Bischöflich Münstersches Offizialat
Für die Katholische Kirche im Oldenburger Land

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Wertvolle historische Bücher im Offizialatsarchiv

Informationen zur Familienforschung im Offizialatsarchiv Vechta

Wer sich für die Vergangenheit seiner Familie und das Leben seiner Vorfahren interessiert, muss in einem ersten Schritt anhand von Personenstandsregistern genealogische Daten zusammenstellen. Im Gebiet des ehemaligen Landes Oldenburg beginnen die standesamtlichen Register der Geburten, Heiraten und Todesfälle mit dem Jahr 1876. Diese Register sind, soweit sie für die laufende Verwaltung nicht mehr benötigt werden, zentral am Standort Oldenburg des Landesarchivs Niedersachsen gelagert und können dort unter Beachtung der gesetzlich geregelten Schutzfristen eingesehen werden.

Vor der Einrichtung der Standesämter wurden Personenstandsdaten in Deutschland nur von den Kirchen dokumentiert. Die von den Pfarrern geführten Matrikeln der Taufen, Trauungen und Todesfälle, die sogenannten Kirchenbücher, sind somit die wichtigste Quelle für die Familienforschung in der älteren Zeit. Die Kirchenbücher der evangelisch-lutherischen Gemeinden des ehemaligen Landes Oldenburg können im Archiv des Oberkirchenrates in Oldenburg bzw. im Landesarchiv in Oldenburg eingesehen werden. Für die Kirchenbücher der katholischen Gemeinden dieses Raumes ist das Offizialatsarchiv in Vechta zuständig.

Durch das starke Interesse an der genealogischen Forschung haben die Originale der Kirchenbücher sehr gelitten und können für die allgemeine Benutzung nicht mehr freigegeben werden. Als Ersatz steht im Offizialatsarchiv in Vechta eine Sammlung von Kirchenbuch-Duplikaten zur Verfügung. In den Jahren 2009 bis 2011 wurden die etwa 390 älteren katholischen Kirchenbuch-Bände des Offizialatsbezirks Oldenburg digitalisiert. Näheres hierzu ist in einem Aufsatz von Willi Baumann im „Jahrbuch für das Oldenburger Münsterland“ 2014 nachzulesen. Im Ergebnis liegen 59.000 Scans vor. Unter Berücksichtigung der Schutzfristen können diese Scans an vier Computer-Arbeitsplätzen im Lesesaal des Archivs eingesehen werden. Für einen großen Teil der älteren Kirchenbücher sind außerdem Maschinenabschriften vorhanden, teilweise auch Reprofotografien (d. h. gebundene Kopien der Originalbücher), alphabetische Indices und genealogische Auswertungen.

Das Offizialatsarchiv ist montags bis donnerstags von 8.30 bis 16.00 Uhr, freitags von 8.30 bis 12.00 Uhr und an jedem ersten und dritten Samstag im Monat von 9.00 bis 13.00 Uhr geöffnet. Eine telefonische Anmeldung ist erforderlich. Grundsätzlich ist die Einsichtnahme in die Archivbestände gebührenfrei, für die Benutzung der Kirchenbücher-Sammlung wird jedoch eine Gebühr von 5,- Euro für einen ganzen Tag bzw. 2,50 Euro für einen halben Tag erhoben. Wer häufiger kommen möchte, kann eine Zehner-Tageskarte für 30,- Euro erwerben. Schriftliche Anfragen können nur in geringem Umfang beantwortet werden und sind gebührenpflichtig.

Kontakt

Gebäude Offizialatsarchiv
Offizialatsarchiv

Ihr Ansprechpartner für die Archive der katholischen Kirche

Tel. 04441 872-230
Fax 04441 872-451

Abteilung Verwaltung
Karmeliterweg 4, 49377 Vechta
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Liste der Kirchenbuch-Duplikate im Offizialatsarchiv Vechta

Die folgende Liste gibt einen Überblick über die im Offizialatsarchiv verfügbaren Kirchenbuch-Duplikate (Stand: Ende 2014). In den älteren Kirchenbüchern können gelegentlich Lücken von mehreren Jahren enthalten sein. Zu beachten sind die Schutzfristen: Gemäß dem Erlass über „Sicherung und Nutzung von Pfarrmatrikeln (Kirchenbüchern)“ von 2008 und der „Kirchlichen Archivordnung“ in der geltenden Fassung von 2014 dürfen nur Kirchenbuchdaten vorgelegt werden, die älter als 120 Jahre (Taufen) bzw. 100 Jahre (Trauungen, Todesfälle) sind. Aus Sterbebüchern kann auf Anfrage schriftlich Auskunft erteilt werden, wenn die Schutzfrist von 40 Jahren abgelaufen ist. (Eine deutlich weitergehende Recherche ist in den standesamtlichen Registern im Landesarchiv in Oldenburg möglich: Gemäß dem Personenstandsgesetz von 2009 betragen die Schutzfristen bei den Geburten 110 Jahre, bei den Heiraten 80 Jahre und bei den Sterbefällen 30 Jahre.)

Altenoythe

Kirchenbücher: Taufen, Trauungen und Todesfälle ab 1669
Zusätzlich vorhanden: Reprofotografien (bis 1875)

Augustfehn

(Diasporagemeinde, gehörte bis 1931 zu Barßel)
Kirchenbücher: Taufen ab 1880, Trauungen ab 1882, Todesfälle ab 1879

Bakum

Kirchenbücher: Taufen, Trauungen und Todesfälle ab 1694
Zusätzlich vorhanden: Maschinenabschrift (1668-1684, 1694-1830)

Barßel

Kirchenbücher: Taufen ab 1653, Trauungen und Todesfälle ab 1651
Zusätzlich vorhanden: Reprofotografien (bis 1875), Maschinenabschrift (bis 1869), Familienregister (bis 1900)

Bösel

(gehörte bis 1873 zu Altenoythe)
Kirchenbücher: Taufen, Trauungen und Todesfälle ab 1874

Brake

(Diasporagemeinde, gehörte bis 1912 zu Oldenburg)
Kirchenbücher: Taufen, Trauungen und Todesfälle ab 1878/79

Bühren

(gehörte bis 1923 zu Emstek)
Kirchenbücher: Todesfälle ab 1905

Bunnen

(gehörte bis 1923 zu Löningen)
Kirchenbücher: Taufen ab 1844, Trauungen ab 1878

Cappeln

Kirchenbücher: Taufen, Trauungen und Todesfälle ab 1660/61
Zusätzlich vorhanden: Maschinenabschrift (bis 1830)

Carum

(gehörte bis 1927 zu Bakum)
Kirchenbücher: Taufen ab 1891

Cloppenburg (Krapendorf)

Kirchenbücher: Taufen ab 1613, Trauungen ab 1642, Todesfälle ab 1665
Zusätzlich vorhanden: Reprofotografie (bis 1875), Teilabschrift (1734 bis 1843 bzw. 1884)

Damme

Kirchenbücher: Taufen ab 1650, Trauungen ab 1651, Todesfälle ab 1723
Zusätzlich vorhanden: Maschinenabschrift (bis 1830)

Delmenhorst

(Diasporagemeinde, gehörte bis 1912 zu Wildeshausen)
Kirchenbücher: Taufen, Trauungen und Todesfälle ab 1879/80

Dinklage

Kirchenbücher: Taufen und Trauungen ab 1668/69, Todesfälle ab 1676
Zusätzlich vorhanden: Maschinenabschrift (bis 1830), Teil-Index

Emstek

Kirchenbücher: Taufen, Trauungen und Todesfälle ab 1631
Zusätzlich vorhanden: Maschinenabschrift (bis 1830)

Essen

Kirchenbücher: Taufen, Trauungen und Todesfälle ab 1651
Zusätzlich vorhanden: Maschinenabschrift (bis 1830)

Friesoythe

Kirchenbücher: Taufen, Trauungen und Todesfälle ab 1675
Zusätzlich vorhanden: Maschinenabschrift (bis 1830), Familienkartei (bis 1900)

Garrel

(gehörte bis 1871 zu Cloppenburg)
Kirchenbücher: Taufen ab 1799, Trauungen und Todesfälle ab 1872
Zusätzlich vorhanden: Index

Goldenstedt

(gemischtkonfessionell)
Kirchenbücher: Taufen ab 1753, Trauungen ab 1770, Todesfälle ab 1740 (ältere Matrikeln verschollen)
Zusätzlich vorhanden: Reprofotografie (bis 1875)

Harkebrügge

(gehörte bis 1924 zu Barßel)
Kirchenbücher: Taufen und Todesfälle ab 1867

Holdorf

(gehörte bis 1827 zu Damme)
Kirchenbücher: Taufen ab 1790, Trauungen ab 1827, Todesfälle ab 1809
Zusätzlich vorhanden: Maschinenabschrift (bis 1830)

Jever

(Diasporagemeinde)
Kirchenbücher: Taufen, Trauungen und Todesfälle ab 1779/80
Kneheim (gehörte bis 1925 zu Cloppenburg)
Kirchenbücher: Todesfälle ab 1910

Langförden

Kirchenbücher: Taufen, Trauungen und Todesfälle ab 1652/53
Zusätzlich vorhanden: Maschinenabschrift (bis 1830)

Lastrup

Kirchenbücher: Taufen und Todesfälle ab 1656, Trauungen ab 1656
Zusätzlich vorhanden: Maschinenabschrift (bis 1830)

Lindern

Kirchenbücher: Taufen, Trauungen und Todesfälle ab 1651/52
Zusätzlich vorhanden: Maschinenabschrift (bis 1830)

Lohne

Kirchenbücher: Taufen, Trauungen und Todesfälle ab 1683
Zusätzlich vorhanden: Maschinenabschrift (bis 1830), Index

Löningen

Kirchenbücher: Taufen und Trauungen ab 1639, Todesfälle ab 1644
Zusätzlich vorhanden: Reprofotografie (bis 1875), Teilabschrift (1738-1767), Index

Lutten

Kirchenbücher: Taufen, Trauungen und Todesfälle ab 1673/74
Zusätzlich vorhanden: Maschinenabschrift (bis 1830), Index, Familienregister (bis 1900)

Markhausen

Kirchenbücher: Taufen, Trauungen und Todesfälle ab 1679
Zusätzlich vorhanden: Reprofotografie (bis 1875)

Molbergen

Kirchenbücher: Taufen und Trauungen ab 1692, Todesfälle ab 1695
Zusätzlich vorhanden: Maschinenabschrift (bis 1830)

Neuenkirchen

(gemischtkonfessionell)
Kirchenbücher: Taufen, Trauungen und Todesfälle ab 1651
Zusätzlich vorhanden: Maschinenabschrift (bis 1830)

Neuscharrel

(gehörte bis 1859 zu Scharrel)
Kirchenbücher: Taufen, Trauungen und Todesfälle ab 1859

Oldenburg

(Diasporagemeinde)
Kirchenbücher: Taufen ab 1788, Trauungen ab 1790, Todesfälle ab 1787
Zusätzlich vorhanden: Maschinenabschrift (bis 1830)

Osterfeine

(gehörte bis 1901 zu Damme)
Kirchenbücher: Trauungen und Todesfälle ab 1901

Oythe 

Kirchenbücher: Taufen, Trauungen und Todesfälle ab 1653
Zusätzlich vorhanden: Maschinenabschrift (bis 1830), Familienregister 

Ramsloh

Kirchenbücher: Taufen ab 1811, Trauungen ab 1739, Todesfälle ab 1726 (ältere Matrikeln verschollen)
Zusätzlich vorhanden: Reprofotografie (bis 1875)

Scharrel

Kirchenbücher: Taufen ab 1658, Trauungen ab 1655, Todesfälle ab 1654
Zusätzlich vorhanden: Reprofotografie (bis 1875)

Steinfeld

Kirchenbücher: Taufen, Trauungen und Todesfälle ab 1662
Zusätzlich vorhanden: Maschinenabschrift (bis 1830), Index

Strücklingen

Kirchenbücher: Taufen, Trauungen und Todesfälle ab 1703

Varel

(Diasporagemeinde, gehörte bis 1925 zu Oldenburg)
Kirchenbücher: Taufen ab 1851, Trauungen ab 1854, Todesfälle ab 1853

Vechta

Kirchenbücher: Taufen ab 1642, Trauungen ab 1644, Todesfälle ab 1651
Zusätzlich vorhanden: Maschinenabschrift (bis 1830), Familienregister (ab 1800)

Vestrup

Kirchenbücher: Taufen, Trauungen und Todesfälle ab 1692
Zusätzlich vorhanden: Maschinenabschrift (bis 1830)

Visbek

Kirchenbücher: Taufen, Trauungen und Todesfälle ab 1651
Zusätzlich vorhanden: Maschinenabschrift (bis 1830)

Wildeshausen

(gemischtkonfessionell)
Kirchenbücher: Taufen, Trauungen und Todesfälle 1678-1699 und ab 1810
Zusätzlich vorhanden: Maschinenabschrift (1810-1830), siehe auch Bemerkung unten!

Wilhelmshaven

(Diasporagemeinde, gehörte bis 1914 zu Jever)
Kirchenbücher: Taufen, Trauungen und Todesfälle ab 1860/61

Weitere genealogische Quellen im Offizialatsarchiv Vechta

Wildeshausen:

Seit dem Jahr 1699 ist die Alexanderkirche in Wildeshausen evangelisch-lutherisch. Gemäß dem allenthalben im Deutschen Reich üblichen „Pfarrzwang“ wurden in den Kirchenbüchern des lutherischen Kirchspiels Wildeshausen auch die im Kirchspiel wohnhaften Katholiken eingetragen, bis 1810 die neue katholische Pfarrei St. Peter in Wildeshausen errichtet wurde. Aufgrund eines mit dem Archiv der Evangelisch-lutherischen Kirche in Oldenburg abgeschlossenen Vertrags können im Offizialatsarchiv Vechta seit 2010 auch Digitalisate der evangelischen Kirchenbücher von Wildeshausen benutzt werden.

Firmlingslisten:

Gemäß den kirchlichen Vorschriften sollten in den Kirchenbüchern neben den Taufen, Trauungen und Todesfällen auch die Firmungen eingetragen werden. Da die einzelnen Pfarreien nur alle paar Jahre von Bischöfen oder Weihbischöfen besucht wurden, waren die Listen der Firmlinge entsprechend lang. Diese Listen sind in den Kirchenbüchern nur unvollständig enthalten. Weitere Listen befinden sich zum Teil noch in den Pfarrarchiven; ihre Erschließung und Digitalisierung ist geplant.

Seelenstandsregister:

Im 17. und 18. Jahrhundert wurden in vielen Pfarreien sogenannte „status animarum“ (Listen über den Stand der Seelen) angefertigt. Hierbei handelt es sich um kirchliche Einwohnerlisten mit genauen Angaben über sämtliche im Kirchspiel wohnende Personen (Name, Alter, Beruf, Familienstand, Kommunionempfang). In der Regel sind die Listen nach Bauerschaften, Höfen und Familien geordnet, so dass sich mit ihrer Hilfe z. B. klären lässt, welche Vorfahren Heuerleute oder auch Bauern gewesen sind. Solche „status animarum“ sind im Bistumsarchiv Münster, im Offizialatsarchiv Vechta (Altes Archiv) und in den jeweiligen Pfarrarchiven überliefert. Zahlreiche Register einzelner Kirchspiele sind seit 2006 in mehreren Bänden in der vom Heimatbund für das Oldenburger Münsterland herausgegebenen „Roten Reihe“ veröffentlicht worden (Band 13: Kirchspiele Steinfeld, Lohne, Vestrup, Bakum, Vechta, Oythe, Langförden, Emstek, Cappeln, Lindern und Essen 1703; Band 14: Kirchspiele Löningen, Molbergen, Markhausen, Scharrel, Ramsloh, Strücklingen und Barßel 1713 sowie Goldenstedt und Lutten 1690; Band 17: Amt Vechta 1749/50; Band 18: Amt Cloppenburg 1749/50).

Zivilstandsregister der Franzosenzeit:

Vom März 1811 bis Ende 1813 gehörte das Gebiet des Landes Oldenburg zum Kaiserreich Frankreich. Damit galt hier auch der „Code Civil“, demgemäß in den Mairien (den vormaligen Kirchspielen) Zivilstandsregister über die Geburten, Heiraten und Todesfälle geführt werden mussten, die wesentlich ausführlicher als die Kirchenbücher waren. Nach Napoleons Sturz und der Rückkehr des Herzogs blieb diese Regelung in Oldenburg noch bis Ende des Jahres 1814 in Geltung. Anschließend wurden die Zivilstandsregister an die örtlichen Pfarrämter abgegeben. Sie sind deshalb, leider mit großen Lücken, in den Pfarrarchiven überliefert. Aus Damme und Neuenkirchen sind zusätzlich ältere Zivilstandsregister vorhanden, da die osnabrückischen Teile dieser Kirchspiele schon seit 1807 zum Königreich Westphalen, einem napoleonischen Satellitenstaat, gehört hatten. Die Digitalisierung der noch vorhandenen Zivilstandsregister der Kreise Vechta und Cloppenburg im Offizialatsarchiv ist geplant.

Andere Archivalien:

In den Archivbeständen des Offizialates selbst sowie in den Pfarrarchiven, deren Altbestände zum Teil im Offizialatsarchiv deponiert sind, liegen zahlreiche für die Familienforschung relevante Unterlagen seit dem 16. Jahrhundert vor, die das bisher genannten Quellenmaterial ergänzen. Als Beispiele seien genannt: Kirchenrechnungen, Armenrechnungen, Mitgliederlisten von Bruderschaften und Vereinen, Schulakten, Dispenserteilungen für Trauungen, Akten über abgabepflichtige Bauernhöfe, Nachlassverwaltungsakten der Pfarrer und Vikare usw. Im Lesesaal des Offizialatsarchivs können die Originale dieser Dokumente anhand der Findbücher bestellt und eingesehen werden.