Bischöflich Münstersches Offizialat
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19. Februar 2013 - Vechta

Schwerpunkte in Schulentwicklung und Pastoral

Katholische Kirche plant Baumaßnahmen für 19 Mio. Euro

Auf 71,8 Mio. Euro beläuft sich der Haushaltsplan der katholischen Kirche im Offizialatsbezirk Oldenburg im Jahr 2013.

Damit liegt er um ca. 4,4 Mio. = 6,5 Prozent höher als im Vorjahr. Läuft alles nach Plan, kommt der Haushalt ohne Kreditaufnahme aus und erwirtschaftet sogar einen Überschuss von 618.000 Euro. Mit 57,8 Mio. Euro kommen über achtzig Prozent der Einnahmen aus Kirchensteuermitteln, 6,4 Mio. Euro stammen aus dem Schulbetrieb, 3,2 Mio. Euro sind Erträge der Kirchengemeinden, 4,4 Mio. Euro = sechs Prozent sonstige Einnahmen. Über 19 Mio. Euro will das Bischöflich Münstersche Offizialat in diesem Jahr in Baumaßnahmen investieren. Schwerpunkte liegen dabei in den Bereichen Schule und Seelsorge. Die Zahlen stellten heute Prälat Peter Kossen, ständiger Vertreter des Offizials, Finanzdirektor August Dasenbrock und sein Stellvertreter Uwe Kathmann der Presse vor.

„Wo öffentlich was zu gestalten ist, da wird oft in Ausbildung und Bildung investiert,“ sagte Prälat Kossen. Das sei auch der katholischen Kirche ein Anliegen. „Diese Mittel stellen wir bereit, weil wir dort eine große Verantwortung sehen. Nicht nur den katholischen Christen gegenüber, sondern auch darüber hinaus.“

Mit 35,4 Mio. Euro kommt fast die Hälfte des Haushalts den 41 Kirchengemeinden und 112 Kindergärten zu Gute. Dazu gehören die Verwaltungshaushalte, Personalbesoldung und Zuschüsse bei Baumaßnahmen. „Da gehört das Geld hin, da kommt es auch schließlich her,“ sagte Kossen. Die Umstrukturierung vieler Pfarrbüros mache es nötig, die Stundenzuweisungen für Küster und Pfarrbüromitarbeiter zu erhöhen, erklärte Dasenbrock. Die Stundenzahlen für die Küster orientiere sich jetzt an der Zahl der Gottesdienste und der vielen Fahrzeiten, die Stundenzahlen für die Pfarrbüros sei im Schnitt um fünf Wochenstunden erhöht worden. 8,7 Mio. Euro benötigt das Offizialat für seine Verwaltung inklusiver aller Investitionen, stellte Uwe Kathmann einzelne Bereiche vor. Mit 4,4 Mio. Euro werden übergeordnete Seelsorgeangebote im Bereich der Jugend-, Erwachsenen- oder Kategorialseelsorge bezahlt. Zu ihr gehören u.a. die Telefon-, Polizei-, Gefängnis-, Krankenhaus- oder Studentenseelsorge. 3,9 Mio. Euro fließen als Zuschüsse an die Caritas. Finanziert werden damit u.a. Beratungsstellen für Ehe-, Familie- und Lebensfragen. Mit 2,4 Mio. Euro unterstützt das Offizialat den Betrieb und Unterhalt seiner drei Bildungsstätten, dies sind die Katholische Akademie Stapelfeld, der BDKJ-Jugendhof Vechta und das Antoniushaus in Vechta. Weitere 2,4 Mio. Euro gehen als Umlage an den Verband der deutschen Diözesen, eine Million Euro wird pauschal als Puffer für kurzfristige Investitionen zurück gehalten. „Dieser Puffer ist aber am Jahresende sicherlich verbraucht,“ sagte Kathmann.

Baumaßnahmen und Investitionen

Das meiste Geld fließt mit sieben Millionen Euro in den Schulbereich. 2,8 Mio. Euro plant der Kirchensteuerrat als Eigenanteil der Kirche für das sogenannte Schulkonzept Cloppenburg. Zentraler Punkt ist hier die umfangreiche Förderung und Betreuung der Haupt- und Realschüler der Marienschule außerhalb des normalen Unterrichts. Dazu sind zusätzliche Lehrkräfte und Räumlichkeiten nötig. Dieses Konzept, das in Fachkreisen sehr gelobt werde, sei aber nur zu realisieren, wenn auch die Stadt und der Landkreis ihre Anteile von 1,1 Mio Euro bzw. 700.000 Euro beisteuerten. In Vechta, unterstrich Kathmann, würde sich ein ähnliches Konzept an der Ludgerusschule seit einigen Jahren bewähren.

Neben den beiden genannten Schulen zahlt das Offizialat weitere 546.000 Euro Anteil an der Erweiterung der Pausenhalle und des Lehrerzimmers des Kollegs St. Thomas in Vechta, für 131.000 Euro soll die Fassade der Liebfrauenschule in Oldenburg saniert werden. Auch die Kosten für die Übernahme der Liebfrauenschule in Vechta und der berufsbildenden Schule Marienhain gehören dazu. 511.000 Euro sind für die Umbaumaßnahmen im Antoniushaus Vechta veranschlagt. Den gesamten Schulsektor inklusive der Investitionen und des laufenden Unterhaltskosten beträgt 13. Mio Euro, nur 6,4 Mio. davon sind durch Einnahmen gedeckt. „Das zeigt deutlich, dass die Kirche oft mit sehr hohem Eigenanteil einsteigt, den sie auch nicht wieder refinanziert bekommt,“ unterstrich Kathmann.

Zwei Großprojekte der Pastoralarbeit sind in Oldenburg und Vechta angesiedelt. Für den Neubau des Forums St. Peter in Oldenburg stehen in diesem Jahr 3,28 Mio. Euro zur Verfügung. Das Forum ist ein Projekt der Citypastoral, erklärte Kathmann. Bundesweit gebe es ca. vierzig vergleichbare Projekte. In dem Oldenburger Forum, das inmitten in der Innenstadt komplett neu entsteht, werden Beratungsangebote und Treffpunkte räumlich zusammengefasst. „Damit möchten wir auch Personen ansprechen, die ansonsten der  katholischen Kirche nicht mehr so nahe stehen.“ Das zweite Großprojekt ist der Neubau der Katholischen Hochschulgemeinde an der Universität Vechta, er schlägt in diesem Jahr mit 852.000 Euro zu Buche. Für die Renovierung des Pfarrheims St. Vitus in Löningen plant das Offizialat 367.000 Euro ein, für den ersten Bauabschnitt der Innenrenovierung der Pfarrkirche St. Viktor in Damme 166.000 Euro. Unter den 21 geförderten Kindergartenbaumaßnahmen ist der Neubau des Kindergartens St. Agnes in Lastrup mit 444.000 Euro der mit Abstand größte Einzelposten. Die meisten anderen Baumaßnahmen liegen, wie beim Kindergarten St. Marien in Harkebrügge mit 52.000 Euro oder bei der Kindertagesstätte St. Johannes in Markhausen mit 40.000 Euro im fünfstelligen Bereich.

Auch das geplante Engagement des Offizialats bei der KKOM kam kurz zur Sprache, „doch zum Zeitpunkt, als der Kirchensteuerrat diesen Haushaltsplan beschlossen hat, waren keine konkreten Bedarfszahlen bekannt ,“ machte Dasenbrock deutlich. „Daher taucht es in diesen Planzahlen nicht auf.“ „Und wie hoch dieses Engagement tatsächlich ausfällt, wird sich am Bedarf orientieren,“ ergänzte Kossen. Eine solche Hilfe seitens Offizialats sei über den normalen Haushalt nicht zu bezahlen, diese müsse als Kredit auf dem Kapitalmarkt aufgenommen werden.

Steuereinnahmen und Mitgliederzahlen bleiben stabil

Dass die Summe der Kirchensteuereinnahmen seit vielen Jahren stabil ist und sogar seit 2005 kontinuierlich steigt, hat vor allem mit den gestiegenen Einkommen zu tun. Das Jahr 2012 sei dabei wider Erwarten positiver ausgefallen als erwartet, sagte Dasenbrock. Statt einer prognostizierten Steigerung um ein Prozent sei das Haushaltsvolumen um fast sieben Prozent = 3,8 Mio Euro. höher ausgefallen. Außerdem hat sich die Zahl der Kirchenmitglieder trotz aller Krisen und demografischer Entwicklungen seit dem Jahr 2000 kaum verändert. 265.526 Katholiken gab es Ende 2012 im Offizialatsbezirk, gegenüber 2000 ein Rückgang um weniger als ein Prozent. Ähnlich ist die Situation bei den Kirchenaustritten. 861 Personen vollzogen im vergangenen Jahr diesen Schritt, im Jahr 2000 waren es 828. Deutlich zurückgegangen ist dagegen die Zahl der Taufen. Ihre Zahl lag 2011 - die Zahlen für 2012 liegen noch nicht vor – bei 2.185 und damit um ca. dreißig Prozent niedriger als im Jahr 2000 (3.150). Dieser Wert erklärt sich aber in erster Linie aus der rückläufigen Geburtenzahl. Die Altersstruktur der Katholiken spiegelt daher auch die der Gesellschaft im Offizialatsbezirk wider. 17,5 Prozent sind bis zu 18 Jahren alt, 63,5 Prozent gehören der Altersgruppe 18-65 Jahre an, knapp 19 Prozent sind älter als 65 Jahre.

Diese Zahlen dürfen nicht darüber hinweg täuschen, dass sich die demografische Entwicklung mittelfristig deutlich ändern und die Zahl der Kirchenmitglieder spürbar sinken wird. Auf die jetzt gute Finanzsituation darf sich die Kirche daher genauso wenig wie die politischen Gemeinden verlassen, machte Uwe Kathmann deutlich.

Ludger Heuer

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