Bischöflich Münstersches Offizialat
Für die Katholische Kirche im Oldenburger Land

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Kirchensteuer

Informationen zur Kirchensteuer

„Die katholische Kirche benötigt zur Erfüllung ihrer vielfältigen Aufgaben im Bereich der Seelsorge, in den sozial-caritativen Bereichen, im Bereich der Bauunterhaltung (zum Teil für denkmalgeschützte Gebäude) finanzielle Mittel. Sie hat auch Rücklagen zur Versorgung ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Diese Mittel erhalten die jeweiligen Diözesen in Deutschland hauptsächlich über die Kirchensteuer, eine gesetzlich festgelegte Abgabe der Kirchenmitglieder. Rechtliche Grundlage hierfür bilden die in das Grundgesetz von 1949 unverändert übernommenen Artikel der Weimarer Verfassung. Dort wird den Kirchen unter anderem das Recht zugesprochen, Steuern nach Maßgabe landesrechtlicher Bestimmungen zu erheben (WRV Art. 137,6). Die Kirchensteuer beträgt in der Regel neun Prozent der Lohnsteuer, der Einkommensteuer sowie der Kapitalertragsteuer[...].

Sie wird über das staatliche Finanzamt (beziehungsweise über die „Kirchensteuerämter“ in Bayern) eingezogen und an die Kirchen weitergegeben. Der Staat erhält für diesen Dienst durchschnittlich etwa drei Prozent des Kirchensteueraufkommens. Letztlich zahlt nur knapp ein Drittel der Katholiken Kirchensteuer. Kinder und Jugendliche ohne eigenes Einkommen, alte Menschen mit geringer Rente und Arbeitslose zahlen keine Lohn¬ und Einkommenssteuer und somit auch keine Kirchensteuer.

Für die Verwendung der Kirchensteuer im Zuge eines Haushaltsplanes sowie die Überwachung der Verteilung der Kirchensteuern ist der jeweilige Kirchensteuerrat in den Diözesen zuständig. In diesen Gremien sitzen mehrheitlich Laien, die nicht im kirchlichen Dienst stehen und von den Kirchenvorständen der Gemeinden in der Diözese gewählt werden. Weitere Einnahmequellen sind Spenden, Gebühren für konkrete Leistungen (zum Beispiel Kindertagesstätten), staatliche Zuschüsse sowie Einkünfte aus Vermietungen und Verpachtungen. Die katholische Kirche hat auch Rücklagen zur Sicherung der Zukunft. So ist sie zum Beispiel verpflichtet, die Altersversorgung der Priester und anderer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu sichern, muss für den Unterhalt ihrer Gebäude sorgen und auf Einnahmeausfälle und unvorhersehbare Mehrausgaben (wie z. B. Flüchtlingshilfe) vorbereitet sein.“  (Quelle: Sekretariat der  Deutschen Bischofskonferenz, Arbeitshilfe 287, ZAHLEN UND FAKTEN  2015/16)

Kirchensteuer wird in Landesgesetzen, in Niedersachsen ist dies das „Gesetz über die Erhebung von Steuern durch Kirchen, andere Religionsgemeinschaften und Weltanschauungsgemeinschaften“ (Kirchensteuerrahmengesetz – KiStRG -). Speziell für die katholische Kirchensteuer gilt im Offizialatsbezirk Oldenburg die „Kirchensteuerordnung für den Oldenburgischen Teil der Diözese Münster (Offizialatsbezirk  Oldenburg)“.

Kirchensteuererlass auf außerordentliche Einkünfte

Kontakt

Portrait Stefan Lampe
Stefan Lampe

Leiter Referat Zentrale Buchhaltung

Tel. 04441 872-421

Abteilung Verwaltung
An der Christoph-Bernhard-Bastei 8
49377 Vechta

Außerordentliche Einkünfte führen zu einer erhöhten Belastung mit Einkommensteuer und damit einhergehend auch mit Kirchensteuer. Für außerordentliche Einkünfte im Sinne des § 34 Absatz 2 EStG (Gewinnen aus Unternehmensveräußerungen, Abfindungen, Nutzungsvergütungen und Zinsen für mehr als drei Jahre, Vergütungen für mehrjährige Tätigkeiten) und § 17 Absatz 1 oder 4 EStG besteht daher bei nahezu allen evangelischen Landeskirchen und katholischen (Erz-)Bistümern die Möglichkeit, einen Teilerlass der Kirchensteuer zu erhalten. 

Um einen solchen Antrag zu stellen, schicken Sie bitte eine vollständige Kopie des entsprechenden Einkommensteuerbescheides mit einem kurzen Anschreiben an das Bischöflich Münstersche Offizialat (Adresse s.u.). Der Bescheid über den Teilerlass wird dann zeitnah durch das BMO erstellt. Die Auszahlung der erlassenen Kirchensteuer erfolgt durch Ihr zuständiges Finanzamt, welches den Bescheid über den Teilerlass ebenfalls durch das BMO erhält. Besteht beispielsweise noch ein Vorbehalt der Nachprüfung auf den entsprechenden Steuerbescheid, so wird die erlassene Kirchensteuer zunächst gestundet, bis ein bestandskräftiger Steuerbescheid vorgelegt werden kann.

Die Beachtung des Steuergeheimnisses ist für die Mitarbeitenden des BMO selbstverständlich.

Bei eventuellen Rückfragen stehen wir Ihnen unter den angegebenen Kontaktdaten gerne zur Verfügung.