Bischöflich Münstersches Offizialat
Für die Katholische Kirche im Oldenburger Land

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Zwei paar Füße auf einer Slackline.

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Katholische Grundschulen in Niedersachsen

Einen besonderen Schultypus unter den staatlichen Schulen in Niedersachsen bilden die „Schulen für Schülerinnen und Schüler des gleichen Bekenntnisses“. So gibt es heute in im Gebiet des Bischöflich Münsterschen Offizialats insgesamt 71 Grundschulen für Schülerinnen und Schüler katholischen Bekenntnisses, die sog. katholischen Grundschulen. Das Land Niedersachsen hat sich im Niedersachsenkonkordat zur Beibehaltung dieser Bekenntnisschulen verpflichtet.

Verantwortlich für diese Bekenntnisschulen sind die örtlichen Kommunen als Schulträger sowie das Land Niedersachsen für die inhaltliche Arbeit und personelle Ausstattung. Das Bischöflich Münstersche Offizialat versteht sich als Interessenvertreter und Anwalt dieser Schulen.

Zwar gibt es schulrechtlich keine besonderen inhaltlichen Vorgaben für katholische Grundschulen, in der Praxis jedoch setzen sie in aller Regel inhaltlich und gestalterisch eigene Akzente: Sie stehen für ein pädagogisches Konzept, das Wissensvermittlung mit ganzheitlicher Erziehung und Glaubenspraxis verbindet.

Kontakt

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Heinrich Blömer

Oberschulen und Projekt Schule

Tel. 04441 872-222

Schulabteilung des BMO
An der Christoph-Bernhard-Bastei 8
49377 Vechta

Katholische Grundschulen – Bereicherung der Bildungslandschaft

Die großen kulturellen Veränderungen in unserer Gesellschaft, die Globalisierung der wirtschaftlichen Beziehungen, die Relativierung der Wertvorstellungen und zunehmend instabile Familienstrukturen beunruhigen und verunsichern Kinder immer mehr. In unserer pluralen Gesellschaft zeigen die Katholischen Grundschulen durch ihre Ausrichtung auf das Bekenntnis ein eigenes und eindeutiges Profil. Damit wirken sie Orientierungslosigkeit und Beliebigkeit entgegen, geben den Schülerinnen und Schülern Halt und unterstützen sie bei der Entwicklung ihrer Persönlichkeit.

Die religiöse Dimension von Bildung beschränkt sich nicht auf den Religionsunterricht, sondern findet sich als Grundorientierung in allen Fächern wieder. Natürlich gibt es keine »Katholische Mathematik«, aber es besteht im Unterricht immer wieder die Möglichkeit, Zusammenhänge mit Inhalten, Werten und Anschauungen des Glaubens herzustellen.

Darüber hinaus leisten Bekenntnisschulen einen wichtigen Beitrag, um die christliche Kultur im Alltag lebendig werden zu lassen: Kreuze in den Klassenräumen oder die Pflege religiöser Traditionen wie Martinszüge und Adventsfeiern sind feste Bestandteile des Schulprogramms.

Der Mehrwert der Bekenntnisschulen

Bekenntnisschulen orientieren sich am biblisch begründeten Menschenbild. Jeder Mensch ist als Ebenbild Gottes einmalig und damit einzigartig – mit all seinen Stärken und Schwächen. Die persönlichen Eigenheiten und die der anderen zu erkennen und zu respektieren, prägt als christliche Grundhaltung das Miteinander der Schulgemeinschaft: der Schülerinnen und Schüler, der Lehrerinnen und Lehrer und der Eltern.
 
Die Kinder mit der Frohen Botschaft des Evangeliums vertraut zu machen und sie an ein Leben in und mit der Kirche heranzuführen, bildet die Grundlage für die Erziehung und Bildung einer Katholischen Bekenntnisschule. Diese Vermittlung reicht weit über den Religionsunterricht hinaus und umfasst die ganze Schulgemeinschaft, über alle Unterschiede der sozialen und nationalen Herkunft hinweg. Ganz selbstverständlich schließt diese Gemeinschaft auch nicht-katholische Schülerinnen und Schüler ein, ohne Unterschiede zu verwischen und damit die Eigenheiten des anderen zu missachten. In diesem Sinne leisten

Gemeinsam den Glauben (er)leben

Religiöse Angebote sind feste Elemente des Schulalltags. Beim gemeinsamen Gebet, bei regelmäßigen Schulgottesdiensten und Feiern der Fest- und Feiertage des Kirchenjahres können die Kinder die Schule als eine Lebens- und Lerngemeinschaft erfahren – ebenso bei der Feier des Namens- und Geburtstages oder etwa bei einer Schulwallfahrt. Dadurch bekommt der Glaube einen Bezug zum Leben der Kinder, wird für sie lebendig, in der Gemeinschaft erfahrbar und nicht auf eine Privatangelegenheit des Einzelnen reduziert.

Brücke zum Leben in der Pfarrgemeinde

Katholischer Glaube kann für die Kinder nur dann zu einer tragfähigen Grundlage für ihr Leben werden, wenn er auch im persönlichen Kontakt mit Priestern, Diakonen und Pastoralen Diensten im umliegenden Seelsorgebereich erfahrbar wird.

Eine Vernetzung zwischen Schulgemeinschaft und Pfarrgemeinde findet beispielsweise dann statt, wenn sich die Schule bei Festen und Feiertagen der Pfarrgemeinde engagiert oder beide – etwa im Rahmen des Offenen Ganztags – kooperieren.

Schaufenster der Kirche

Ein zweites Kriterium macht für Bölsker eine katholische Schule aus: Sie soll gleich "einem Schaufenster der Kirche" in die Gesellschaft hineinwirken und eine Signalwirkung haben.

Kirchliche Schulen sollten Position beziehen und erkennbar bleiben. Gut gefallen habe ihm beispielsweise die klare Haltung von Papst Johannes Paul II. in der Irak-Frage. Eine solche Position hält Bölsker-Schlicht auch in der Lebenswelt Schule für wirkungsvoller als einen "Liberalismus, der keine Position bezieht".