Räten und Gremien, bedenken wir ihn im Gebet und vor allem beten wir mit Papst Franziskus darum, dass der „Synodale Prozess“ nicht einfach eine weitere Tagung von Fachleuten wird, sondern zu einer Erneuerung unserer Kirche sowie Er, der Herr, es will, beiträgt.

Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im pastoralen Dienst, ich bitte Sie dafür Sorge zu
tragen, dass in Ihren Pfarreien und Gemeinden Möglichkeiten geschaffen werden, gemeinsam mit den Menschen darüber in einen Dialog zu kommen. Ich grüße Sie herzlich und danke Ihnen und allen Schwestern und Brüdern für Ihren Dienst.

Mit herzlichen Grüßen

Ihr Bischof

Dr. Felix Genn

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