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07. Dezember 2017 - Vechta

Gute Leute, gute Texte

Dritter Preacherslam in Kirche am Campus 

Fünf Minuten hatten die vier Kandidatinnen und zwei Kandidaten des dritten Vechtaer Preacherslams Zeit für ihren Auftritt. Zeit für ihre Gedanken, Zeit, das Publikum zu begeistern, Zeit, die rund einhundert Zuschauer in der Kirche am Campus zur Zustimmung, zum Nachmachen, zum Weiterdenken, zum Lachen oder zum Staunen zu bringen. Preacherslam (engl. Preacher = Prediger) bedeutet, dass sich am Dienstagabend (5.12.) mit dem Titel „laut und deutlich“ junge Leute auf die Bühne wagten und ihre Gedanken über Gott und die Welt, Studium und sich selbst, Weihnachten und Berufsfindung kunstvoll in Texte verpackten und in einem Wettstreit vortrugen. Tanz, Akrobatik und Gesang waren verboten, nur reden war erlaubt. Am Ende stimmten Publikum und Experten über die Sieger ab. 

Pater Gregor Naumann übergibt einen Gewinn an Christian Bolten

Die Organisatoren, Benedikt Feldhaus (rechts) und Peter Havers, gaben vor der Siegerehrung einen selbstgeschriebenen Preacherslam-Rap zum besten.

Portrait Kathmann

Lisa Kathmann gewann den Preis in der Kategorie Theologischer Tiefgang

Portrait Otten

Gewinnerin in der Kategorie Sprache und Auftreten wurde Verena Otten.

Publikum

Der Gewinner in der Kategorie "Humor und Witz": Christian Bolten

In den Kategorien Humor und Witz, theologischer Tiefgang sowie Sprache und Auftreten bewerteten Hochschulseelsorge Pater Gregor Naumann, Sabine Prunzel, neue Studierendenpfarrererin in der Kirche am Campus, Janine Redemann von der katholisch-theologischen Fakultät der Uni Vechta und Pastoralreferent Daniel Gewand als Jury die Beiträge. Zudem gab am Ende jeder Gast seine Stimme für den Publikumspreis ab.  Benedikt Feldhaus, Bischöflich Münstersches Offizialat, und Peter Havers, Kirche am Campus, hatten den Abend organisiert. Intensiv hatten sie alle Sprecher im Vorfeld begleitet. „Ich bin beeindruckt, weil hier gute Leute gute Texte vortragen, laut und deutlich“, betonte Havers.

Mit nur einer Stimme Vorsprung wurde der Gewinner der Kategorie Humor auch Publikumsliebling. Christian Bolten, gebürtiger Friesoyther, studiert in Vechta katholische Theologie und sprach über das „Nein-sagen“. „Nein, ein starkes Wort“, sagte er. Abwandlungen des Neins seien schwach. „Nein funktioniert immer, außer bei Oma“, stellte er fest. Omas kennen kein Nein, schließlich müsse das Kind ja etwas zu essen haben. „Jemand, der Nein sagt, der möchte das nicht“, wusste er. „Ich kann das überhaupt nicht“, gestand Bolten. Nein sagen sei schwer, er müsse es immer allen recht machen, er wolle niemanden enttäuschen. Ja-sagen mache ihm Spaß. Er engagiere sich gerne im Messdiener-Team, Dart-Club oder Fußballverein, das mache ihm Freude und gebe ihm viel zurück. Er habe so tolle Leute kennengelernt. „Wenn man zu allem und jedem Ja sagt, was wird dann vernachlässigt?“, fragte er. Zu nichts sage man schneller Nein, als zur Uni. Es sei nicht schlimm, wenn man Ja sage und Nein sei auch nicht immer toll. „Du musst überzeugt sein und an dich selbst denken“, schärfte er seinem Publikum ein. „Trau Dich, sag Nein, einfach um Dich selbst vor Stress und Frust zu bewahren“, überzeugte er sich selbst. Den Menschen, denen er wichtig ist, sei es viel wichtiger, dass es ihm gut gehe, als dass er sich überall engagiere. 

Lisa Kathmann, seit Kurzem ausgelernte Kauffrau für Büromanagement, gewann mit ihrem Text „verdammt wo bist du“ den Preis für theologischen Tiefgang. Darin erzählte sie aus Sicht einer motivierten Berufseinsteigerin von Hürden wie Berufserfahrung und vielen Fragen auf dem Weg zum Traumjob. „Was kann ich, was will ich, wer hilft mir“, fragte Lisa. „In solchen Situationen würde ich mir wünschen, dass da jemand ist, um mir weiterzuhelfen, jemand mit dem großen Masterplan“, gestand sie. „Wieso ist Gott nicht da, um mir eine Antwort auf all diese Fragen zu geben, der Allwissende?“ „Ja, Gott, wo bist Du, wieso hilfst Du mir nicht und weist mir den Weg – meinetwegen mit brennenden Büschen. Irgendein Hinweis wäre echt nett“, wünschte sie sich.  

Der Preis für Sprache und Ausdruck ging an Theologiestudentin Verena Otten für ihren Beitrag „meine Rolle“. Sie sprach über ihre Rollen als Nichts, als fürsorgliche Mitbewohnerin, als Tochter, Theologiestudentin, Partyqueen und Enkelin. „So viele Rollen für einen so kleinen Menschen“, welche spiele sie am liebsten oder am besten, fragte sie sich. „Keine. Jede Rolle ist ein kleines Puzzleteil, welche zu einem großen Puzzle zusammengelegt werden und mich ausmachen. Jede einzelne Rolle bin ich.“

Johannes Hörnemann 

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