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16. März 2015 - Lohne

„Ökumene heißt Fremdenfreundlichkeit“

Evangelisch-reformierter Kirchenpräsident predigt in katholischer St.-Josef-Kirche in Lohne

Es begann mit dem Lied „Vertraut den neuen Wegen“ des evangelischen Theologen und Liederdichters Klaus Peter Hertzsch. Inzwischen findet sich dieses Kirchenlied auch im „Gotteslob“, dem neuen Gesangbuch der Katholiken. Rund 120 Besucher kamen am Sonntagnachmittag zu einem ökumenischen Gottesdienst in die St. Josef Kirche nach Lohne.

ökumenischer Kanzeltausch in Lohne

v.l. Dechant Rudolf Büscher, Kirchenpräsident Martin Heimbucher und Weihbischof Heinrich Timmerevers in der Sakristei der St. Josef Kirche.

In seiner Predigt sprach sich der Kirchenpräsident der Evangelisch-reformierten Kirche, Martin Heimbucher, für eine ökumenische Offenheit aus. Heimbucher sagte, Ökumene, die wachsende Verbundenheit von Christen unterschiedlicher Konfession, beginne mit einem Verzicht. „Nicht mehr die eigene Perspektive kann der Maßstab sein, nach dem sich andere zur richten hätten. Wir sind vielmehr eingeladen, mit den Augen der anderen zu sehen, mit ihren Ohren zu hören“.

Der Gottesdienst gehörte in die Reihe eines ökumemischen Kanzeltauschs. Im südoldenburgischen Lohne feierte Heimbucher den Gottesdienst gemeinsam mit Weihbischof Heinrich Timmerevers und dem Lohner Dechanten Rudolf Büscher. Timmerevers erklärte in seiner Begrüßung die Kanzeltauschaktion. Zur Stärkung der Ökumene im Nachklang des 50. Jahrtages des katholischen Ökumenismus-Dekrets und im Vorfeld des 500. Jahrestages der Reformation im Jahr 2017 hätten die sieben evangelischen und katholischen Bischofe Niedersachsens und der Kirchenpräsident verabredet, ihre Predigtstätten in der Fastenzeit vor Ostern zu tauschen.

Heimbucher predigte über die Weizenkorn-Ökumene. Er bezeichnete das gemeinsame Hören auf Gottes Wort, gegenseitige Einladungen und Besuche als elementare Schritte dieser Ökumene aus dem Weizenkorn. Zwischen den römisch-katholischen und evangelisch-reformierten oder lutherischen Glaubensgeschwistern sei das inzwischen gut eingeübt. „Nein, wir sind uns nicht mehr fremd“. Heute seien weitere Schritte nötig. Heimbucher forderte ökumenische Offenheit zum Beispiel zu syrischen Christen, von denen einige als Flüchtlinge an unserer Tür stehen. Er sagte: „Zugang zu Gott finden wir nicht für uns allein. Sondern nur gemeinsam mit den anderen, mit denen, die uns fremd sind. An unserer Fremdenfreundlichkeit entscheidet es sich, ob ein Gottesdienst gelingt“.

Die Predigt Heimbuchers in Lohne war der dritte Teil des ökumenischen Kanzeltauschs. Er endet am 22. März. An dem Tag predigt Ralf Meister, evangelisch-lutherischer Landesbischof von Hannover, um 17.30 Uhr im Osnabrücker Petrus Dom. Der katholische Bischof Franz-Josef Bode (Osnabrück) kommt um 17.00 Uhr in die evangelisch-reformierte St. Georgskirche in Weener und Bischof Norbert Trelle (Bistum Hildesheim) um 18.00 Uhr in die evangelische Marktkirche St. Georgii et Jacobi in Hannover.

Ulf Preuß

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