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16. April 2017 - Bistum Münster

Der Tod ist durch die Macht der Liebe besiegt

Bischof Genn am Ostersonntag: „Es gibt mehr, als wir überschauen und machen können“

„Was ist aber das Himmlische anders als die große Macht der Liebe, die den Tod in Leben umwandeln kann? Und lohnt es sich nicht, genau danach zu streben? Wir haben den Trumps und Putins, den Erdogans und allen Machtpolitikern genau das gegenzuhalten. Ich bin der tiefen Überzeugung, dass nur durch diese Macht der Liebe, die in die Ohnmacht hineingeht, die Welt wirklich gerettet wird.“ Das hat der Bischof von Münster, Dr. Felix Genn, am Ostersonntag, 16. April, im St.-Paulus-Dom in Münster betont.

Portrait Bischof Dr. Felix Genn

Bischof Dr. Felix Genn

Der Bischof wandte sich auch an all diejenigen, die auf vielfältige Weise Anfang und Ende des Lebens manipulieren und in die eigene Hand nehmen wollten. Ihnen müsse gesagt werden: „Es gibt mehr, als wir überschauen und machen können. Ich glaube tatsächlich an das ewige Leben, weil ich Christ bin, weil ich an diesem Auferstandenen meine Hoffnung festmache.“ Der Bischof unterstrich, dass Ostern ein „Perspektivwechsel“ sei, „nämlich nicht vom Tod her auf das Leben zu schauen, sondern vom Leben auf das Leben zu schauen und in all die Realitäten, die letzten Endes tödlich sind, hineinzugehen.“

Dabei könne man sich aktuell kaum einen größeren Gegensatz zwischen der Wirklichkeit und dem, was Christen an Ostern verkünden, feiern und glaubend bekennen, vorstellen. Denn in der Wirklichkeit der handfesten Realitäten herrsche die Macht des Todes. „Wir brauchen nur an die Unzähligen zu denken, die in den letzten Jahren im Syrien-Krieg oder bis in die jüngste Vergangenheit hinein durch Terroranschläge umgekommen sind“, sagte der Bischof. Viele Menschen verzweifelten am Leben und täten alles, um der Macht des Todes zu entrinnen, und sei es nur, „um immer wieder mit neuen Kicks etwas aus den Lebensjahren herauszuholen, weil wir nichts verpassen wollen.“

„Ist die Landschaft, die wir zur Zeit in der Weltpolitik erleben, realer als die Botschaft, es sei jemand von den Toten auferstanden?“, fragte Bischof Genn. Und er schloss die Frage an, was für die Machthaber von heute die Botschaft von Ostern zähle, dass der Tod durch die Liebe besiegt sei. Auch könne gefragt werden, ob die Kirche, wenn sie das immer wieder behaupte, sich nicht völlig „weggeklickt“ habe von der Wirklichkeit und den Realitäten. Bischof Genn: „Ist es nicht ein Hochmut, wenn die Kirche behauptet, angesichts solcher Phänomene müsse sie von dem Gekreuzigten sprechen, der den Tod überwunden hat?“

Der Bischof räumte ein, dass es Zweifel an der Osterbotschaft nicht nur außerhalb, sondern auch innerhalb der Kirche gebe und gegeben habe, angefangen bei den Jüngern Jesu selbst. Wichtig sei es, sich den Fragen und den Zweifeln und den Erfahrungen von der Macht des Todes zu stellen. „Kann es vielleicht sein, dass wir uns zwar nicht von der Wirklichkeit weggeklickt haben, aber von der Botschaft des Glaubens, weil wir dem Zweifel, der bisweilen ankommt, mehr Raum geben als die Pflege einer guten Beziehung zu Jesus?“, fragte der Bischof in diesem Zusammenhang. Er betonte: „Ostern gibt uns die Chance, was in unser Herz durch die Taufe eingepflanzt ist, wieder neu zum Blühen zu bringen.“

Bischöfliche Pressestelle Münster

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