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08. Oktober 2017 - Oldenburg

Abbé Marcellin Ouédraogo: „In Burkina Faso ist Kirche Hoffnungsträger“

Priester aus Westafrika spricht am Sonntag der Weltmission

Anlässlich des Sonntags der Weltmission, der Solidaritätsaktion der Katholiken weltweit, berichtete der junge Kaplan Abbé Marcellin Ouédraogo aus Burkina Faso am Sonntag (8.10.) in der Forumskirche St. Peter über sein Land und seine Arbeit. In diesen Tagen bereist er das Bistum Münster und erzählt vielen Menschen über seine vom Hilfswerk missio unterstützte Tätigkeit als Diözesanjugendseelsorger und als Priester für die Menschen in den illegalen Goldmienen in seiner Heimat im Nordwesten des Landes. Burkina Faso gilt als eine der ärmsten Region der Welt. Mit dem katholischen Priester sind der missio-Diözesanbeauftragte Hans-Georg Hollenhorst und als Dolmetscher Pater Hans-Michael Hürter, Referent für Weltkirche im Bischöflichen Generalvikariat, für eine Woche unterwegs.

Kaplan beim Vortrag

Nach dem Gottesdienst wurde die Gemeinde noch ins Forum St. Peter eingeladen, dort erklärte Kaplan weitere Details über seine Arbeit für die Goldsucher.

Mann vor Leinwand

Abbé Marcellin Ouédraogo zeigt Fotos, die ihn bei der Arbeit bei den Goldmienen in Burkina Faso zeigen.

Mann vor Leinwand

Abbé Marcellin Ouédraogo zeigt Fotos, die ihn bei der Arbeit bei den Goldmienen in Burkina Faso zeigen.

Predigt in der Forumskirche St. Peter

„In Burkina Faso ist die Kirche ein Hoffnungsträger für viele Menschen, ob sie nun Christen sind, oder nicht“, machte der Gast aus Westafrika in seiner Predigt deutlich. Er verübt seinen priesterlichen Dienst dort, wo viele Kinder und Jugendliche unter gefährlichen und untragbaren Bedingungen in illegalen Goldminen arbeiten und die Zwangsheirat jedes zweite Mädchen unter 18 Jahren betrifft. Hier sei „Präsenz von Kirche eine Garantie für eine aufrechte Gesellschaft im Land der ‚aufrechten Menschen‘, was Burkina Faso in der Übersetzung meint“, betonte er.

Michael Rupieper, Pfarrer im Forum St. Peter, freut sich über den Besuch. Die Gottesdienstbesucher im Forum seien eine internationale Gemeinschaft. Er sehe Franzosen, Asiaten, Italiener und polnisch-stämmige Menschen.  Mit dem Besuch aus Burkina Faso werde das Thema Weltkirche präsent, „wir werden eingeladen, über den Tellerrand hinauszuschauen und können uns verbunden fühlen, mit Menschen auf der ganzen Welt.“ 

Burkina Faso - im Land der mutigen Menschen I missio Aachen

Ein Großteil der Bevölkerung Burkina Fasos lebt von der Landwirtschaft. Im Norden müssten die Kleinbauern mit neun Monaten Trockenzeit umzugehen lernen, berichtete der Priester bei einer Gesprächsrunde im Anschluss an den Gottesdienst. Klimaveränderungen und Dürreperioden treffen besonders die in der Sahelzone liegenden Landesteile hart. Bleibt der Regen aus, müssen die Menschen hungern. Mangels alternativer Einkommensquellen versuchen viele ihr Glück bei der Goldsuche. Ohne Sicherheitsvorkehrungen und mit schlechter Ausstattung klettern sie in Schächten tief unter die Erde, viele kommen dabei ums Leben. Quecksilber und Zyankali würden für die Goldgewinnung eingesetzt. Vergiftete Böden seien die Folge, darunter leidet die Landwirtschaft. „Unsere Arbeit als Kirche ist es, präsent zu sein, zuzuhören und soweit möglich auf die Bedürfnisse der Menschen zu reagieren.“ 

Der Sonntag der Weltmission steht in diesem Jahr unter dem Wort „Du führst mich hinaus ins Weite (Psalm 18)“. Fast die Hälfte der weltweit 2500 Diözesen der katholischen Kirche befindet sich in Ländern, die wie Burkina Faso zu den ärmsten der Welt gehören. Am Sonntag der Weltmission sammeln mehr als 100 päpstliche Missionswerke Spenden für sie. In Deutschland findet die Kollekte am Sonntag, 22. Oktober, statt. 

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