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23. September 2019 - Cloppenburg

Bewahrt die Schöpfung!

Bischof Genn spricht bei Jugendkatechese über ihre Schönheit und Verletzlichkeit

„Schön, dass Ihr Euch am Sonntagabend die Zeit genommen habt, um hierher zu kommen“, bedankte sich Bischof Dr. Felix Genn gestern bei knapp zweihundert Jugendlichen in der St. Josef-Kirche. Die Jugendkirche Update um Kaplan Michael Bohne hatte zu der Katechese mit dem Bischof eingeladen. Thematisch ging es mit „Fridays für futures“ und das Staunen über die Schönheit der Natur um ein hochaktuelles Thema. Den Firmlingen aus Cappeln, Lastrup, Lohne, Emstek, Neuenkirchen, Vechta und Cloppenburg, die mit ihren Katecheten gekommen waren, legte Genn ans Herz, sich für die Bewahrung der Schöpfung einzusetzen.

Bischof Felix bei der Predigt

Bischof Felix erzählt den Jugendlichen, worüber er in der Natur staunt

Bischof Felix im Gespräch mit Jugendlichen

Bischof Felix im Gespräch mit Jugendlichen

Themen der Katechese

Mit Kerzen markieren die Jugendlichen die Themen, die sie beschäftigen

Einladung zu Würstchen und Getränken

Kaplan Michael Bohne lädt am Schluss der Katechese zur Begegnung mit dem Bischof ein

Die Klimademonstrationen am Freitag hätten ihn schwer beeindruckt, sagte der Bischof den Jugendlichen. Er stamme von einem Bauernhof und sollte eigentlich Bauer werden. Damit habe er als junger Mann aber nichts anfangen können. Erst später habe er einen Bezug zur Schönheit der Natur entwickelt, gab er zu. Die falle ihm auch immer auf, wenn er in das Oldenburger Land komme. Dazu scheine tatsächlich jedes Mal die Sonne, wenn er komme. „Wie macht ihr das eigentlich?“, lachte er.  

Er beschrieb anschaulich, wie ihn die Schönheit der Natur inzwischen fasziniere. Die Vögel, Bienen und Ameisen und die vielfältige Flora. Staunen musste er vor einiger Zeit auch bei einem Besuch im Münsteraner Planetarium. Angesichts der vielen Planeten und Sterne könne es sich nicht vorstellen, dass sie nur durch einen Urknall bewegt würden. „Da muss auch ein großer Geist dahinterstehen.“

„Bewahrt Euch für immer die Sensibilität für das Wundervolle der Schöpfung. Sonst hat die Klimademo ja keinen Sinn“, bat Genn die jungen Leute. Die Brände im Amazonasbereich, der Klimawandel, das Plastik in den Weltmeeren – „das müssen wir kritisch sehen“, sagte er. Nur zu demonstrieren reiche da nicht mehr aus. Die Politiker bräuchten viele Impulse, um zu ihren Entscheidungen zu kommen. Das Leugnen des Klimawandels sei für ihn ein Irrsinn.

„Die jungen Menschen erinnern uns daran, dass die Erde kein Gut ist, das man verschleudern kann, sondern ein Erbe, das weiterzugeben ist. Sie erinnern daran, dass die Hoffnung auf das Morgen nicht ein schönes Gefühl ist, sondern eine Aufgabe, die heute konkrete Handlungen erfordert. Ihnen schulden wir echte Antworten, nicht leere Worte: Fakten und keine Illusionen“, zitierte Genn Papst Franziskus aus seiner Botschaft zum Weltgebetstag für die Bewahrung der Schöpfung zum 1. September. „Macht Euch die Erde untertan bedeutet nicht, sie zu unterwerfen und auszubeuten, sondern sie zu hegen und zu pflegen“, stellte Genn daher klar.
 
Im Anschluss an den Wortgottesdienst traf sich der Bischof vor der Kirche mit den Jugendlichen bei Würstchen und Getränken zum Gespräch.
 
Ludger Heuer

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