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06. Januar 2018 - Oesde, Vechta

Katholische Landvolkshochschule Oesede schaut „landwärts“

Weihbischof Theising stärkt Landwirten den Rücken

Ca. zweihundert Gäste konnte Diakon Johannes Buß heute in der Katholischen Landvolkshochschule Oesede zum traditionellen Landwirtschaftstag begrüßen. Unter den Gästen waren neben dem Winterkurs mit dreißig jungen Landwirten Vertreter des Landvolks, der Katholischen Landjugend, der Landfrauen und Abgeordnete des Bundes- und Landtages. Das Grußwort hielt die Vizepräsidentin des Niedersächsischen Landtages, Meta Janssen-Kucz. Hauptredner war Weihbischof Wilfried Theising. Naturfotograf Willi Rolfes brachte den Gästen mit Bildern seines neuen Bildbandes „da Sein. Wie ein Baum“ Naturschönheiten der Region nahe.

Weihbischof Wilfried Theising

Weihbischof Wilfried Theising sprach beim Landwirtschaftstag in Oesde.

Staatssekretär Rainer Beckedorf

Staatssekretär Rainer Beckedorf

Podiumsrunde

Fragerunde mit v.l. Meta Janssen-Kucz, Willi Rolfes, Wilfried Theising, Rainer Beckedorf und Moderator Andreas Brinker

Sonderpreis für den Togo-Arbeitskreis

Sonderpreis für den Togo-Arbeitskreis aus dem Oldenburger Münsterland, v.l. Meike Wienken, Klara Lanfermann-Baumann, Maria Grever, Marina Thie und Caroline Scholz mit Diakon Johannes Buß und Weihbischof Wilfried Theising.

Alle Preisträger

Die Preisträger des Johannes Voetlause Preises mit den Laudatoren

Sternsinger

Sternsinger aus Harderberg

Das Jahresthema „landwärts“ unterstreiche die Absicht der Landvolkshochschule, Bildung und Beratung für Einzelpersonen und auch Dorfgemeinschaften anzubieten, erläuterte Buß. Im kommenden Jahr erwarte sein Haus bei zweihundert Veranstaltungen ca. 15.000 Teilnehmer. Mit dem heutigen Tag beginne das dreijährige Projekt „Runde Tische - Kirche und ländlicher Raum“. In dessen Rahmen soll in den vier Regionen Oldenburger Münsterland, Emsland, Osnabrücker Land und der Grafschaft Bentheim über die zukünftige Gestaltung ländlicher Räume nachgedacht werden.

Sie sei gerne im Land unterwegs, sagte Meta Janssen-Kucz in ihrem Grußwort. Wer auf dem Land groß geworden sei, wisse, was er daran habe. Der ländliche Raum sei nicht nur Produktionsstätte für Lebensmittel, sondern stehe auch für Kulturlandschaft, Erholung, Tourismus, Natur, Forstwirtschaft und Ausgleichsflächen, betonte sie. Vor allem schätze sie hier den sozialen Zusammenhalt.

„Die Schöpfung kann man nirgendwo so gut wie auf dem Land erleben“, unterstrich Weihbischof Theising in seinem Vortrag. Der Mensch müsse sich auch selbst als Schöpfung sehen und verantwortlich mit ihr umgehen. Der ländliche Raum dürfe nicht nur auf Landwirtschaft reduziert werden, hier lebten viele andere Menschen. Auch die Kirche habe hier eine wichtige Funktion, sie dürfe die Menschen nicht alleine lassen. Offen sprach Theising über die Folgen von Gemeindefusionen. „Größe muss nicht automatisch besser sein.“ Einen Pfarrer in jedem Dorf werde es aber nicht mehr geben. Die Kirche habe oft ähnliche Themen wie die Politik, gab er zu bedenken und mahnte einen fairen Umgang mit Saison- und Werkvertragsarbeitern an. Die katholische Kirche habe für sie Beratungsstellen in Cloppenburg und Vechta eingerichtet, die Finanzierung sei über die Landkreise gesichert. Es könne nicht sein, dass Landwirte unter dem schlechten Image der Fleischindustrie leiden müssten. „Der ländliche Raum darf nicht den Stempel der Ausbeutung bekommen“, sagte Theising unter Applaus der Anwesenden. Eine Kritik an der landwirtschaftlichen Entwicklung wies der Offizial, der auf einem Hof aufgewachsen ist, zurück. „Nostalgie ist schön, doch es kann nicht sein, dass sich die Landwirtschaft nicht weiter entwickeln darf.“

Über Chancen ländlicher Entwicklung sprach Staatssekretär Rainer Beckedorf vom Niedersächsischen Landwirtschaftsministerium. Gute Bildung, Infrastruktur, Mobilität, medizinische Versorgung oder Digitalisierung seien wichtige Argumente für junge Leute, um auf das Land zurück zu kommen. Der Politiker stellte die Chancen des bis 2020 laufenden EU-Projekts „Pfeil“ vor. Mit bisher 2,3 Mrd. Euro sei dieser Fond das für Niedersachsen wichtigste Förderprogramm. Ländliche Entwicklung dürfe aber nicht nur staatliche Aufgabe sein, sondern benötige viele private Initiativen.

In der abschließenden Fragerunde stellte sich Theising erneut klar auf die Seite der Landwirte. Kritik einzelner Kirchenvertreter oder kirchlicher Organisationen aus dem vergangenen Jahr an nicht artgerechter Mast mochte er sich nicht anschließen. „So was ist nicht hilfreich“, sagte er. Auch wolle es sich nicht vorschreiben lassen, auf Fleisch als Lebensmittel zu verzichten. Einig waren sich alle Referenten, dass Verbraucher bereit sein müssen, für gute Lebensmittel höhere Preise zu zahlen.

Johannes Voetlause Preis
Bevor die Sternsinger kamen, überreichten Diakon Buß und Weihbischof Theising den mit je 1.000 Euro dotierten Johannes Voetlause Preis für ehrenamtliches Engagement im ländlichen Raum. In der Kategorie „Jugend“ bekam ihn die Gruppe „U-25“ aus dem Landkreis Emsland, die suizidgefährdete Gleichaltrige berät. In der Kategorie „Frauen“ wurden drei Bäuerinnen aus Wallenhorst geehrt, die im Rahmen des Projekts „Landwirtschaft für kleine Hände“ Kindergartenkinder auf ihre Höfe eingeladen haben. In der Kategorie „Gemeinwesen“ bekam den Preis das „Freiwilligenforum“ und die Aktion „Rat und Tat“ aus dem Kirchspiel Engter. Freiwillige helfen und begleiten hier Senioren in ihrem Alltag. Einen Sonderpreis bekam der „Togo-Arbeitskreis“ der Katholischen Landjugend im Oldenburger Münsterland für seinen regelmäßigen Austausch mit togolesischen Jugendlichen.

Ludger Heuer

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