Bischöflich Münstersches Offizialat
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14. November 2017

Höhere Wahlbeteiligung dank Briefwahl und jugendlicher Wähler

Kirchengemeinden im Oldenburger Land wählen Pfarreiräte

39 katholische Kirchengemeinde im Oldenburger Land haben am vergangenen Wochenende ihre Pfarrräte gewählt. Die kleinste Gemeinde – St. Willhehad auf Wangerooge – wählt aus organisatorischen Gründen erst im Winter. Je nach Größe der Gemeinde standen zwischen acht und sechzehn Kandidaten zur Wahl. In einigen Gemeinden wurden zusätzlich auch lokale Gemeindeausschüsse auf Ebene der alten Pfarreibezirke gewählt.

Symbolbild Wahl

Die durchschnittliche Wahlbeteiligung lag mit 10,56 Prozent leicht über der von 2013 (9,33%). Die größten Zuwächse sind dabei im Dekanat Friesoythe zu verzeichnen. Gaben hier 2013 noch 13,6 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab, so waren es jetzt 21,09 Prozent. In 15 von 39 Kirchengemeinden lag die Wahlbeteiligung im zweistelligen Bereich. Absoluter Spitzenreiter ist die Kirchengemeinde St. Ansgar Barßel (37,89 %), es folgen Heilig Kreuz in Stapelfeld  (30,55 %), St. Johannes Baptist Garrel (25,74 %), St. Marien Friesoythe (21,09 %) und St. Marien Bethen (19,29 %).

Insgesamt waren von den 263.825 Katholiken im Offizialatsbezirk Oldenburg 234.766 wahlberechtigt, 24.798 nahmen ihr Wahlrecht wahr. Gründe für die Zuwächse liegen einerseits in der Briefwahl, die jeder vierte Wähler nutzte, und in der Absenkung des Wahlalters auf 14 Jahre. Um Jugendlichen mehr Beteiligung am Gemeindeleben zu ermöglichen, war das aktive Wahlrecht erstmals auf 14 Jahre abgesenkt worden. 682 Jugendliche (= 11,8 Prozent der Altersgruppe von 14 bis 16 Jahren) und damit überproportional viele nahmen dieses Wahlrecht auch wahr.  

Auch Briefwahl erhöht Wahlbeteiligung
Die hohen Wahlbeteiligungen in Barßel (37,89 %), Garrel (25,74%) und auch Bad Zwischenahn, das seinen Wert von 5,27 in 2013 auf 12,55 in 2017 mehr als verdoppeln konnte, ist wohl der allgemeinen Briefwahl zu verdanken, die diese drei Gemeinden als einzige im Oldenburger Land durchgeführt haben. In diesen Gemeinden wurde die gesamte Wahl ausschließlich als Briefwahl organisiert, jeder Wahlberechtigte bekam die Unterlagen automatisch nach Hause geschickt. In den anderen Gemeinden fand die Briefwahl nur flankierend und auf Wunsch einzelner Wahlberechtigter statt. Die Wahlbeteiligung nach Dekanaten in Prozent (in Klammern Wert von 2013): Cloppenburg 11,58 (11,85), Damme 8,32 (8,15), Delmenhorst 5,03 (5,89), Friesoythe 21,09 (13,6), Löningen 14,82 (15,93), Oldenburg 6,14 (4,75), Vechta 10,67 (9,57), Wilhelmshaven 4,09 (6,16).

Die Wahlbeteiligung differiert in den verschiedenen Kirchengemeinden stark. Generell liegt sie in Diasporagemeinden niedriger als im katholisch geprägten Südoldenburg. In St. Benedikt  Jever, das diesmal nur im Rahmen einer Pfarrversammlung gewählt hat, sind es 0,66 Prozent, in St. Bonifatius Varel und St. Willehad Wilhelmshaven 4,42 bzw. 5,37 Prozent. In den drei Kirchengemeinden im Stadtgebiet Oldenburg (St. Willehad, St. Josef und St. Marien) lag die Wahlbeteiligung zwischen 3,15 und 5,23 Prozent. In großen Gemeinden mit über 10.000 Gemeindemitgliedern lag sie im Mittelfeld. In St. Andreas Cloppenburg gingen von 12.847 Wahlberechtigten 6,94 % wählen, in St. Mariä Himmelfahrt Vechta bei 12.634 Wahlberechtigten 10,2 %, in St. Viktor Damme bei 12.054 Wahlberechtigten 7,23 %. In den großen Diasporagemeinden fällt die Wahlbeteiligung wieder herunter. In St. Marien Delmenhorst wählten von 12.008 Wahlberechtigten 4,41 %, in St. Willehad Oldenburg von 11.699 Wahlberechtigten 3,13 %.

Kandidatenüberhang
Im gesamten Oldenburger Land wurden 403 Personen in die Gremien gewählt, unter ihnen 270 Frauen und 133 Männer ab mindestens 16 Jahren. Einzige Ausnahme und damit jüngste Vertreterin eines Pfarreirats im Oldenburger Land - und wohl auch bistumsweit  - ist Theresa Eger in St. Willehad Nordenham. Die 15-Jährige wird in Kürze 16 Jahre alt und war mit einer bischöflichen Sondererlaubnis zur Wahl aufgestellt worden. In den meisten Gemeinden gab es mehr Kandidaten als Plätze. Insgesamt konnten 119 Personen, die sich zur Wahl gestellt hatten, keinen Platz erlangen. Dass diese Zahl aber kleiner ausfiel als 2013 (177) zeigt die wachsende Schwierigkeit vieler Gemeinden, Kandidaten zu finden.

Pfarreirat
Seine Amtsperiode beträgt vier Jahre. Neben den gewählten Vertretern gehören ihm der leitende Pfarrer und einige Hauptamtliche aus dem Seelsorgeteam an. Zu den Aufgaben des Gremiums gehören die Entwicklung bzw. Weiterentwicklung der lokalen Pastoralpläne, die Vernetzung kirchlicher  Gruppen untereinander, die Vernetzung kirchlicher Einrichtungen und Gruppierungen mit den Kommunen und Partnern im Sozialraum, die Gestaltung einer lebendigen Liturgie und Sakramentenkatechese, die Ausrichtung karitativer Dienste, die Zusammenarbeit mit Schulen, Öffentlichkeitsarbeit, Bewußtseinschaffung für weltkirchliche Aufgaben und die Bewahrung der Schöpfung, ökumenische Zusammenarbeit und interreligiöse Dialoge. In Zusammenarbeit mit dem Kirchenausschuss wirkt der Pfarreirat auch bei der Erstellung des Haushalts- und Stellenplans seiner Kirchengemeinde mit. In großen Pfarreien mit mehreren Gemeinden werden zusätzlich Gemeindeausschüsse gewählt, die vor Ort die Belange der Gemeindemitglieder vertreten.  

Ludger Heuer

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