Bischöflich Münstersches Offizialat
Für die Katholische Kirche im Oldenburger Land

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Die Gedenkstätte für die Gefallenen der Weltkriege in Bethen

Im Wallfahrtsort Bethen bei Cloppenburg wird seit dem späten Mittelalter in besonderer Weise die Jungfrau Maria verehrt. Das Gnadenbild, eine Pietà aus dem späten 14. Jahrhundert, befindet sich in einer kleinen barocken Kapelle, die 1669 durch den münsterischen Fürstbischof Christoph Bernhard von Galen konsekriert wurde. Im Ersten Weltkrieg nahm die Wallfahrt nach Bethen, die während des 19. Jahrhunderts fast zum Erliegen gekommen war, einen starken Aufschwung, als zahlreiche Pilger aus den katholischen Gemeinden des Oldenburger Landes vor dem Gnadenbild der Muttergottes für ihre in den Krieg gezogenen Angehörigen beteten. So entstand noch während des Krieges der Plan zum Bau einer „katholischen Wallfahrts-, Friedens- und Kriegergedächtniskirche“ neben der Gnadenkapelle, die im Jahr 1929 konsekriert wurde und seit 1977 den Ehrentitel einer „Basilica minor“ trägt.

Die 1931 eingeweihte Krypta der Wallfahrtskirche ist in besonderer Weise dem Gedenken an die Opfer der Weltkriege aus den katholischen Gemeinden des Oldenburger Landes gewidmet. Auf den Marmorwänden sind 3.672 Namen von gefallenen, gestorbenen und vermissten Soldaten des Ersten Weltkriegs aus den damals bestehenden fünf Dekanaten bzw. 53 Pfarreien des Offizialatsbezirks verzeichnet. Ein 1972 gedrucktes Gedenkbuch enthält 10.244 Namen von militärischen und zivilen Opfern des Zweiten Weltkriegs aus den damals bestehenden neun Dekanaten bzw. 117 Kirchen- und Kapellengemeinden des Offizialatsbezirks.

Erster Weltkrieg

Als die Gedenkstätte in Bethen am 18. November 1931 eingeweiht wurde, erschien als Sonderbeilage der „Oldenburgischen Volkszeitung“ ein umfangreiches Gedenkblatt mit einer Namenliste. Diese Liste bildete den Grundstock für eine Datenbank mit weiterführenden biographischen Daten zu den Kriegstoten, die seit vielen Jahren im Offizialatsarchiv in Vechta gepflegt wird. Als Ergebnis der Recherchen erschien 2018 pünktlich zum hundertsten Jahrestag des Kriegsendes ein „Gedenkbuch für die Opfer des Ersten Weltkriegs aus den katholischen Gemeinden des Oldenburger Landes“. Das 232 Seiten umfassende Werk enthält die Namen und Lebensdaten der 3.498 auf den Marmortafeln in Bethen genannten Kriegstoten, wobei die Differenz gegenüber der oben genannten Summe sich aus zahlreichen Doppelnennungen ergibt. Zusätzlich enthält der Band die Namen und Lebensdaten von weiteren 219 Kriegstoten aus den katholischen Gemeinden, die auf den Marmortafeln aus verschiedenen Gründen fehlen, sowie die Namen der etwa 220 gefallenen, gestorbenen und vermissten Soldaten aus den evangelischen Gemeinden des Oldenburger Münsterlandes. Das Gedenkbuch ist bei der Kirchengemeinde St. Marien in Bethen zu beziehen.

Zweiter Weltkrieg

Das 1972 erschienene Gedenkbuch des Wallfahrtsortes Bethen für die Opfer des Zweiten Weltkriegs beruht auf einer Erhebung aus dem Jahr 1965, als sowohl die alteingesessenen als auch die heimatvertriebenen Katholiken im Oldenburger Land aufgerufen waren, den Pfarrämtern die Daten ihrer durch Kriegseinwirkung ums Leben gekommenen Angehörigen mitzuteilen. Es wurde nur in kleiner Auflage gedruckt und an die Kirchengemeinden abgegeben. Ein Exemplar lag in der Krypta in Bethen zur öffentlichen Einsicht aus. Der Band enthält, nach Kirchen- und Kapellengemeinden geordnet, 10.244 Namen von im Krieg getöteten, gestorbenen und vermissten Soldaten und Zivilisten nebst ihren Geburts- und Todesjahren. Obwohl es einerseits zahlreiche Doppelnennungen gibt, andererseits viele Kriegstote fehlen, hat dieses Werk einen hohen Quellenwert. Um es einem größeren Interessentenkreis verfügbar zu machen, wurde im Offizialatsarchiv in Vechta 2008 eine Abschrift auf digitaler Basis erstellt. Diese diente als Grundlage für eine 110-seitige PDF-Version des Bandes, die mit einer ausführlichen Einleitung versehen und im Internet veröffentlicht wurde.

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